Helden im Schutzanzug

Lebensretter: NATO-Soldaten trainieren in Litauen die Dekontamination von Verwundeten

Lebensretter: NATO-Soldaten trainieren in Litauen die Dekontamination von Verwundeten

Datum:
Ort:
Gaižiūnai
Lesedauer:
2 MIN

Für die ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehr- und Sanitätskräfte der multinationalen NATO-Battlegroup in Litauen stand ein besonders wichtiges Thema an: die Dekontamination von verwundeten Soldatinnen und Soldaten. Dabei müssen im Ernstfall alle Handgriffe sitzen.

Mehrere Soldaten in Schutzanzügen nehmen einen Verwundeten auf einer Trage aus einem Fahrzeug entgegen

Ein ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-kontaminierter Verwundeter wird in einem Sanitätsfahrzeug zur Dekontaminationseinrichtung gebracht

Bundeswehr/PAO eFP

Die Übung beginnt: Ein ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-kontaminierter Verwundeter wird mit einem GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug Boxer in der Sanitätsvariante zur Dekontaminationseinrichtung gebracht. Jetzt ist volle Konzentration gefragt. Der Patient muss schnellstmöglich von Gefahrenstoffen befreit und für die Weiterversorgung stabilisiert werden.

In der mobilen Einrichtung muss das Sanitätspersonal gemeinsam mit den ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrkräften gewährleisten, dass Kampfstoffe nicht in medizinische Bereiche gelangen. Die Zusammenarbeit der ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehr- und der Sanitätskräfte der multinationalen NATO-Battlegroup der enhanced Forward Presence (eFPenhanced Forward Presence) in Litauen muss regelmäßig trainiert werden, um einen reibungslosen Ablauf im Ernstfall gewährleisten zu können.

Die Soldatinnen und Soldaten transportieren den Patienten auf einer Feldtrage aus dem GTKGepanzertes Transport-Kraftfahrzeug Boxer zur ersten Behandlungsstation. Zu diesem Zeitpunkt wurden bereits alle relevanten Informationen über den Patienten an das nachfolgende Personal übermittelt.

Helden im Schutzanzug – Schnelle Behandlung

Im ersten Schritt wird eine Sichtung durchgeführt, bei der die Verwundungen des Soldaten untersucht und priorisiert werden. „Die Sichtungen, bei mehreren Verletzten die Triage, sind der entscheidende Schritt, um eine effektive und geordnete Behandlung und Evakuierung sicherzustellen“, erklärt ein Soldat der Sanitätskräfte. „Unsere Priorität liegt darin, die schwerstverwundeten Patienten schnellstmöglich zu versorgen.“ Als Nächstes folgt die medizinische Erstversorgung, bevor die eigentliche Dekontamination beginnt. Eine Wundversorgung findet in dieser Phase allerdings nur statt, wenn der Patient unbedingt stabilisiert werden muss.

Unter schwierigen Bedingungen arbeiten die ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehr- und die Sanitätskräfte ihr Schema ab. Während des gesamten Verfahrens tragen die Soldatinnen und Soldaten ihre ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Schutzausstattung. „Unter Vollschutz ist die physische und kognitive Belastung für die Soldatinnen und Soldaten natürlich enorm. Der Körper verliert mehr Flüssigkeit und die Feinmotorik ist durch die Schutzhandschuhe ebenfalls eingeschränkt“, so der Zugführer der ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrkräfte. Aber sicher ist: Der Eigenschutz ist unerlässlich.

Nach der medizinischen Erstversorgung wird der Patient entkleidet und gründlich gereinigt. „Die Sicherheit unserer Truppen steht immer an erster Stelle, durch die effektive Dekontamination minimieren wir das Risiko einer sogenannten Kontaminationsverschleppung“, so ein Teilnehmer der Übung. Nach Abschluss dieser Maßnahmen folgt die abschließende Behandlung in der letzten Station. „Der Verwundete ist hier unter dauerhafter Beobachtung, bis er in eine weitere Sanitätseinrichtung transportiert werden kann“, so ein Teilnehmer der Übung.

Mehrere Soldaten in ABC-Schutzanzügen transportieren und versorgen zwei verwundete Soldaten

Ein kontaminierter Patient wird mit lebensrettenden Sofortmaßnahmen versorgt. Die Sanitäter arbeiten gemeinsam mit den ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrkräften zusammen, um ihre Kameradinnen und Kameraden bestmöglich zu behandeln.

Bundeswehr/PAO eFP

Es geht um das Leben ihrer Kameradinnen und Kameraden

Vor allem im multinationalen Umfeld muss die Kommunikation stimmen. Darum ist es unerlässlich, Ausbildungen wie diese auch in englischer Sprache durchzuführen, um mit allen NATO-Partnernationen zusammenarbeiten zu können und im Ernstfall Patientinnen und Patienten jeder Nation zu versorgen. 

Die Soldatinnen und Soldaten der eFPenhanced Forward Presence-Battlegroup in Litauen haben ihre psychische und physische Belastbarkeit bei der Übung bewiesen.
 

von PAO eFP 

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