Streitkräftebasis

Bigband der Bundeswehr: Erstes Autokonzert

Bigband der Bundeswehr: Erstes Autokonzert

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Datum:
Ort:
Nordrhein-Westfalen
Lesedauer:
3 MIN

Premieren gehören zum „Geschäft“ der Bigband der Bundeswehr. Doch diesmal war der Auftakt zu einer Konzertreihe ganz anders, als es die musikalischen Botschafter unserer Streitkräfte gewohnt sind. Die Maßnahmen gegen das Corona-Virus brachten sie dazu, sich ihrem Publikum im sauerländischen Hemer ganz neu zu präsentieren.

Blick auf eine Band auf einer Bühne

Die Bigband der Bundeswehr spielt in Hemer auf. Es war das bisher erste und einzige Autokonzert der Combo.

Bundeswehr/Claudio Römer

Es war für alle Beteiligten eine Premiere. Für das Publikum, für den Sauerlandpark in Hemer, für die Bigband der Bundeswehr und sogar für die Bundesministerin der Verteidigung, Annegret Kramp-Karrenbauer. Das gerne auch als Musikalische Botschafter der Bundeswehr bezeichnete Show- und Unterhaltungsorchester hatte eigentlich eine Konzertreise geplant, mit mehreren Auftritten unter freiem Himmel. Das Corona-Virus machte den Planern aber einen Strich durch die Rechnung. Deutschlandweit sind derzeit Großveranstaltungen untersagt, um die Ausbreitung des Erregers einzudämmen.

Ungewöhnliche Maßnahmen auf eine neue Situation

Szene in einem Autokino, auf einem Großbildschirm Animationen

Ungewohnte Kulisse: Die Musik kommt aus dem Autoradio. Die Showeffekte sind dieselben.

Bundeswehr/Claudio Römer

Doch die Vollblutmusiker der Bigband der Bundeswehr wollten sich ihre Open-Air-Tour nicht ganz entgehen lassen. So entwickelte man in Zusammenarbeit mit dem Sauerlandpark in Hemer ein Hygienekonzept, um ein ganz besonderes Konzert aufführen zu können. Das erste Autokonzert einer Bigband wurde aus der Taufe gehoben. Auf, vor und hinter der Bühne galten besondere Sicherheitsmaßnahmen, die einen Konzertbetrieb unter Vermeidung persönlicher Kontakte ermöglichen. Gerade für die Musiker keine leichte Aufgabe, sind sie es doch gewohnt, eng miteinander zu musizieren und sich auszutauschen. Für die Soldatinnen und Soldaten der Bigband der Bundeswehr und ihre Solisten, Sänger und Techniker wurden Barrieren aus Plexiglas installiert. So sollte jeder weitestgehend vor den Aerosolen abgeschirmt werden. Auch Bandleader Oberstleutnant Timor Oliver Chadik dirigierte seine Schützlinge aus einem „Glaskasten“ heraus.

Fulminanter Genuss

Nahaufnahme eines Saxophonspielers.

Die Bigband gilt als Musikalische Visitenkarte der Bundeswehr. Ihre soldatischen Musiker sind handverlesene Profis.

Bundeswehr/Claudio Römer

Diese Maßnahmen taten dem Musikgenuss jedoch keinen Abbruch. Zahlreiche Gäste reisten mit ihren Autos an, um auf dem Festival-Gelände des Sauerlandparks den Klängen der Bigband der Bundeswehr zu lauschen. Über die Frequenz 89,4 MHz übertrugen die Techniker dieses erste Autokonzert in digitaler Qualität auf die Autoradios der Konzertbesucher. Diese konnten live via Smartphone ihre Botschaften und Fotos per Mail auf die Großbildschirme rechts und links der Bühne übermitteln. Ihre Begeisterung brachten sie mittels Hupen und Lichtsignalen zum Ausdruck, was neben der Musik für eine weitere, beeindruckende Kulisse sorgte. Alleine schon, weil die Zuschauer oft mit Zwischenapplaus die Darbietung wertschätzten. 

Hoher Besuch

Szene auf der Bühne

So kennen wir die Bigband der Bundeswehr: Perfekte Show und Musik – auch in Krisenzeiten topp!

Bundeswehr/Claudio Römer

Ihre Wertschätzung und Begeisterung brachte auch Annegret Kramp-Karrenbauer zum Ausdruck. Die Bundesministerin der Verteidigung war spontan in den Sauerlandpark gekommen. Sie hatte in der Nähe einen Termin. So erlebten die Anwesenden eine gut gelaunte Politikerin, die sich als Musikfan bekannte und die Bigband der Bundeswehr für ihr Engagement lobte. Denn Erlös dieser ungewöhnlichen Premiere kam traditionell guten Zwecken zugute. Die Sparkassenstiftung in Hemer hilft Menschen, die wegen der Corona-Krise unverschuldet in Not geraten sind. Das Bundeswehr-Sozialwerk unterstützt Sorgenkinder in Bundeswehrfamilien. Jede Organisation erhält die Hälfte des Konzerterlöses. Auch das löste unter den Zuschauern ein Hupkonzert der Anerkennung aus.

Premiere gelungen

Blick von der Bühne auf den Parkplatz

Die Musiker begeistern ihr Publikum in den Autos. Das erste Autokonzert „rettet“ die Tournee.

Bundeswehr/Claudio Römer

Es war ein Versuch, unter den derzeitigen Bedingungen den Menschen etwas Ablenkung und Freude zu gönnen. Das ist mit dem ersten Autokonzert in der Geschichte der Bigband der Bundeswehr gelungen. Die Combo feiert demnächst ihr 50-jähriges Bestehen. Die Musiker und ihr Team retteten mit diesem Autokonzert zugleich ein wenig ihre Tournee, die sonst komplett ausfallen müsste. „Wir sind so die einzige Bigband überhaupt, die derzeit live und open Air spielt“, freut sich Oberstleutnant Chadik über den ungeahnten Erfolg. Es wird weitere Konzerte geben, bis die Bigband wieder ihren „normalen Spielbetrieb“ aufnehmen kann. Wer ein solches Konzert der Band erlebt, hört nicht nur Musik im Big Band-Sound aus den Genres „Swing“, „Rock“ und „Pop“. Er wird auch mitgenommen in eine Welt der Show- und Unterhaltungsmusik, der Überraschungen und Emotionen, der Spezialeffekte, der greifbaren Spielfreude und in eine Welt des „Abtauchens aus dem Alltag“. Egal ob im Konzertsaal, unter freiem Himmel – oder eben im Auto.

von Ralf Wilke  E-Mail schreiben

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