NATO Mission Iraq

Simulatoren an den irakischen Truppenschulen

Simulatoren an den irakischen Truppenschulen

Datum:
Ort:
Bagdad
Lesedauer:
3 MIN

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„Ich stehe in meiner Stellung und muss mich sehr anstrengen, um wach zu bleiben. Ich schwitze vor Stress und mein Helm wiegt Tonnen. In meinem Beobachtungsbereich liegt ein kleines verdächtiges Fenster, durch das der Gegner jederzeit …“ Plötzlich gehen alle Lichter im Raum an. Mein Gegner ist durch das offene Fenster gesprungen. So endet die Simulation.

Ein irakischer Soldat schießt Pistole vor einem Handwaffensimulator. Dabei wird er von einem weiteren Soldaten beaufsichtigt.

Der Handwaffensimulator an der Tactical Training and Special Combat School ist der erste seiner Art und wurde eigens von den Ausbildern und dem Schulstab errichtet, um den Trainingsteilnehmern eine moderne Art des Trainings zu ermöglichen

Bundeswehr/PAO NATO Mission Irak

Moderne Kampfhandlungen erfordern moderne Techniken. Zusammen mit ihren irakischen Partnern arbeitet die NATO an der Entwicklung von Simulationsmöglichkeiten, die es der irakischen Truppe erlauben, in einer kontrollierten Situation und einem sicheren Umfeld zu üben.

Vor allem an den Truppenschulen und in den Ausbildungszentren der irakischen Streitkräfte sollen Simulatoren daher schnellstmöglich Einzug halten – denn auf diese Weise wird ein gefahrloses und aufwandarmes regelmäßiges Üben ermöglicht.

Die Training Development Division (TDDTraining Development Division) der NATO Mission Iraq (NMI NATO Mission Iraq), die für die Beratung irakischer Truppenschulen zuständig ist, hat es sich daher zum Ziel gesetzt, die Installation moderner Ausbildungstechnologien zu fördern und die Ausbildungsmethoden schrittweise zu verbessern. Dabei spielt auch die Weiterentwicklung von Simulatoren eine entscheidende Rolle.

Zukünftig simulatorgestützte Ausbildung bei der Artillerie

Vor allem die Truppenschulen der irakischen Kampftruppen sind für den Bereich der Simulation prädestiniert. In den Truppenschulen der Infanterie findet man Schießsimulatoren für Handwaffen ähnlich dem deutschen Schießsimulator Handwaffen/Panzerabwehrhandwaffen AGSHPAusbildungsgerät Schießsimulator Handwaffen/Panzerabwehrhandwaffen der Bundeswehr. Die irakische Panzertruppenschule verfügt sowohl über Simulatoren für die amerikanischem M1 Abrams als auch für die russischen Kampfpanzer T-72 und T-90, und auch an der irakischen Artillerieschule soll die Ausbildung in Zukunft durch Simulatoren ergänzt werden.

Die Ausbildung zum Artilleriebeobachter wird dabei die erste sein, die simulatorgestützt erweitert wird. Die irakischen Streitkräfte beschaffen zurzeit einen „Call-for-fire“-Simulator, mit dem die Auszubildenden die Möglichkeit erhalten, eigene Artillerieschläge auf ihre Wirkung im Ziel zu analysieren und das Feuer ggf. „nachzurichten“. Die analoge Lagedarstellung am Sandkasten soll dabei nicht gänzlich ersetzt, sondern zielführend um den digitalen Faktor erweitert werden.

Panzertraining an der Panzertruppenschule

Die irakische Panzertruppenschule hingegen verfügt bereits seit Langem über eine Vielzahl von Simulatoren für alle Aufgabenbereiche: Egal ob es dabei um die Fahrfertigkeiten der Kraftfahrer geht, um die Ladetätigkeiten des Ladeschützen oder die Tätigkeiten des Richtschützen und des Kommandanten – alle Tätigkeitsfelder des Teams werden hier mittels Simulatoren geübt.

