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Die Kosovo Force (Sprechertext)

Die KFOR: Seit 1999 verhindern auch deutsche Soldaten Kämpfe zwischen Serben und Albanern.

Die Bundeswehr im Kosovo: Seit 1999 ist sie dort im Einsatz und Teil der KFOR, der NATO-geführten Kosovo Force. Sie hilft beim Wiederaufbau, fördert die Rückkehr der Vertriebenen und Flüchtlinge und unterstützt internationale Hilfsorganisationen. Doch wie kam es zu dem Einsatz? Ein Rückblick:

Die seit 1989 andauernden Souveränitätsbestrebungen der in der serbischen Provinz Kosovo lebenden Albaner münden 1997 in einen Guerillakrieg. Albanische Freischärler kämpfen gegen serbische Streitkräfte. Diese gehen mit aller Härte vor und führen ethnische Säuberungen durch. Plünderungen, Folter und Mord sind an der Tagesordnung. Über 150.000 Kosovo-Albaner befinden sich auf der Flucht.

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen fordert die sofortige Einstellung der Feindseligkeiten zwischen den beiden Gruppierungen im Kosovo. Die serbische Sonderpolizei und die Volksarmee Jugoslawiens sollen aus dem Kosovo abziehen.

Die Bemühungen um eine politische Lösung scheitern jedoch. Die NATO führt daraufhin Luftangriffe auf militärische und strategisch wichtige Ziele im Gebiet der Bundesrepublik Jugoslawien durch. Die Bundeswehr nimmt an den Operationen vor allem mit Tornado-Kampfflugzeugen, die von Italien aus starten, teil. Der Militäreinsatz führt zum Erfolg. Die serbisch-jugoslawischen Truppen und deren Sonderpolizei ziehen ab. Ein Friedensplan wird ausgehandelt.

Der UN-Sicherheitsrat verabschiedet daraufhin die Resolution 1244. Sie stellt bis heute die geltende Rechtsgrundlage für den Einsatz der KFOR dar. Sie soll den ausgehandelten Frieden sichern und für Stabilität sorgen.

Der Deutsche Bundestag stimmt am 12. Juni 1999 eine Beteiligung an dem NATO-Einsatz zu. Für die 50.000 Mann starke NATO-Truppe werden bis zu 8.500 Bundeswehrsoldaten bereitgestellt. Aufgrund der positiven Entwicklung in der Region wurde diese Stärke jedoch verringert. Die Mandatsobergrenze liegt heute bei 2.500 Frauen und Männern.

Zu Beginn des Einsatzes besteht die Hauptaufgabe noch darin, den Rückzug der judoslawischen Militär- und Polizeikräfte sowie ein unverzügliches Ende von Gewalt und Unterdrückung zu überwachen. Vor allem die im Kosovo lebende serbische Minderheit ist es nun, die die Rache der albanischen Bevölkerung zu spüren bekommt. Selbst Jahre nach dem Krieg lässt sich immer noch erkennen, wie tief die Wunden zwischen Serben und albanischer Mehrheit gewesen sind.

Soldat: „Hier sehen wir, explizit an dieser abgewrackten Hauswand, ein grünes Dach. Im Laufe dieser Zeit sind diese Häuser mit Masse auch abgebrannt worden, und man hat das Gefühl, beziehungsweise es lässt sich darauf deuten, dass es sich hier systematisch darum gehandelt hat, Gebäude von serbischen Familien zu kennzeichnen.

Inzwischen ist der Kosovo unabhängig. Die Lage hat sich deutlich entspannt. Die KFOR-Soldaten übernehmen heute vor allem polizeidienstliche Aufgaben. Trotzdem ist die Region nicht stabil. Jede Gewalttat könnte eine Kettenreaktion auslösen. Der Einsatz der KFOR-Soldaten ist nach wie vor gefragt.

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Stand vom: 03.12.13


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