Ich bin iM EINsatz: Zwischen Militär und Konsulat

Ich bin iM EINsatz: Zwischen Militär und Konsulat

Datum:
Ort:
Masar-i Scharif
Lesedauer:
3 MIN

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Auf drei Kontinenten und zwei Weltmeeren: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Ich bin iM EINsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Ein Soldat steht vor einer Mauer. An dieser ist ein Schild mit der Aufschrift „Generalkonsulat BRD" angebracht

Hauptmann Fabian F. arbeitet im Camp Marmal im Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland

Bundeswehr/Sabine Oelbeck

Ich bin Hauptmann Fabian F., 28 Jahre alt und im Lufttransportgeschwader 62 in Wunstorf als Luftfahrzeugtechnischer Offizier im Systemingenieurwesen für den A400M eingesetzt. Nach meinem Diensteintritt in die Bundeswehr im August 2012 ist das mein erster Einsatz und zugleich ein ganz besonderer, da ich dem 20. und somit letzten Deutschen Einsatzkontingent von Resolute Support in Afghanistan angehöre.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Ein Soldat überreicht einem Zivilisten, der am PC sitzt, eine Mappe. Beide tragen Mund-Nasen-Schutz

Fabian F. ist das Bindeglied zwischen den militärischen und zivilen Vertretern im Camp Marmal

Bundeswehr/Sabine Oelbeck

Ich bin im Norden Afghanistans als Military Assistant to Senior Civilian Representative bei der NATONorth Atlantic Treaty Organization-Mission Resolute Support im Einsatz. Das bedeutet, ich bin im Camp Marmal in Masar-i Scharif dem hiesigen Generalkonsulat zugeordnet. Für einen Soldaten ist das eine besondere Tätigkeit, da sie ressortübergreifend ist. Sie besteht auf der einen Seite aus der Schnittstelle zwischen dem Auswärtigen Amt  und der Bundeswehr und auf der anderen Seite aus der Beratung des Generalkonsuls als Person. Ich berate diesen in militärischen Angelegenheiten und stehe den Entsandten des Auswärtigen Amtes in allen militärischen Fragen zur Seite. Doch ebenso vertrete ich die militärische Sichtweise im Konsulat selbst. Für den Konsul nehme ich an Besprechungen teil und bin somit Vertreter beider Interessensgruppen.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Ein Soldat und ein Bundespolizist sitzen einander an einem Tisch gegenüber und unterhalten sich miteinander

Hier im Einsatz arbeitet Fabian F. viel mit Bundespolizisten zusammen

Bundeswehr/Sabine Oelbeck

Zunächst macht meinen Einsatz in Afghanistan besonders, dass ich im Konsulat der einzige Uniformträger der Bundeswehr bin. Das Dienstgeschäft ist oft sehr diplomatisch geprägt, was den persönlichen Erfahrungsschatz immens erweitert. Weiterhin ist die Arbeit im Konsulat durch die hier vor Ort eingesetzten Bundespolizisten sehr spannend. Die „Dienststelle Polizeiliche Schutzaufgaben Ausland der Bundespolizei“ entsendet ein Personenschutzteam für den Generalkonsul, Objektschützer zum Schutz der Konsulatsgebäude und Sicherheitsberater zwecks Beurteilung der Lage.  Für Ausfahrten, Sicherheitsfragen und Bewertung tagesaktueller Sicherheitsvorkommnisse in Afghanistan stehe ich im engen Austausch mit den polizeilichen Kräften. Außerdem bin ich als Teil des militärischen Stabes des Train, Advise, Assist Command North im ständigen Austausch mit der militärischen Seite.

Das vermisse ich hier am meisten.

Ein Soldat steht auf einem Dach und telefoniert. Im Hintergrund ist eine Bergkette

Auf dem Dach des Generalkonsulates sieht man bei klarer Sicht die Ausläufer des Marmal-Gebirges

Bundeswehr/Sabine Oelbeck

Natürlich vermisse ich meine Familie und Freunde sehr – obwohl es momentan gar nicht so ein großer Unterschied ist, da derzeit in Deutschland aufgrund der Coronapandemie auch viele soziale Kontakte über Videotelefonie oder mit ähnlichen Hilfsmitteln stattfinden müssen. Abgesehen von dem persönlichen Kontakt zu meinen Liebsten fehlt mir die Landschaft Deutschlands. Aufgrund des Klimas gibt es in Afghanistan leider nicht die gewohnte grüne Umgebung aus der Heimat. Von daher freue ich mich jetzt schon auf den nächsten Waldspaziergang bei mir zu Hause in Deutschland.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Ich freue mich natürlich auf meine Heimkehr und wünsche mir für die restliche Zeit, dass alle in Afghanistan stationierten Soldatinnen und Soldaten sicher und gesund nach Hause zu ihren Familien zurückkehren können. Zum Schluss grüße ich meine nordhessische Heimat Korbach und meine neue Wahlheimat Wunstorf. Ich grüße hiermit meine Familie und meine Freunde, meinen Fußballverein, den TuSpo   Mengeringhausen, und das gesamte Lufttransportgeschwader 62, besonders jedoch die 1. Technische Staffel und den Stab Technische Gruppe. Bis bald!

von Fabian F.

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