Seit Beginn des MINUSMAMission Multidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali-Einsatzes der Bundeswehr in Mali war die malische Hauptstadt Bamako das Drehkreuz für Material und Personal ins und aus dem Einsatzland. Zukünftig wird diese Rolle der Lufttransportstützpunkt im nigrischen Niamey übernehmen. Ein Besuch bei den Soldatinnen und Soldaten, die noch wenige Wochen in Bamako bleiben.

Ein deutscher Soldat mit Warnweste läuft auf dem Vorfeld des Flughafens Bamako entlang, hinter ihm ein Transportflugzeug

Während des Beladens pendelt Oberstabsgefreiter Marco K. ständig zwischen dem Flugzeug und dem Material auf dem Vorfeld

Bundeswehr/Claas Gärtner

Wer den Oberstabsgefreiten Marco K. bei seiner Arbeit begleiten will, braucht vor allen Dingen eins: Kondition. Gerade unterhält sich der 37-Jährige noch an der Heckrampe des Airbus A400M mit dem Lademeister des Flugzeugs, eine Sekunde später ist er schon wieder auf dem glühend heißen Vorfeld des Flughafens von Bamako unterwegs. Marco K. ist Soldat in der Luftumschlaggruppe der Einsatzzentrale Basislogistik am malischen Hauptstadtflughafen und einer von 30 verbliebenen Soldatinnen und Soldaten im Camp Bifrost, einem ehemaligen norwegischen Feldlager unweit der Start- und Landebahn. Gemeinsam mit seinen drei Kameraden der Gruppe ist er für den Materialtransport beim Abzug der deutschen Kräfte aus Bamako verantwortlich. 

Seit zehn Jahren ist Oberstabsgefreiter Marco K. Luftumschlagsoldat – und zwar mit Herzblut. „Meine Leidenschaft sind Flugzeuge, egal ob A400M, An124, C-160 – die sind alle faszinierend“, erklärt der zweifache Familienvater. Der Airbus A400M ist das große Transportflugzeug der Bundeswehr, die Antonow 124 ist ein durch die Bundeswehr angemietetes Schwerlastflugzeug und die C-160 ist in der Bundeswehr besser als Transall bekannt. Sie ist selbst nach ihrer Außerdienststellung im November 2021 noch eine Legende. Aber für Legenden hat Marco K. heute keine Zeit: Rund 13 Tonnen Fracht müssen in den wartenden Airbus eingeladen werden. Zielort: die deutschen Standorte in Gao und Niamey.

Fachwissen für die Sicherheit

Ein deutscher Soldat mit Warnweste läuft neben einem Gabelstapler

Das Beladen des Flugzeugs mit dem Gabelstapler ist Teamarbeit

Bundeswehr/Claas Gärtner

Die teilweise sperrigen Gepäcke warten schon fest verzurrt auf sieben Heavy Cargo Units, kurz: HCU, auf dem Vorfeld des Flughafens. Eine HCU ist eine standardisierte Palette für Frachtflugzeuge mit speziellen Ösen, an denen die Spanngurte und Netze zur Ladungssicherung befestigt werden können. „Bis zu 4,5 Tonnen Fracht können wir pro HCU transportieren“, erklärt Oberstabsgefreiter Marco K. „Die Ladung luftsicher zu packen, ist dabei manchmal wie Tetris spielen.“ Bis zu einer Stunde ist die Luftumschlaggruppe manchmal damit beschäftigt, eine HCU zu packen. „Dabei ist es wichtig, die Ladung so zu sichern, dass sie unter keinen Umständen während des Flugs verrutschen kann.“ Im Durchschnitt zweimal pro Woche kommt ein A400M nach Bamako, für große Ladungen ab und zu auch mal die Antonow.
Dann muss Marco K. auch schon wieder los, der Lademeister hat ihm die Reihenfolge genannt, in der die HCUs eingeladen werden sollen. Mit seinem Notizbuch flitzt Marco K. um die Paletten auf den kleinen Wagen herum, mit ihm Schritt zu halten, ist nahezu unmöglich. Schon winkt er den großen Gabelstapler heran, die nächste Palette muss zum Flugzeug.