Oberstleutnant Felix H., Oberleutnant Daniel H. und Oberfeldwebel Dennis G. sind bei der NATO Mission Iraq (NMI NATO Mission Iraq) als Berater an der Panzertruppenschule eingesetzt und begleiten die Einführung der Simulatorsysteme aus nächster Nähe. „Unser Ziel war es, der irakischen Armee eine neue Perspektive zu bieten, wie Simulatoren im Rahmen der Ausbildung eingesetzt werden können.“, erläutert Oberfeldwebel Dennis G.

Ein selbstgebauter Handwaffensimulator für die Infanterie

Auf einer Leinwand ist eine Schießbahn eingeblendet. Im Vordergrund sieht man drei Matten mit Sandsäcken und Simulatorwaffen.

Aus Soft-Air-Waffen und einem Computerspiel haben die Ausbilder am irakischen TTSC einen Handwaffensimulator geschaffen, der nun eine ressourcenschonende und vielseitige Ausbildung ermöglicht

Bundeswehr/PAO NATO Mission Irak
Eine Soft-Air-Kalaschnikow und eine Soft-Air-Pistole liegen auf einem Tisch.

Mit Soft-Air-Waffen kann das Schießen an der TTSC nun im Simulator geübt werden. Dort werden die verschiedensten Situationen in einem kontrollierten Umfeld geübt. Dabei spielen Munitionsvorräte und die Verfügbarkeit von Schießbahnen keine Rolle mehr.

Bundeswehr/PAO NATO Mission Irak

Hauptmann Antonio P., ein spanischer Kamerad der NMI NATO Mission Iraq, ist Berater an der Tactical Training and Special Combat School (TTSC). Durch die Beratung der NMI NATO Mission Iraq-Advisor und die vermittelten Erfahrungen auch im Umgang mit Simulatoren konnten hier im vergangenen Jahr erste Erfolge erzielt werden: „Die TTSC hat bei null angefangen und hat aus dem Nichts heraus einen selbstgebauten Simulator errichtet“. Zudem wurde eigens für den Handwaffensimulator ein neues Gebäude errichtet: „Es ist der erste Simulator dieser Art, der an den irakischen Truppenschulen zum Einsatz kommt.“

Es ist nur eines der Beispiele einer erfolgreichen Beratungsleistung der NMI NATO Mission Iraq. Das Vorgehen dabei erfordert jedoch Geduld, denn der Weg zum Ziel liegt hierbei in der Hand der irakischen Counterparts.

Hauptmann Antonio P. ist stolz auf die Entwicklungen seiner Truppenschule: „Als nächstes Ziel verfolgt die Schule die Einführung einer Dunkelkammer, in der speziell der Kampf bei Nacht und eingeschränkter Sicht trainiert werden soll.“

Intensives und ressourcenschonendes Training der Zukunft

In einem Handwaffensimulator steht ein Soldat mit angelegter Waffe. Im Hintergrund stehen weitere Soldaten, die das beobachten.

Mit simulatorgestützter Ausbildung wird das zielgerichtete Training zukünftig erleichtert

Bundeswehr/PAO NATO Mission Irak

Die enge Kooperation der NMI NATO Mission Iraq mit dem Irak verfolgt vor allem das Ziel des nachhaltigen Wiederaufbaus der irakischen Streit- und Sicherheitskräfte. Vor diesem Hintergrund unterstützt die Entwicklung simulatorgestützter Ausbildung das intensive und ressourcenschonende Training zukünftiger Soldaten, die so unter kontrollierbaren Bedingungen verschiedenste Situationen, Lagen und Verfahren trainieren können. Vor allem das sichere Umfeld spielt dabei eine nicht zu vernachlässigende Rolle: „Im Simulator lässt sich der Kampf trainieren, ohne dabei – trotz Fehlern – durch Gefahren Leib und Leben zu riskieren“, führt Oberstleutnant Felix H., Berater der Panzertruppenschule, aus.

von PAO NATO Mission Irak

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