Streitkräftebasis

Zur Offizierausbildung von Niger nach Deutschland

Zur Offizierausbildung von Niger nach Deutschland

  • Logistik
  • Streitkräftebasis
Datum:
Ort:
Osterholz-Scharmbeck
Lesedauer:
3 MIN

Kadett Issoufou Mamane Issaka stammt aus Niger in Westafrika. Er kam zur Offizierausbildung nach Deutschland und nimmt am Fahnenjunkerlehrgang an der Logistikschule der Bundeswehr teil. Als er ankam, sprach er kein Deutsch. Knapp ein Jahr später steht er vor seinen Kameradinnen und Kameraden im Hörsaal und berichtet über seinen Werdegang.

Ein Soldat im Portrait

Kadett Mamane Issaka nimmt an der Offizierausbildung in Deutschland teil. Dafür lernte er die Sprache in sehr kurzer Zeit.

Bundeswehr/Brian Melzer

Kadett Issoufou Mamane besucht den Fahnenjunkerlehrgang an der zentralen Ausbildungseinrichtung für Logistik der Streitkräftebasis im niedersächsischen Garlstedt. Der 23-jährige Soldat kam im vergangenen Jahr ohne Sprachkenntnisse nach Deutschland. Heute, ein Jahr später, hält er bereits Vorträge an der Logistikschule der Bundeswehr vor seinen Kameradinnen und Kameraden. Dabei berichtet er auch schon mal aus seiner Heimat, wo er als Elfjähriger nach der Grundschule auf die sogenannte Kadettenschule wechselte. „Mit dieser spontanen Entscheidung wollte ich meinem Vater einen Wunsch erfüllen“ sagt er und ergänzt: „die Kadettenschule ist die beste Schule in Niger“. Dort seien in seinem Jahrgang zum ersten Mal auch Frauen ausgebildet worden.

Entscheidung für‘s Leben

Ein Soldat steht im Schnee im Portrait

In Niger gehörte Issoufou zur Einheit Coffan. Wäre er nicht nach Deutschland gekommen, hätte er in Niger die Offizierschule besucht.

Bundeswehr/Petra Reiter

Nach seinem Abitur hatte der 2,05 Meter große Mann erneut eine Entscheidung zu treffen: Militär oder Zivil? Er entschied sich für das Militär und wenig später für eine Ausbildung in Deutschland. Der Nigrer kooperiert mit Deutschland in Zusammenhang mit der Militärischen Ausbildungshilfe. Dabei werden Angehörige ausländischer Streitkräfte aus Nicht-NATO und Nicht-EU-Staaten an Ausbildungseinrichtungen der Bundeswehr aus- und weitergebildet. So flog Issoufou Mamane gemeinsam mit einem Kameraden seiner Kadettenschule für die Offizierausbildung nach Deutschland.

Herausforderungen beim Start

Ein Soldat steckt Patronen in einen Munitionsgurt

Der Wintereinbruch Anfang Februar war für den Kadetten eine echte Herausforderung. Die Schießausbildung fand den ganzen Tag im Schnee statt.

Bundeswehr/Petra Reiter

„Abgesehen von einer Studienvorbereitung in München, unterscheidet sich die Offizierausbildung nicht von der meiner Lehrgangskolleginnen und -kollegen“, erzählt der begeisterte Fuß- und Basketballspieler. Dazu zählt auch die Sprachausbildung, die eine Grundvoraussetzung darstellt. Mamane Issaka sprach neben seinen Muttersprachen Houssa und Djerma auch Französisch, aber kein einziges Wort Deutsch. Um die Ausbildung zu absolvieren, ist dies eine Voraussetzung. „Ich habe Deutsch in so kurzer Zeit gelernt, weil ich den Willen dazu hatte“, erzählt der Nigrer. „In der Grundschule haben wir etwas über den Zweiten Weltkrieg gelernt, alles andere über mein Gastland erfuhr ich hier.“ Seine Lehrerinnen haben ihm sehr geholfen, lobt er. Darüber hinaus habe er in seiner Freizeit Filme, Serien und Nachrichten auf Deutsch geschaut.

Lehrgang bestanden

Soldat bekommt von einem Brigadegeneral seinen Offizierbrief ausgehändigt

Ein besonderer Moment in seiner Offizierlaufbahn. Kadett Mamane Issaka erhält das Offizierpatent. Beim Apell händigt der Kommandeur der LogSBw, Brigadegeneral Boris Nannt, die Offizierbriefe aus.

Bundswehr/Petra Reiter

Während der Offizierausbildung darf Mamane Issaka ab seinem zweiten Ausbildungsjahr alle zwei Jahre in seine Heimat zurückfliegen, um Familie und Freunde zu besuchen. Das sei auch so geplant, erzählt er. „Ich fühle mich hier in Garlstedt echt wohl und habe vieles gelernt. Einzig das Wetter, das Essen und auch die Sprache machen es ein bisschen schwierig für mich.“ Begeistert erzählte er seinen Kameradinnen und Kameraden von kulinarischen Köstlichkeiten aus seiner Heimat: „Ich werde hier auf jeden Fall mal eine Lammfleischsuppe kochen. Lecker und scharf. Wer möchte, darf gerne probieren“, lädt er die Lehrgangsteilnehmenden dazu ein.

Seine Kameradinnen und Kameraden sehen in Issoufou Mamane Issaka eine echte Bereicherung: „Einen internationalen Kadetten dabei zu haben steht für Vielfalt. Es ist interessant zu erfahren, ob und wie sich Soldaten anderer Nationen von uns unterscheiden“, erzählt Stabsunteroffizier Niko Niazmand.

Mamane Issaka ist stolz, dass er den Fahnenjunkerlehrgang bestanden hat. Nun geht der Offizieranwärter für sein Truppenpraktikum nach Volkach in Bayern, zum dort stationierten Logistikbataillon 467.

von Kathleen Riediger  E-Mail schreiben

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