Heer, Luftwaffe und jetzt Marine

Versorgungsgast Oberstabsgefreiter Muhammed N. im Interview

Versorgungsgast Oberstabsgefreiter Muhammed N. im Interview

Datum:
Ort:
Warnemünde
Lesedauer:
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Oberstabsgefreiter Muhammed N. ist als Versorgungsgast auf dem Einsatzgruppenversorger „Bonn“ bei der VJTFVery High Readiness Joint Task Force (M) im Einsatz. Im Interview spricht er über seine Aufgaben und Erfahrungen.

6 Fragen an Oberstabsgefreiter Muhammed N.

Ein Portraitbild eines Mannes mit blauer Jacke
Bundeswehr/Daniel Angres
Daniel Angres

Wann begann Ihr Werdegang in der Bundeswehr und über welche Wege sind Sie zur Marine gekommen?

Ein Portraitbild eines Mannes mit blauer Jacke

Ich bin zweimal in die Bundeswehr eingetreten. Den ersten Eintritt hatte ich im Jahr 2010 in die Bundeswehr. Ich habe damals meine Allgemeine Grundausbildung bei der Luftwaffe in Roth durchlaufen. Im Anschluss ging ich in das Objektschutzregiment nach Schortens und nahm nach einem intensiven Ausbildungsabschnitt an meinem ersten Auslandseinsatz in Afghanistan teil. Mein zweiter Eintritt in die Bundeswehr fand im Jahr 2015 beim Heer in Immendingen in Baden-Württemberg. Genauer gesagt im Artilleriebataillon 295. Nach Schließung des Standortes fand ich die dienstliche Heimat vorerst in Stetten am kalten Markt. Zum Ende des Jahres 2016 wurde ich bis 2021 in das Logistikbataillon nach Delmenhorst versetzt und bin seit diesem Jahr auf der „Bonn“ als Versorgungsgast.

Daniel Angres

Welches ist Ihre Tätigkeit an Bord?

Ein Portraitbild eines Mannes mit blauer Jacke

Ich bin im Hauptabschnitt 400 des Schiffes. Dieser setzt sich ausschließlich mit dem Kerngeschäft des Einsatzgruppenversorger auseinander. Vom Bleistift bis zum Flugkraftstoff, alles läuft bei uns Versorgern zusammen. Nebenher bin ich als Sanitätshelfer B und als Atemschutzgeräteträger eingesetzt. Ein Teil der bordeigenen „Feuerwehr“. Darüber hinaus bin ich der einzige Mannschaftsdienstgrad, der als Brückenmaat der Wache eingesetzt ist. In dieser Funktion überwache ich in meiner Seewache die Brückenorganisation.

Daniel Angres

Warum sind Sie in die Bundeswehr eingetreten?

Ein Portraitbild eines Mannes mit blauer Jacke

Ich habe eine Ausbildung zum Maler- und Lackierer begonnen, jedoch aus unverschuldeten Gründen nicht beenden können. Ich bin sozusagen aus der Not in die Bundeswehr als Grundwehrdienstleistender eingetreten. Ich wollte eigentlich nie zur Bundeswehr. Aus dem „Nie wollen“ ist mittlerweile eine Verpflichtungszeit von 16 Jahren geworden.

Daniel Angres

Was sind Ihre Pläne und Ziele nach Ihrer Zeit bei der Bundeswehr?

Ein Portraitbild eines Mannes mit blauer Jacke

Ich möchte gerne mein Abitur nachholen und dann im öffentlichen Dienst meinen Weg gehen. Aktuelle interessiere ich mich für den Dienst bei der Bundespolizei See.

Daniel Angres

Was war Ihr schönster Moment bei der Marine?

Ein Portraitbild eines Mannes mit blauer Jacke

Im Grunde finde ich alles schön. Mir macht jede Seefahrt Spaß. Ich bin mit der „Bonn“ viel rumgekommen und habe Orte gesehen, für die man normalerweise sehr viel Geld zahlen muss, um sie zu erreichen. Mir gefällt der Zusammenhalt innerhalb unseres Hauptabschnittes sehr, da wir alle sehr familiär miteinander umgehen und auch nach der Dienstzeit gerne etwas zusammen unternehmen. Wir sind alle füreinander da und das ist genau meins.

Daniel Angres

Welche Wünsche haben Sie für Ihre Zukunft?

Ein Portraitbild eines Mannes mit blauer Jacke

Ich wünsche mir nicht viel. Eigentlich nur einen guten Beruf, der nicht zeitlich begrenzt ist, sondern vielmehr bis zur Rente reicht. Trotz der schönen Zeit auf See wünsche ich mir, wieder nach Hause zu kommen. Von den 16 Jahren bin ich 12 Jahre nur unterwegs gewesen und hab viel in meiner eigenen Familie verpasst. Vor allem wünsche ich mir viel Zeit mit meinen wundervollen Kindern. Ich habe da etwas nachzuholen. Ich blicke nach 13 aktiven Jahren langsam auf mein Dienstzeitende im Jahr 2027 und kann sagen, dass ich eine erfüllte Dienstzeit hatte. Was mir als Erfahrung zu Gute kam, hat mich geformt und geprägt. Mein Dank gilt jedem einzelnen Vorgesetzten, der mir Wissen und Fertigkeiten vermittelt hat und mir immer zur Seite stand.

von Daniel Angres

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