Die Marine im Gebirge

Die Marine im Gebirge

  • Podcast
  • Bundeswehr
Datum:
Ort:
Norwegen
Lesedauer:
2 MIN

Marineinfanteristen müssen in jedem Terrain kämpfen können und zum Beispiel über Steilküsten direkt in die Berge vordringen. Deshalb trainiert das Seebataillon in Norwegen den infanteristischen Kampf und das Überleben im Gebirge. Redakteurin Barbara Gantenbein war für diesen Podcast dabei.

Marineinfanteristen müssen in jedem Terrain kämpfen können, auch an Steilküsten. Deshalb trainiert das Seebataillon in Norwegen den infanteristischen Kampf und das Überleben im Gebirge. Redakteurin Barbara Gantenbein war für diesen Podcast dabei.
Audio-Transkription

Joint Mountain Training heißt die Ausbildung, für die das Seebataillon nach Norwegen gereist ist. Es übt gemeinsam mit den niederländischen Marinekameraden vom Korps Mariniers, der niederländischen Eliteeinheit. 2024 wollen beide Länder zusammen der NATO eine amphibische Einsatzgruppe, die Amphibious Task Group (ATGAmphibious Task Group), zur Verfügung stellen.

Weltweit schnell einsatzbereit

Der große Vorteil einer ATGAmphibious Task Group ist, dass sie sehr schnell weltweit einsetzbar ist. Sie hat einen expeditionellen Charakter, das heißt, sie funktioniert militärisch, logistisch und medizinisch auf sich allein gestellt. Deshalb tragen die Soldatinnen und Soldaten ihre komplette Ausrüstung inklusive Waffen, Munition, Nahrung, Wasser und Zelten bei sich. Pro Personen kommen so etwa 40 Kilo Gepäck zusammen. Hauptaufgaben einer ATGAmphibious Task Group sind: Hilfe bei humanitären Einsätzen, Evakuierungsoperationen sowie das Anlanden von Kräften gegen Widerstand.

Infiltrieren, Marschieren, Schießen

Beim Joint Mountain Training üben die Soldatinnen und Soldaten alles, was sie im Gebirge brauchen, um zu überleben und erfolgreich zu kämpfen. Neben dem unentdeckten Infiltrieren eines Zielgebietes wird vor allem viel marschiert. Bergauf, bergab, weit weg von jeglicher Zivilisation und natürlich querfeldein. Aber auch das Schießen bergauf gehört zur Ausbildung. Auf eine Kampfentfernung von 600 Metern steht das Ziel dabei etwa 150 Meter oberhalb der Schützen. Der Höhenwinkel ist für viele Marinesoldaten ungewohnt. In Norwegen trainieren sie mit G36, MG3, MG4 und MG5 – und das auch noch gegen die Sonne.

Abseilen und Gewässer überqueren

Schwere Kletterseile hat jede Gruppe dabei. Damit seilt die Truppe sich über 50 Meter tief ab und überquert Gewässer mit kräftiger Strömung. Dabei ist Koordination und Schnelligkeit gefragt, denn am Seil sind die Soldaten ein leichtes Ziel für ihre Feinde. Es gibt zwei Methoden, um am Seil über das Wasser zu kommen: den Kommando-Crawl und den Bärenhang. Beim Kommando-Crawl robbt der Soldat über das Seil mit Sicht nach vorn. Beim Bärenhang, der hier trainiert wird, hängt er im Klettergurt unter dem Seil, hat die Beine darauf oder auf seinem Rucksack, und zieht sich mit den Armen am Seil entlang übers Gewässer.

Biwak und Patrol Harbor

Übernachtet wird beim Joint Mountain Training entweder im Biwak oder in Cold Weather Tents, also flachen, sehr stabilen Zelten. Beim Biwakieren muss die Truppe ihre Notunterkunft selbst bauen: Aus Baumstämmen, Ästen, Moos und Zeltplanen entsteht dann ein Wind- und Wasserschutz. Das Feuer wird so positioniert, dass es möglichst nicht zu sehen ist und außerdem gut wärmt. Die Soldatinnen und Soldaten arbeiten zudem bei allen Tätigkeiten so leise wie möglich, um unentdeckt zu bleiben.

Vom Patrol Harbor aus beobachten sie Feindbewegungen und sammeln so viele Informationen wie möglich, zum Beispiel über Anzahl, Bewaffnung oder Fahrzeuge der feindlichen Kräfte.

Das Joint Mountain Training dauert mehrere Wochen und endet mit einer großen Abschlussübung, in der alle erlernten Fähigkeiten gebraucht werden.

von Barbara Gantenbein