Ich bin iM EINsatz: Nachschubunteroffizier in Afghanistan

Ich bin iM EINsatz: Nachschubunteroffizier in Afghanistan

Datum:
Ort:
Masar-i Scharif
Lesedauer:
3 MIN

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Auf drei Kontinenten und zwei Weltmeeren: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie? Was treibt sie an? In der Serie „Ich bin iM EINsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Ein Soldat sitzt im Fahrerhaus eines Feldumschlaggeräts 4 Tonnen Manitou, die linke Hand am Lenkrad

Mirko F. kann mehrere Umschlaggeräte bedienen, hier arbeitet er im Fahrerhaus eines Feldumschlaggerätes 4 Tonnen Manitou

Bundeswehr/Sabine Oelbeck

Ich bin Stabsunteroffizier Mirko F. und 33 Jahre jung. Zuhause leiste ich meinen Dienst in der Umschlaggerätegruppe der 3. Kompanie des Logistikbataillons 467 in Volkach. Im Juli 2012 trat ich dort meinen Dienst als Wiedereinsteller an. Zuvor war ich als Freiwilliger Wehrdienstleistender Geschäftszimmersoldat in der Stabskompanie des Logistikbataillons 171 in Burg bei Magdeburg. Heute wohne ich mit meiner Lebensgefährtin und unserer Tochter in Sulzfeld a.M. im Landkreis Kitzingen. Dies ist mein erster Auslandseinsatz. Hier bin ich als Nachschubunteroffizier in der Umschlaggerätegruppe der Logistikstaffel eingesetzt.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Links ein blauer LKW, der von einem Containerstapler mit einer Containerwanne beladen wird

Stabsunteroffizier Mirko F. ist für die sichere Verladung verschiedener Güter verantwortlich

Bundeswehr/Andre Klimke

Meine Aufgabe im Einsatz ist der Umschlag von Versorgungsgütern auf Paletten oder in Containern. Das bedeutet, die Ware wechselt das Transportmittel. Das Material wird also beispielsweise von einem LKW in ein Flugzeug verladen. Mit unseren Fähigkeiten unterstützen wir alle Bereiche im Camp Marmal.
Ein typischer Tag beginnt mit der morgendlichen Besprechung anstehender Aufträge bei einer gemeinsamen Tasse Kaffee. Anschließend arbeiten wir alle Aufträge nacheinander ab. Das kann vom einfachen Umsetzten eines Containers bis hin zum Beladen eines Großraum-Transportflugzeuges wie die Antonov An-124 sein. Jeder Tag ist anders. Gegen Abend erfolgt dann die gemeinsame Nachbesprechung des Tages. Am meisten gefallen mir der Zusammenhalt und der Teamgeist in meiner Gruppe. Im Laufe der Zeit ist unser Team, bestehend aus vier Soldaten, wie eine kleine Familie zusammengewachsen. Wenn es sich ergibt, spielen wir auch schon mal eine kurze Runde Billard oder Kickern für ein paar Minuten.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Ein Soldat sitzt im Fahrerhaus eines Staplers und transportiert ein Schrottauto

Stabsunteroffizier Mirko F. transportiert hier ein Schrottauto mit einem 16 Tonnen Stapler

Bundeswehr/Sabine Oelbeck

Die nicht alltäglichen Dinge, wie die Arbeit auf dem Flugfeld, geben meiner Tätigkeit hier eine spezielle Note. Besonders in Erinnerung wird mir wohl die Beladung der Antonov bleiben - einem der größten Transportflugzeuge der Welt. Durch die Arbeit auf dem Flugfeld habe ich auch die Möglichkeit, die verschiedenen Hubschrauber- und Flugzeugtypen hautnah zu sehen und immer wieder mal mit den Besatzungen ins Gespräch zu kommen. Dadurch lerne ich auch Soldatinnen und Soldaten aus anderen Nationen kennen.
Zu meiner persönlichen Motivation trägt insbesondere bei, dass ich mit meiner täglichen Arbeit das Gesamtsystem am Laufen halte. Als besondere Herausforderung sehe ich die im Camp zu Recht getroffen Maßnahmen und Einschränkungen, um die Ausbreitung von COVID-19Coronavirus Disease 2019 zu verhindern. So tragen wir unter anderem im täglichen Dienst ständig den Mund- Nasenschutz, was bei schlechtem und nassem Wetter beispielsweise die Sicht der Brillenträger beeinträchtigt. Unsere gemeinsamen Ziele im Team sind, weiterhin so gut zusammen zu halten wie bisher und alle Aufträge weiterhin erfolgreich zu bewältigen.

Das vermisse ich hier am meisten.

Ein Soldat steht gebeugt mit einer Metallstange in den Händen vor einem Gabelstapler und kratzt Sand ab

Durch Staub und Geröll wird das Material täglich beansprucht, daher gehört die Pflege zum Dienstalltag dazu

Bundeswehr/Sabine Oelbeck

Am meisten vermisse ich meine Familie, meine Lebensgefährtin und natürlich meine Tochter. Da ich erst im Januar Vater wurde, hielt ich meine Tochter bisher leider noch nie im Arm. Über Videotelefonie kann ich ihre Entwicklung zwar verfolgen, aber das ersetzt natürlich nicht den persönlichen Kontakt. Darüber hinaus vermisse ich die Filmabende und das gemeinsame Kochen mit meiner Lebensgefährtin. Auch fehlen mir die täglichen Spielereien und Spaziergänge mit unserer Hundedame Reika.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Ich wünsche mir für alle Kameradinnen und Kameraden die im Einsatz sind, weiterhin eine hohe Motivation und dass sie wieder gesund nach Hause zurückkommen. Nach diesem Einsatz freue ich mich auf einen möglichst langen Urlaub, um viel Zeit mit meiner Lebensgefährtin und unserer kleinen Tochter zu verbringen. Ich grüße meine Familie, Freunde und die Kameradinnen und Kameraden der 3. Kompanie in Volkach. Den Leuten meiner Gruppe hier im Einsatz möchte ich sagen, dass mich unser guter Zusammenhalt als Umschlaggerätegruppe im Camp Marmal im Norden Afghanistans stolz macht. Mit euch würde ich jederzeit wieder in den Einsatz gehen.

von Mirko F.

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