Ein Hauch American Football im Hubschrauberhangar

Ein Hauch American Football im Hubschrauberhangar

Datum:
Ort:
Masar-i Scharif
Lesedauer:
3 MIN

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American Football im Hubschrauberhangar, ¬wie soll das denn gehen? Zum einen dürften die Ausmaße eines Football-Spielfeldes die eines Hangars deutlich überschreiten. Zum anderen könnten wuchtige Tacklings oder nicht ankommende Pässe zu Schäden an startbereit abgestellten Fluggeräten und damit zu verheerende Folgen für die Einsatzbereitschaft der Hubschrauber führen. Und trotzdem ist es auch im Einsatz in Afghanistan möglich, sich für ein anspruchsvolles Hobby, wie dem Spiel in einer American Football Mannschaft, fit zu halten.

Ein sehr anspruchsvoller Job

Zwei Soldaten stehen mit Mund-Nasen-Schutz neben einem Hubschrauber und unterhalten sich

Von den Erfahrungen der Älteren lernen: Zugführer, Hauptmann Thomas K. gibt wertvolle Tipps

Bundeswehr/Detlef Schachel

Zum Camp Marmal im Norden Afghanistans gehört ein Flugfeld auf dem sich mehrere Hangars befinden. Es handelt sich dabei um stabile Leichtbauhallen aus Aluminium mit weißen Planen. Die Grundfläche bemisst sich auf circa 60x60 Meter. An den Seitenwänden eines der Hangars reihen sich verschiedene Bereiche, darunter die Strukturwerkstatt, die Fehlerauswertung, eine Zone für die Materialbereitstellung sowie die Einsatzsteuerung. Auch ein Pausenbereich mit Tischen und Stühlen befindet sich dort. Hier kann über einen Beamer das aktuelle Fernsehprogramm auf die Hangarwand projiziert werden. Im zentralen Bereich des Hangars stehen mehrere Hubschrauber vom Typ NH90, die meisten startbereit. Die Schutzwesten liegen griffbereit.

Teamarbeit und Präzision sind hierbei maßgeblich

Ein hockender Soldat mit Mund-Nasen-Schutz und Bauarbeiterhelm gibt mit der rechten Hand ein Zeichen nach unten

Der nach unten gerichtete Zeigefinger bedeutet für den Kranfahrer, die Last abzulassen. Hier arbeitet ein eingespieltes Team

Bundeswehr/Detlef Schachel

Die Arbeit der Männer und Frauen des luftfahrzeugtechnischen Bereiches um Zugführer Hauptmann Thomas K. bildet die Grundlage für den störungsfreien Flug der Maschinen und damit für den Erfolg einer Mission. „Wir haben hier ein sehr gutes Team“, lässt der erfahrene Offizier wissen. Er lässt keinen Zweifel an der Qualität seiner Truppe aufkommen. Die fliegenden Besatzungen haben Vertrauen in die Arbeit der Soldatinnen und Soldaten ihrer Bodencrew. Als Fluggerätmechaniker für den NH90 ist Stabsunteroffizier Lucas S. einer von ihnen.v

Hohe Qualitätsstandards sorgen für Sicherheit

Drei Soldaten stehen auf dem hinteren Teil eines Hubschraubers und setzen das Abdeckteil ein, das an einem Kran hängt

Nach der Inspektion wird die Verkleidung wieder aufgesetzt – Teamarbeit ist hier unverzichtbar

Bundeswehr/Detlef Schachel

Zusammen mit zwei Kameraden und der Unterstützung eines Kranes setzen sie eine große Abdeckung am hinteren Teil eines der Hubschrauber wieder auf. „Wir haben gerade die Inspektion nach 100 Flugstunden durchgeführt“, berichtet Lucas. Dabei wurde die Heckrotorwelle ausgetauscht. Alle Arbeiten am Hubschrauber werden sorgfältig dokumentiert, „zudem gibt es das Mehraugen-Prinzip“, verweist der 28-jährige Stabsunteroffizier auf die hohen Qualitätsstandards. Demnach nimmt der Meister die Arbeit der Mechaniker ab, bei Bedarf erfolgt eine weitere Abnahme durch einen Gutachter.

