Heer
Auf den Wappenfarben Grün, Rot und Silbern sind je eine silberne Windmühle, ein aufsteigendes Ross, eine Pionierbrücke.

Deutsch/Britisches Pionierbrückenbataillon 130

Das Deutsch/Britische Pionierbrückenbataillon 130 ist im nordrhein-westfälischen Minden stationiert und gehört zur Panzerlehrbrigade 9. Im „Joint Vision Statement“ von 2018 wurde vereinbart, dass Großbritannien und Deutschland noch enger zusammenarbeiten. Es verfügt als einziges Bataillon innerhalb der NATO über das Schwimmbrückensystem M3.

Auftrag

Das Deutsch/Britische Pionierbrückenbataillon 130 (DEU/GBR PiBrBtl 130) gehört zu den Pionieren und ist eine Kampfunterstützungseinheit. Das Bataillon sorgt dafür, dass der Weg für die nachrückenden Panzer frei ist. Es schlägt Schneisen, überwindet Sperren und Gewässer. Die Pioniere bereiten das Gefechtsfeld vor, damit die eigenen Truppen sich verteidigen, angreifen oder gezielt weichen können. Sie unterstützen die Bewegungen der eigenen Truppe unmittelbar im Gefecht, indem sie Minensperren oder Panzerabwehrgräben anlegen oder versteckte Ladungen gegen den Feind auslösen. Das Bataillon verfügt zusätzlich über die Kampfmittelabwehrfähigkeit. Das bedeutet, die Soldaten sind in der Lage, Kampfmittel wie Minen und nicht-industriell hergestellte Bomben zu entschärfen oder zu räumen. In Minden sind auch Kampfmittelabwehrtaucher stationiert, die Kampfmittel unter Wasser entschärfen können.

Die Soldatinnen und Soldaten nutzen zur Fortbewegung den Transportpanzer Fuchs. Die Panzerpioniere verfügen für die Erfüllung ihres Auftrages über verschiedene Großgeräte. Den Pionierpanzer Dachs nutzen sie unter anderem zum Anlegen oder Überwinden von Baumsperren oder zum Bau von Feldbefestigungen. Mit dem Minenräumpanzer Keiler werden Minensperren unter Panzerschutz geöffnet. Die Brückenlegepanzer Biber und Leguan sind in der Lage, Gräben, Hindernisse und kleinere Gewässer zu überbrücken. Schwimmschnellbrücken des Typs Amphibie M3 können entweder als Fähre pendeln oder zu einer Schwimmbrücke verbunden werden. Eine amphibische Kompanie kann mit einer Brücke rund 150 Meter oder breitere Gewässer mit bis zu drei Fähren überwinden. So kann eine Fähre aus vier M3 beispielsweise zwei Kampfpanzer Leopard 2 transportieren.

Bereits seit 2015 war eine britische Kompanie, die 23 Amphibious Engineer Squadron, in der Herzog-von-Braunschweig-Kaserne in Minden stationiert. Jetzt ist diese Kompanie Teil des Deutsch/Britischen Pionierbrückenbataillons 130, das zum 1. Oktober 2021 aus dem vormals am Standort Minden stationierten Panzerpionierbataillon 130 entstand.
Das Deutsch/Britische Pionierbrückenbataillon 130 besteht aus insgesamt neun Kompanien. Neben fünf aktiven und einer nicht-aktiven Kompanie des Brückenbataillons (1.-6. Kompanie) gehören auch noch zwei aktive Panzerpionierkompanien und eine nicht-aktive Kompanie (2.-4. Kompanie) des unter dem alten Namen laufenden Panzerpionierbataillons 130 zum Verband. Die 5. Kompanie des Pionierbrückenbataillons 130 ist derzeit noch am Standort Havelberg stationiert und truppendienstlich dem Panzerpionierbataillon 803 unterstellt.

Die drei Schwimmschnellbrückenkompanien – zwei deutsche und eine britische – des Bataillons sind mit der Amphibie M3 als Hauptwaffensystem ausgestattet. Die in Havelberg stationierte 5. Kompanie verfügt über das System Faltschwimmbrücke.

Oberstleutnant Dr. Stefan Klein war von März 2020 an zunächst Kommandeur des Panzerpionierbataillons 130 und ist seit Oktober 2021 der erste Kommandeur des Deutsch/Britischen Pionierbrückenbataillons 130.

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