Streitkräftebasis

Mittler zwischen Militär und Zivil

Mittler zwischen Militär und Zivil

  • Reserve
  • Streitkräftebasis
Datum:
Ort:
Sachsen
Lesedauer:
3 MIN

Er ist einer der dienstältesten Reservisten des Landeskommandos Sachsen: Oberstleutnant der Reserve Thomas Leschke leitet seit 2007 das Kreisverbindungskommando Bautzen. Während der Amtshilfe in der Corona-Pandemie ist Leschke als Bauingenieur und Soldat gleichermaßen gefragt.

Ein Soldat vor dem Eingangsschild eines Landratsamtes

Oberstleutnant Thomas Leschke leitet das Kreisverbindungskommando Bautzen in Sachsen

Bundeswehr/Robert Wendler

Sein Ingenieurbüro im ostsächsischen Bautzen dient Oberstleutnant der Reserve Leschke seit Beginn der Pandemie rund um die Uhr als Lagezentrum. Hier liegen neben dem aufgeklappten Bundeswehr-Dienstrechner Bauzeichnungen und Lagepläne für die neuen Straßenbaumaßnahmen. „Direkt von zu Hause aus auch meinen Dienst als Reservist zu erfüllen, hat sich deshalb als am besten praktikabel erwiesen“, erzählt Leschke. Seit 1995 betreibt der studierte Bauingenieur sein Ingenieurbüro. Als Freiberufler mit eigenem Ingenieurbüro ist ihm der Landkreis mit seinen Örtlichkeiten, Einrichtungen und Verwaltung bestens vertraut. Um Bauüberwachung, Bauleitung und den Sicherheits- und Gesundheitsschutz auf Baustellen kümmert er sich unter anderem in seinem Zivilberuf.

Mann der ersten Stunde im Landeskommando Sachsen

Eine Frau und ein Mann in Uniform vor einer Tafel

Amtsärztin Dr. Jana Gärtner berät sich mit Oberstleutnant Leschke.

Bundeswehr/LKdoSN

Im flächengrößten Landkreis Sachsens leitet Oberstleutnant der Reserve Thomas Leschke das Kreisverbindungskommando (KVK) Bautzen seit dessen Indienststellung 2007. Der 58-Jährige war von Anfang an dabei: Als 2007 das Landeskommando Sachsen aus dem Wehrbereichskommando 76 hervorging, wurde er gleich mit der Führung des aus Reservisten bestehenden Beraterteams für den Landkreis Bautzen betraut. „Ich will mich einbringen in die Gesellschaft. Dieses Ehrenamt bei den Streitkräften erfüllt mich sehr. Ich bin stolz darauf, dass ich meinen Beitrag leisten kann und ich möchte jeden dazu anhalten, auch etwas für die Gesellschaft zu tun“, erzählt er von seiner Motivation.

Dienst am Wochenende und zu Feiertagen

Soldaten stehen an Desinfektionstischen im Krankenhaus.

Unter anderem im Krankenhaus in Bautzen half die Bundeswehr während der Corona-Pandemie.

Bundeswehr/Marko Ahrendt

„Seit Beginn der Corona-Pandemie im März 2020 berate und unterstütze ich die Stäbe in meinem Landkreis und koordiniere die Zusammenarbeit mit den Kräften der Bundeswehr. Hoch dynamisch und äußerst flexibel zu sein, darauf kommt es dabei an“, erzählt Leschke. Sein KVKKreisverbindungskommando ist dann oft eine Ein-Mann-Show: „Zu den Kameraden meines Kreisverbindungskommandos halte ich engen Kontakt. Doch der Dienst spielt sich oft am Wochenende, nach Dienstschluss und den Feiertagen ab. Gerade über die Weihnachtsfeiertage war ich im vergangenen Jahr täglich im Dienst, um die Amtshilfeanträge an die Bundeswehr zu koordinieren“, erinnert er sich. „Ich habe alle Anträge für den Landkreis durchgebracht und daran mitgewirkt, dass bei der sehr angespannten Lage im Januar und Februar 2021 auch der Sanitätsdienst der Bundeswehr, eine Mangelressource, bei uns im Krankenhaus Bautzen und im Krankenhaus Bischofswerda zur Amtshilfe eingesetzt wurde“, erzählt er.

In Spitzenzeiten waren im Kreis Bautzen über 100 Kameraden in der Amtshilfe während der Corona-Pandemie eingesetzt. „Bis zu sechs Amtshilfeanträge mussten gleichzeitig bearbeitet werden. Dabei werde ich stets vorbildlich vom Lagezentrum des Landeskommandos Sachsen unterstützt.“

Expertise aus dem Zivilberuf einbringen

Ein Soldat nimmt in einem Lagerraum etwas aus dem Regal.

Soldaten unterstützen während der Corona-Pandemie in sächsischen Krankenhäusern.

Bundeswehr/Marko Ahrendt

Seine Erfahrungen als Bauingenieur kann Leschke nun direkt für die Arbeit als Reservist nutzen: „Für den Aufbau des Impfzentrums in Kamenz, der vom Deutschen Roten Kreuz mit Unterstützung der Bundeswehr und anderer Hilfsorganisationen gesteuert wurde, habe ich den Bauantrag für die Umnutzung der Mehrzweckhalle gestellt. Ich kenne die Verantwortlichen und die Abstimmungswege und weiß, worauf es bei so einem Antrag ankommt“, erzählt Oberstleutnant Leschke.

In den letzten sechs Monaten leistete die Bundeswehr in Sachsen seit Beginn der zweiten Corona-Welle über 500 Mal Amtshilfe, in Gesundheitsämtern bei der Kontaktnachverfolgung, in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen sowie in mobilen Abstrich-Teams – zwischenzeitlich mit über 1.000 Soldaten gleichzeitig.

„Für mich hat dieses Ehrenamt einen besonderen Mehrwert. Ich verstehe mich als Übersetzer zwischen den Welten, denn ich kann meine Erfahrungen aus dem Zivilen und dem Militärischen jeweils einbringen, das macht mich sehr zufrieden.“

von Cornelia Riedel  E-Mail schreiben

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