Heer

Aufklären bringt Wissensvorsprung

Aufklären bringt Wissensvorsprung

  • Informationslehrübung
  • Heer
Datum:
Ort:
Bergen
Lesedauer:
2 MIN

„Bewegungsachsen, Kräfteansatz oder feindliche Stellungen sind Informationen, die für die Planung von unserem Angriff enorm wichtig sind“, beschreibt Oberleutnant Arne Hüners in einer Gefechtspause. Sein Spähtrupp ist ganz vorne mit dabei. Die Soldaten des Aufklärungslehrbataillons 3 aus Lüneburg beteiligen sich an der Station Gefechtsschießen bei der Informationslehrübung Landoperationen.

Ein Soldat schaut an einem Waldrand mit einem Fernglas aus einer Panzerluke ins Gelände.

Soldaten des Aufklärungslehrbataillons 3 unterstützen beim Gefechtsschießen auf der Informationslehrübung: Oberleutnant Arne Hüners verschafft sich einen Überblick über das Gefechtsfeld.

Bundeswehr/Marco Dorow

Das Gefechtsschießen auf dem Übungsplatz in Bergen zeigt und erklärt die Phasen während eines Gefechtes. Zwischen den Phasen Verzögerung und Angriff spielt die Aufklärung eine entscheidende Rolle. Informationen aus der Aufklärung beeinflussen direkt die Planung des eigenen Angriffs.

Auf sich gestellt

Ein Spähwagen Fennek fährt mit Tannenzweigen getarnt und nach oben ausgefahrener Optik über einen Waldweg.

Sehen, ohne gesehen zu werden: Die flachen, breiten Fahrzeuge sind ideal für eine Erkundungsfahrt.

Bundeswehr/Marco Dorow

„Wir werden weit vor den eigenen Soldaten eingesetzt“, sagt der 28-jährige Zugführer. Bis zu 70 Kilometer voraus und 24 Stunden vor dem geplanten Angriff sei es ihre Aufgabe, Informationen über feindliche Kräfte zu erlangen. Sein Spähtrupp besteht aus zwei Spähwagen Fennek und insgesamt sechs Soldaten.

„Absolut auf uns gestellt, also autark gehen wir in solche Aufklärungsaufträge. Das kann unter Umständen bedeuten, dass wir bis zu 72 Stunden im Auftrag stehen, ohne Anschluss an Versorgung.“ Für die Spähtrupps gilt während dieser Zeit der Grundsatz: Sehen aber nicht gesehen werden.

Technik erleichtert die Aufklärung

Ein Soldat sitzt in einem Spähwagen Fennek vor einem Bildschirm.

Im Inneren des Fenneks: Dem Wärmebild entgeht nichts.

Bundeswehr/Marco Dorow

Ist Hüners mit seinen Soldaten und den Fenneks, den Spähwagen der Aufklärer unterwegs, nutzt der Spähtrupp dabei verschiedene Aufklärungsmittel. „Zunächst bietet uns der Fennek eine geräuscharme Mobilität, auch in sehr schwerem Gelände“, erklärt er. Mit der fest im Fahrzeug verbauten Beobachtungs- und Aufklärungsausstattung können seine Soldaten bei jeder Witterung und nachts bis zu zehn Kilometer entfernte Geländeabschnitte beobachten.

Informationen aus vielen Dimensionen

Ein Spähwagen Fennek steht mit Tannenzweigen getarnt auf einem Waldweg.

Der Mast der Beobachtungs- und Aufklärungsausstattung (r.) kann in der Höhe angepasst werden.

Bundeswehr/Marco Dorow

Eine ebenfalls an Bord befindliche Bodensensorausstattung, kurz BoSA, ermöglicht das Ausbringen von Sensoren im Gelände. „Damit können wir optisch, akustisch, seismisch und magnetisch ausgewählte Bereiche überwachen“, erklärt der junge Zugführer die Ausstattung. Aber auch aus der Luft holt sich der Spähtrupp rund um den Zugführer die Informationen. Die abbildende luftgestützte Aufklärungsdrohne im Nächstbereich, kurz ALADIN, sei in wenigen Minuten einsatzbereit und liefere Luftbilder in nahezu Echtzeit.

Auf zum nächsten Auftrag

Ein Spähwagen Fennek fährt mit Tannenzweigen getarnt einen Feldweg entlang.

Im Schutz des Nebels fahren die Soldaten zu ihrem nächsten Auftrag.

Bundeswehr/Marco Dorow

„Ausgangslage beziehen“ ist auf dem Funkkreis zu hören. Der Leitende des Gefechtsschießens befiehlt einen neuen Übungsdurchgang für das Schießen. Die Soldaten des Aufklärungslehrbataillons 3 fahren mit ihren Fenneks fast geräuschlos zu ihrem nächsten Aufklärungsauftrag.


  • Ein Panzer steht bei Sonnenuntergang am Rande eines Übungsplatzes.

    Informationslehrübung 2019

    Unter dem Motto Was.Wir.Können stellen Heer, Streitkräftebasis, Cyber- und Informationsraum und Sanitätsdienst ihr Können unter Beweis.