Zukünftig Niamey

Luftumschlagzug

Luftumschlagsoldat Marco K. am Steuer des Mulag: ein Spezialfahrzeug für den Materialtransport an Flughäfen

Bundeswehr/Claas Gärtner

Lange Zeit kamen Personal und Material für den Einsatz in Mali an und wurden durch das Team vor Ort abgefertigt. Seit Beginn des Jahres übernimmt der Lufttransportstützpunkt Niamey nach und nach diese Aufgabe. Dazu entstanden im Camp des Stützpunkts am Rand der nigrischen Hauptstadt weitere Unterkünfte, an Abfertigungsgebäuden laufen die letzten Arbeiten. Bis Anfang März soll der Umzug aller Luftumschlagkräfte abgeschlossen sein – zwei Soldaten werden dann in Gao, die zwei anderen in Niamey ihren Dienst verrichten. Das Material wird dazu mit dem Flugzeug, aber auch auf dem Land- und Seeweg transportiert.

Für Marco K. ist das kein Thema. „Ich mache meine Aufgabe hier so lange, wie man mich braucht“, sagt er, während er – vollbepackt mit Holzklötzen – neben einem Gabelstapler mit Material aus dem A400M läuft. Diese Einstellung hat ihn schon in mehrere Einsätze geführt: Zweimal war er bei der Marineoperation UNIFILUnited Nations Interim Force in Lebanon, einmal in Djibouti am Horn von Afrika. Vor seinem Einsatz in Bamako war er zudem bei der MINUSMAMission Multidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali-Mission in Gao. Seine zivile Ausbildung als Fachkraft für Lagerlogistik hilft ihm bei seinem Auftrag.

Der Gabelstapler mit der HCU ist mittlerweile zum Stehen gekommen. Routiniert legt Marco K. die Holzklötze unter die graue Palette. Dann ist er schon wieder unterwegs, um den Gabelstapler einzuweisen, denn jetzt beginnt das Team damit, das Flugzeug zu beladen. Insgesamt rund 13 Tonnen Material sollen heute noch Bamako verlassen. Nach nicht einmal einer Stunde wird Marco K. zufrieden auf dem Vorfeld stehen, während sich die Propeller des A400M zu drehen beginnen.

  • Ein kleines weißes Spezialfahrzeug zieht mehrere niedrige Anhänger mit Material auf einer staubigen Straße

    Wenn das Flugzeug im Anflug ist, macht sich Oberstabsgefreiter Marco K. mit seinem Mulag auf den Weg, um das Material auf dem Vorfeld bereitzustellen

    Bundeswehr/Claas Gärtner
  • Ein Soldat mit Warnweste prüft die Ladungssicherung bei einer Palette, auf der graue Metallstempel stehen

    Auch sperrige Güter bereitet Oberstabsgefreiter Marco K. für den Lufttransport vor

    Bundeswehr/Claas Gärtner
  • Ein Gabelstapler setzt Paletten mit Kisten mit einem roten Kreuz ab

    Die Bundeswehr in Bamako transportiert auch Material für andere MINUSMAMission Multidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali-Nationen, wie hier für belgische Kontingentangehörige

    Bundeswehr/Claas Gärtner
  • Ein Soldat im T-Shirt mit Deutschlandflagge reißt von einer Rolle Gefahrgutaufkleber ab

    Für den Transport von Gefahrgut in Flugzeugen gelten besondere Vorschriften, welche die Soldatinnen und Soldaten der Luftumschlaggruppe beachten müssen

    Bundeswehr/Claas Gärtner
  • Ein Soldat trägt eine Warnweste mit der Aufschrift Movement Control DEU, dahinter weist ein Soldat einen Gabelstapler ein

    Das Team der Luftumschlaggruppe übernimmt die gesamte Luftfrachtlogistik am Flughafen Bamako

    Bundeswehr/Claas Gärtner
  • Ein Soldat mit Warnweste trägt Holzklötze, im Hintergrund ist ein Frachtflugzeug zu erkennen

    Als Flugzeugfan ist Marco K. als Teil der Luftumschlaggruppe auf dem Vorfeld am Flughafen Bamako ganz in seinem Element

    Bundeswehr/Claas Gärtner
von Claas Gärtner

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