Beratung für die Ausbildung der Afghanischen Armee

Beratung für die Ausbildung der Afghanischen Armee

Datum:
Ort:
Masar-i Scharif
Lesedauer:
3 MIN

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Das Camp Marmal ist ein Feldlager in Afghanistan am Fuße des Marmalgebirges, südöstlich der Wüstenstadt Masar-i Scharif. In 20 Kilometern Entfernung, am westlichen Stadtrand, befindet sich das Regionale Militärische Trainingscenter (RMTCRegional Military Training Center) der Afghanischen Armee (ANAAfghan National Army). Auf dem Weg aus dem Camp zu dieser afghanischen Ausbildungseinrichtung überfliegt ein Beraterteam aus österreichischen und deutschen Soldaten der NATONorth Atlantic Treaty Organization-Mission Resolute Support regelmäßig das städtische Gebiet mit dem Hubschrauber. Am Ziel angekommen, beraten und unterstützen sie nach Kräften.

Aus dem Bullauge eines Hubschraubers scheint die Sonne durch die Wolken auf die von Schnee überzogene Stadt am Boden

In Afghanistan verdrängt im Winter klirrende Kälte die sengende Hitze des Sommers

Bundeswehr/Andre Kanzler

Der ohrenbetäubende Lärm der Rotorblätter lässt jegliches andere Geräusch verstummen. Der Schnee reflektiert die morgendlichen Sonnenstrahlen. Durch das Bullauge des Hubschraubers machen die geblendeten Augen der Soldaten eine von Kälte geprägte Wüstenstadt aus. Der Flug über das urbane Gelände von Masar-i Scharif dauert nur zehn Minuten. „Per Bodentransport benötigen wir rund eine Stunde durch den Stadtverkehr und binden wesentlich mehr Personal und Fahrzeuge“, erklärt der österreichische Offizier Hauptmann David W. vor dem Abflug. Er berät den Kommandeur und seinen Stab bei der Ausbildungsplanung, Verwaltung und Führung des RMTCRegional Military Training Center.

Nach der Landung

In den frühen Morgenstunden landet der Hubschrauber in einem extra gesicherten Bereich. Der Abwind der Rotorblätter zerrt die Passagiere förmlich aus dem warmen Inneren des Hubschraubers in die eiskalte, schneebedeckte Landschaft. 25 Kilogramm Ausrüstung und beißende Minusgrade sind an diesem Vormittag der ständige Begleiter. Niederländische Soldaten übernehmen die Sicherung vor Ort. Hauptmann David W. bekommt einen von ihnen zugewiesen, dieser Soldat ist heute für seine persönliche Sicherheit verantwortlich. „Damit ich mich auf meine Beratungstätigkeit voll konzentrieren kann, brauche ich jemanden, der die ganze Zeit ein Auge auf die Umgebung hat“, berichtet David W., bevor er sich an das Steuer eines gepanzerten Zivilfahrzeuges setzt.

Beratung auf Augenhöhe

Zwei Soldaten und ein Zivilist sitzen an einem Tisch und blicken gemeinsam auf ein Dokument

Ein Sprachmittler übersetzt die englischen Worte des österreichischen Soldaten

Bundeswehr/Andre Kanzler

Keine zehn Minuten später befindet sich der österreichische Hauptmann in einem Gespräch mit dem Executive Officer des RMTCRegional Military Training Center, dem afghanischen Offizier Oberstleutnant Karimi. Dieser ist unter anderem für die Organisation und Planung der Ausbildung zuständig. Nach einer herzlichen Begrüßung besprechen sie eine mögliche Optimierung der Struktur des RMTCRegional Military Training Center und der dort stattfindenden Lehrgänge.

Das Selbstbewusstsein und die Selbstständigkeit der Afghanischen Armee zu stärken ist dabei das oberste Ziel der Beratung. „Meine Aufgabe ist es nicht, alles umzukrempeln. Vielmehr möchte ich Veränderungen initiieren, um so gemeinsam die Qualität der Ausbildung zu steigern und eine Kontinuität bei der Durchführung sicherzustellen“, beschreibt Hauptmann David W. seine Arbeitsweise. Nach dem intensiven Austausch im Büro machen sich beide Offiziere ein Bild von der Durchführung der Ausbildung auf dem Übungsgelände.

Das Lehrgangsangebot

In der Mitte arbeitet ein Soldat mit einem Metalldetektor, um ihn herum stehen Soldaten und schauen zu

Mit dem Metalldetektor können eingegrabene Sprengsätze gefunden werden

Bundeswehr/Andre Kanzler

Artilleristen, Sanitäter oder Sprengstoffexperten – das RMTCRegional Military Training Center bietet für die afghanischen Soldatinnen und Soldaten ein breites Angebot an Lehrgängen. Für jeden neuen Rekruten geht es aber zunächst für zwölf Wochen in das Basic Warrior Training, eine Grundausbildung, wie sie auch in Deutschland verpflichtend durchlaufen wird. Danach trennt sich die Spreu vom Weizen. Nur die Besten schaffen es in die Gruppenführerausbildung und damit in eine Führungsposition. Zwischen sechs und zwölf Wochen dauern die hier angebotenen Lehrgänge. Das enorme Angebot lässt aber auch viel Verbesserungspotenzial zu.

„Ich schaue mir an, was und wie hier ausgebildet wird, und schlage direkt Verbesserungen vor. Die afghanischen Vorgesetzten sind meistens dankbar für die Ideen“, erzählt Hauptmann David W. Dann verabschiedet er sich von seinem afghanischen Partner, Oberstleutnant Karimi, und tritt den Rückweg an. Im Camp Marmal stellt er seinem Vorgesetzten, einem deutschen Oberst, die umgesetzten Verbesserungen vor. Ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung eines sicheren Afghanistans.

  • Aus der Tür eines Hubschraubers steigen Soldaten aus und bewegen sich in Reihe von ihm weg

    In einem gesicherten Bereich werden die Soldaten abgesetzt

    Bundeswehr/Andre Kanzler
  • Zwei Soldaten befinden sich im Auto, durch die Frontscheibe erkennt man afghanische Soldaten im Gelände

    Mit einem gepanzerten Zivilfahrzeug fährt David W. auf dem Gelände des RMTCRegional Military Training Center zur Ausbildung der Rekruten

    Bundeswehr/Andre Kanzler
  • Vier Soldaten stehen im Vordergrund im Kreis, im Hintergrund sitzen afghanische Soldaten

    Der österreichische Soldat verschafft sich gemeinsam mit seinen afghanischen Partnern im Gelände ein Bild von der Ausbildungsmethodik

    Bundeswehr/Andre Kanzler
  • Ein Unterrichtsraum mit mehreren Soldaten, vorne auf dem Tisch Funkgeräte

    In einem der Lehrgänge werden die Soldatinnen und Soldaten an Funkgeräten ausgebildet

    Bundeswehr/Andre Kanzler
  • In einem Hubschrauber sitzen sich Soldaten gegenüber und schauen aus den Fenstern

    Geschafft: Mit dem Hubschrauber geht es am Nachmittag zurück

    Bundeswehr/Andre Kanzler
von Andre Kanzler

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