Zivil-Militärische Zusammenarbeit

Joint Cooperation 2022: Die NATO übt in Nienburg Zivil-Militärische Zusammenarbeit

Joint Cooperation 2022: Die NATO übt in Nienburg Zivil-Militärische Zusammenarbeit

Datum:
Ort:
Nienburg
Lesedauer:
3 MIN

Joint Cooperation 2022: In Nienburg nahmen rund 250 Soldatinnen und Soldaten sowie 75 Zivilisten an der größten CIMICCivil Military Co-Operation-Übung der NATO teil. CIMICCivil Military Co-Operation, die  Zivil-Militärische Zusammenarbeit hat die Spezialaufgabe, Belange der Zivilbevölkerung in einem Einsatzland zu ermitteln und bei der militärischen Planung zu berücksichtigen

Ein CIMIC-Team mit den Fahrzeugen Eagle und Dingo in Garbsen.

Zivil-Militärische Zusammenarbeit: Ein CIMICCivil Military Co-Operation-Team mit den Fahrzeugen Eagle und Dingo in Garbsen. Dort werden Informationen vom real existierenden Bürgermeister der Gemeinde eingeholt.

MN CIMIC Cmd/Bernd Weise

Seit 2009 findet die Übung „Joint Cooperation“, kurz JoCo, statt. Auch in diesem Jahr trainierten unter Führung des Multinational Civil-Military Cooperation Command (MN CIMICCivil Military Co-Operation Cmd) internationale Teams im Landkreis Nienburg sowie in den angrenzenden Landkreisen die Zivil-Militärische Zusammenarbeit. Mit rund 250 Personen ist die JoCo 22 die größte NATO-Übung für CIMICCivil Military Co-Operation (Civil Military Cooperation = Zivil-Militärische Zusammenarbeit). CIMICCivil Military Co-Operation hat in diesem Zusammenhang die Spezialaufgabe, die Bedürfnisse und Belange der Zivilbevölkerung in einem Einsatzland zu ermitteln. Später werden diese dann bei der militärischen Planung berücksichtigt. Geübt wurde bei JoCo 22 unter realen Bedingungen: Zivilpersonen, Institutionen sowie Organisationen aus der Region schlüpften für die Übung in verschiedenste Rollen und bildeten damit Teile der Bevölkerung im fiktiven Einsatzland Altraverdo ab. Diese Akteure fungierten im Rahmen der Übung als Ansprechpartner für die internationalen CIMICCivil Military Co-Operation-Erkundungsteams. Die geführten Rollengespräche bildeten echte Lagen realitätsnah ab, sodass die CIMICCivil Military Co-Operation-Teams auf diese Weise wichtige Informationen sammeln konnten. Diese Informationen wurden dann zusammengefasst, ausgewertet und in ein militärisches Lagebild eingebracht.  

Informationen für ein umfassendes Lagebild gewinnen

Das Übungsszenario „Altraverdo“ bot hinsichtlich der aktuellen, politischen Entwicklungen sowie der Fokussierung auf die Landes- und Bündnisverteidigung eine realitätsnahe Ausbildung aller CIMICCivil Military Co-Operation-Kräfte, insbesondere aber auch für die CIMICCivil Military Co-Operation-Kräfte der NATO-VJTFVery High Readiness Joint Task Force 2023. Die Very High Readiness Joint Task Force (VJTFVery High Readiness Joint Task Force ; deutsch Einsatzgruppe mit sehr hoher Einsatzbereitschaft) ist ein schnell verlegbarer Eingreifverband der NATO, der im Einsatzfall ebenfalls über CIMICCivil Military Co-Operation-Kräfte verfügen wird. Als flexible und effektive Anpassung an die aktuelle Covid-19 Lage wurde Joint Cooperation 2022 in hybrider Form durchgeführt: Die Übungstruppe war vor Ort und digital, aktiv aus dem jeweiligen Heimatland, in das Übungsszenario eingebunden. Neben den realen Gesprächen bei der Feuerwehr, der Polizei oder bei einem Bürgermeister fanden deshalb auch virtuelle Termine statt. So meldete sich etwa ein Übungsteilnehmer aus den USA via Internet und Computer bei einem Rollenspieler im Landkreis Nienburg und sammelte auf diesem Wege seine Gesprächsinformationen, die dann wiederum in das große Lagebild der CIMICCivil Military Co-Operation-Übung einflossen.

