Luftbildauswertung – geheim und wichtig

Luftbildauswertung – geheim und wichtig

  • Podcast
  • Bundeswehr
Datum:
Ort:
Berlin
Lesedauer:
3 MIN

Brücken, Industrieanlagen, Großgerät – in vielen Bereichen ist die Luftbildauswertung unverzichtbar, auch für die Sicherheit der Soldatinnen und Soldaten in verschiedenen Missionen. Marlin und Nadine gehören zur Luftbildstaffel in Jagel. Sie geben im Funkkreis Einblicke in die Ausbildung und den Arbeitsalltag – sofern es die Geheimhaltung zulässt.

Im Funkkreis erzählen Nadine und Marlin von ihrer Arbeit in der Luftbildstaffel. Auch wenn einige Dinge der Geheimhaltung unterliegen, geben sie einen Einblick in ihren Alltag, die Ausbildung und warum die Luftbildauswertung so bedeutungsvoll ist.
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Über die Arbeit privat mit Familie oder Freunden sprechen? Das ist für Luftbildauswerterinnen und Luftbildauswerter kaum möglich. Die Daten und Erkenntnisse unterliegen einer strengen Geheimhaltung. Nadine und Marlin* sind hierbei eine Ausnahme. Die Soldatin und der Soldat sind verheiratet. So können sie sich auch unter vier Augen privat über Gesehenes und Erlebtes austauschen. Das Paar fand aber schon zueinander, bevor es zu Kamerad und Kameradin wurde. „Zehn Jahre sind wir schon zusammen“, berichtet Nadine. Sie ist später zur Bundeswehr gegangen als ihr Ehemann Marlin. Dieser war zu dem Zeitpunkt schon in der Luftbildstaffel des Taktischen Luftwaffengeschwaders 51 „Immelmann“ in Jagel aktiv. „Ich hatte eine ungefähre Vorstellung, was dort gemacht wird. Und ich fand es interessant. Deswegen habe ich mich auch für die Luftbildauswertung entschieden“, sagt Nadine.

Teamfähigkeit und Konzentration

Im Gespräch mit Redakteurin Amina Vieth erläutert sie im Podcast Funkkreis, welche Voraussetzungen für diesen Dienstposten erfüllt sein müssen. Wichtig sei beispielsweise eine Ausbildung, „die von der Bundeswehr anerkannt wird“, so Nadine. Das könnte unter anderem eine Ausbildung zur Bürokauffrau oder zum Bürokaufmann sein. Verfügt man nicht über eine entsprechende Lehre, kann diese bei der Bundeswehr nachgeholt werden. Das nennt sich ZAW – Zivile Aus- und Weiterbildung.

Natürlich kommt noch die militärische Ausbildung in der Feldwebellaufbahn und die Ausbildung für die Luftbildauswertung hinzu. „Die reine Fachausbildung dauert etwa ein Jahr“, berichtet Nadine. In welchen Kategorien die Soldatinnen und Soldaten geschult werden und wie nachher eine Spezialisierung erfolgt, erklärt das Ehepaar im Funkkreis. Fest steht: „Konzentrations- und Teamfähigkeit sind Voraussetzungen, um überhaupt als Luftbildauswerter beziehungsweise Luftbildauswerterin zu arbeiten. Ohne das geht es nicht.“

Immer ganz nah dran und mittendrin

Ihre Dienste sind von besonderer Bedeutung im In- und Ausland. Die meiste Arbeit erfolgt von Jagel aus, dem Sitz der Luftbildstaffel. Hier werden Bilder aus den Missionen und Auslandseinsätzen angeliefert und professionell ausgewertet. Marlin erläutert den Fall anhand einer Brücke. „Wenn die Soldatinnen und Soldaten auf ihrem Weg eine Brücke überqueren müssen, schauen wir uns diese genau an. Dazu stimmen wir uns mit dem Piloten ab, was für Aufnahmen wir genau dafür brauchen.“

Amtshilfe bei Bränden und Hochwassern

Marlins Wunsch war es, Pilot zu werden. Das hat nicht geklappt. Seine Erfüllung hat er dennoch mit seiner jetzigen Arbeit gefunden. „Wir sitzen zwar nicht mit im Flugzeug, aber wir fliegen immer mit. Wir können alles sehen“, betont er. Damit sind die Frauen und Männer der Luftbildauswertung immer mittendrin. Was allerdings auch belastend sein kann, wie Marlin, der auch im Auslandseinsatz in Afghanistan war, im Podcast erläutert.

Nicht nur militärische, sondern auch zivile Kräfte werden von der Luftbildstaffel unterstützt, und zwar im Zuge der Amtshilfe. „Bei Bränden und Hochwasser helfen wir beispielsweise. Da können wir den Kräften vorn gute Hinweise geben, wie der Feuerwehr oder anderen Rettungskräften“, erklärt Marlin.

* Namen zum Schutz gekürzt.

von Amina Vieth

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