Beruf und Hobby lassen sich vereinbaren

Ein Soldat in Bundeswehr T-Shirt steht an einem Hubschrauber und arbeitet mit einem Schraubendreher

Die Arbeiten an den Hubschraubern müssen perfekt ausgeführt werden und erfordern volle Konzentration der Mechaniker

Bundeswehr/Detlef Schachel

Stabsunteroffizier Lucas S. ist seit Anfang 2015 bei der Bundeswehr. Die Luftfahrt hat ihn schon immer interessiert, kein Wunder, ist sein Vater doch Hobbypilot. Als ihm die Bundeswehr das Transporthubschrauberregiment 30 in Niederstetten in Baden-Württemberg als Dienstort vorschlug, inklusive einer Ausbildung zum Fluggerätmechaniker, hat er nicht lange gezögert. „Schließlich sind es bis zu meinem Wohnort Schwäbisch Hall nur rund 50 Kilometer, da kann ich täglich pendeln“, beschreibt er einen wichtigen Beweggrund für diese Entscheidung. So kann Lucas auch seinem Hobby weiter aktiv nachgehen. Er spielt seit Ende 2007 bei den Schwäbisch Hall Unicorns in der 1. Bundesliga American Football.

Train hard, play harder“

Ein Mann hält mit weit gespreizten Beinen und vorgebeugtem Oberkörper einen American Football in den Händen

Die Arbeit mit dem American Football steht für Lucas nach dem Dienst auch im Camp Marmal in Afghanistan auf dem Trainingsplan

Bundeswehr/Detlef Schachel

Ein Kumpel hatte ihn einst zu einem Spiel mitgenommen und so die Leidenschaft für diesen körperlich anspruchsvollen Mannschaftssport in ihm geweckt. Inzwischen stand er mit seinem Team mehrfach in Endspielen um die deutsche Meisterschaft, 2012 gelang sogar der Sieg. Sein Meisterschaftsring aus diesem Jahr trägt das Motto „Train hard, play harder“. Lucas sieht eine ganze Reihe von Parallelen zwischen seinem Sport und seinem Beruf. „In beiden hat nur die Arbeit im Team Erfolg“, sagt er spontan. „Und ein hohes Maß an Perfektion gehört ebenfalls dazu“, ergänzt er wenig später. Dies träfe auf die perfekte Durchführung der Arbeiten an den Hubschraubern ebenso zu, wie bei der Ausführung von einstudierten Spielzügen beim American Football gemäß dem jeweiligen Playbook.

Training nach dem Dienst gibt Ausgleich

Ein Mann in ziviler Sportkleidung zieht einen an einem Seil befestigen LKW-Reifen auf sich zu

Der COVID-19Coronavirus Disease 2019 bedingt errichtete Outdoor-Sportpark bietet vielfältige Möglichkeiten für ein abwechslungsreiches Training

Bundeswehr/Detlef Schachel

Es ist Abend im Camp Marmal geworden. Das Thermometer zeigt nur wenige Grad über Null an, zudem ist es recht windig. Nur wenige der Soldatinnen und Soldaten treibt es bei diesem Wetter in den Outdoor-Sportpark des Camps. Stabsunteroffizier Lucas S. ist regelmäßig hier. „Bei schlechtem Wetter frage ich mich manchmal schon, was ich hier eigentlich mache“, erzählt er sehr ehrlich. Jedoch will er auch im Einsatz körperlich fit bleiben, um danach rasch wieder in den Spielbetrieb seines Teams einzusteigen. Um die befohlenen Hygiene- und Gesundheitsschutzmaßnahmen in Bezug auf die COVID-19Coronavirus Disease 2019 Pandemie im Camp Marmal einzuhalten, wurden die Indoor-Sporteinrichtungen geschlossen und als Alternative für Sportaktivitäten ein Outdoor Sportpark errichtet.


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Auch im Camp Marmal trainiert Lucas regelmäßig.


von Detlef  Schachel

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