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Eine Frau und ein Mann in Flecktarnuniform sprechen, in einem Büro sitzend, mit einer Polizistin.

Ein belgisches CIMICCivil Military Co-Operation-Team spricht mit der Wasserschutzpolizei von Nienburg. Ziel dieser Gespräche: das Sammeln von Informationen, um mit diesen Aspekten ein komplettes Lagebild zu erhalten.

Bundeswehr/Ralf Heberer
Zwei Soldaten stehen mit Flecktarnuniform in einem Waldstück

Rund 250 Soldatinnen und Soldaten aus 18 Nationen sowie 75 Zivilisten nehmen an der größten CIMICCivil Military Co-Operation-Übung der NATO teil. Vor Ort in Nienburg waren auch Kräfte aus Slowenien Teil der Übungstruppe.

MN CIMIC Cmd/Bernd Weiser
Ein gepanzertes, militärisches Radfahrzeug steht an einer Hauswand. Im Hintergrund wir ein Haus eingenebelt.

Während eines Gesprächstermins werden die CIMICCivil Military Co-Operation-Kräfte beschossen. Das CIMICCivil Military Co-Operation-Team gibt, im Zusammenspiel mit den Waffen der Gefechtsfahrzeuge und Nebelkörpern, eine robuste Antwort.

Bundeswehr/Ralf Heberer

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Landkreise als reales Übungsgebiet für CIMICCivil Military Co-Operation-Kräfte

Während der weltweit größten internationalen CIMICCivil Military Co-Operation-Übung wurden in diesem Jahr 157 Rollenspiele und Aktionen sowie spezielle, militärische Fähigkeiten von der Übungstruppe abgerufen. Das „Übungsgelände“ war in diesem Fall kein Truppenübungsplatz, sondern die Landkreise im Bereich von Nienburg. Die Besonderheit: In dieser Übung sind zudem reale Organisationen, Institutionen, Firmen oder Einzelpersonen eingebunden, die sonst kaum in keiner Verbindung zur Bundeswehr stehen. Das macht diese Übung so speziell und einzigartig. Die Rahmenbedingungen versetzten die Teilnehmenden in ein realistisches Szenario. Oberst Andreas Timm, Kommandeur des MN CIMICCivil Military Co-Operation Cmd, brachte es auf den Punkt: „Durch die aktive Mitwirkung und Gestaltung der Übung setzen unsere zahlreichen Rollenspieler Akzente, die es in keiner anderen militärischen Übung weltweit gibt“. Für alle gilt: Die Übungssprache ist Englisch und die geübten Verfahren sind oft trainiert. Innerhalb der CIMICCivil Military Co-Operation Community können so einheitliche Standards über Ländergrenzen hinweg vermittelt, trainiert und erreicht werden.

CIMICCivil Military Co-Operation und militärische Fähigkeiten verbinden

Bei Joint Cooperation 2022 wurden auch reale Krisenszenarien für die CIMICCivil Military Co-Operation-Kräfte dargestellt. Damit konnten robuste und koordinierte Gegenmaßnahmen geübt werden. In einem Übungsabschnitt veränderten sich so beispielsweise die Rahmenbedingungen bei einem Routinetreffen mit Einheimischen in der Form, dass feindliche Kräfte ohne Vorwarnung das Feuer auf ein CIMICCivil Military Co-Operation-Team eröffneten. Dies ist eine Situation, die sich jederzeit in einem Einsatzgebiet ereignen kann. Dabei gilt es Ruhe zu bewahren und oft wiederholte Handlungsabläufe abzurufen. Oder anders formuliert: Es ist ein sogenannter 720-Grad-Ansatz umzusetzen: Neben den CIMICCivil Military Co-Operation-Fähigkeiten ermöglichen es die militärischen Fertigkeiten einen Auftrag zu erfüllen. Mit Übungsende steht bereits fest, dass Joint Cooperation eine neue Auflage im Jahr 2023 erleben wird. Dann übt man, gemäß Übungsanlage von diesem Jahr und auf den CIMICCivil Military Co-Operation-Ergebnissen der JoCo 22 aufbauend, die Zusammenarbeit und das Zusammenspiel von CIMICCivil Military Co-Operation-Kräften mit der NATO-VJTFVery High Readiness Joint Task Force 2023. Natürlich wieder in Nienburg. 

von Ralf Heberer  E-Mail schreiben

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