Sanitätsdienst

Infektionsschutz im Einsatz

Infektionsschutz im Einsatz

  • Coronavirus
  • Sanitätsdienst
Datum:
Ort:
Lissabon
Lesedauer:
2 MIN

Am 3. Februar ging der Flieger für das erste deutsche Einsatzkontingent von Wunstorf nach Lissabon, um das überlastete portugiesische Gesundheitssystem zu unterstützen. Schon im Vorfeld liefen die Vorbereitungen um die dem Kontingent zugehörigen Soldatinnen und Soldaten vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus zu schützen.

Ein Mann in Schutzkleidung und mit einer FFP2-Maske

Mehr Eigenschutz durch das ständige Tragen einer FFP2-Maske

Bundeswehr/Kieron Kleinert

Dazu hatte das Sachgebiet VI 2 im Kommando Sanitätsdienst der Bundeswehr (KdoKommando SanDstBwSanitätsdienst der Bundeswehr) schon vor Abflug für das Einsatzgebiet Lissabon ein infektionsepidemiologisches Lagebild erstellt. Dieses Lagebild wurde vor Ort durch das dem Kontingent zugehörige Team Hygiene kontinuierlich überprüft und angepasst. Flottillenarzt Dr. Kay Erkens und Flottillenarzt Sebastian Albrecht hatten im ersten Kontingent alle Daten im Blick. So musste bei der Umsetzung der AHA-L-Regeln (Abstand halten, Hygieneregeln beachten, Alltagsmaske tragen, Lüften) den hohen Infektionszahlen, vor allem durch die britische Virusmutante, Rechnung getragen werden. Beispielsweise wurde der Infektionsschutz durch dauerhaftes Tragen einer FFP2-Maske erhöht.

Aktiver Schutz am Patienten

Ein Mann oder eine Frau mit einer OP-Maske und darüber eine Vollgesichtsmaske

Schutz auf höchstem Niveau durch das Atemschutzgebläse

Bundeswehr/Kieron Kleinert

Aus krankenhaushygienischer Sicht werden im Umgang mit den anvertrauten COVID-19Coronavirus Disease 2019-Patientinnen und Patienten auf der „deutschen“ Intensivstation im Hospital da Luz die gleichen hohen hygienischen Standards wie in den Bundeswehrkrankenhäusern angewandt. Zusätzlich nutzen die Soldatinnen und Soldaten bei Aerosol-produzierenden Tätigkeiten Atemschutzgebläse-Einheiten, um das Schutzniveau nochmals deutlich zu steigern. Somit werden bei der Behandlung auf der betriebenen Intensivstation die höchsten arbeitsmedizinischen und hygienischen Standards umgesetzt.

Überwachung der eigenen Kräfte

Ein Mann in Vollschutz übergibt ein Stäbchen an einen Soldaten mit FFP2-Maske

Das Team Hygiene bei der Abstrichnahme

Bundeswehr/Kieron Kleinert

Einen entscheidenden Beitrag zum Schutz eigener Kräfte stellt die Kontingent-interne Überwachung (Surveillance) der eingesetzten Soldatinnen und Soldaten dar. Neben der täglichen Temperatur- und Symptomkontrolle der Kontingentangehörigen kommt mit der COVID-PCRPolymerase-Ketten-Reaktion-Testung zusätzlich eine aktive Überwachung zur Anwendung. So kann gewährleistet werden, dass eine Erregerübertragung auf eigene Kräfte schnellstmöglich erkannt wird und die Kontingentführung entsprechend zeitnah reagieren kann.

Fachliche Beratung durch das Team Hygiene

Mehrere Soldaten sitzen um ein Laptop herum

Infektionsepidemiologische Lagedarstellung als Teil des täglichen Lagebildes

Bundeswehr/Kieron Kleinert

Die Surveillance-Ergebnisse mit den erfassbaren Daten zur Infektionslage in Deutschland und Portugal werden durch das Team Hygiene täglich analysiert. Die Ergebnisse der Analyse fließen in das tägliche Lagebild der Kontingentführung ein. Hierbei ist die jahrelange Erfahrung von Flottillenarzt Dr. Erkens vom Sachgebiet VI 2, welches beim KdoKommando SanDstBwSanitätsdienst der Bundeswehr für das medizinische Nachrichtenwesen zuständig ist, von großem Vorteil. Eine fachlich einwandfreie infektionsepidemiologische Lagebewertung ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Auftragserfüllung im Einsatz.

Auch für den eher unwahrscheinlichen Fall, dass es in Portugal zu einer Erregerübertragung von SARSSchweres Akutes Respiratorisches Syndrom-CoV-2 auf Angehörige des Kontingentes kommt, wurden durch das Team Hygiene Handlungsoptionen für die Kontingentführung definiert und dem Auftrag angepasste Pläne erarbeitet. Damit kann im Ernstfall umgehend und umsichtig sowohl zum Schutz der Betroffenen und der übrigen Soldatinnen und Soldaten des Kontingentes, als auch zum Schutz der anvertrauten Patientinnen und Patienten reagiert werden.

von Dr. Kay Erkens, Sebastian Albrecht

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