Der Mann mit der gelben Kordel

Ein Tag mit dem Kompaniefeldwebel bei eFPenhanced Forward Presence in Litauen

Ein Tag mit dem Kompaniefeldwebel bei eFPenhanced Forward Presence in Litauen

Datum:
Ort:
Rukla
Lesedauer:
3 MIN

Alle Soldatinnen und Soldaten nennen ihren Kompaniefeldwebel „Spieß“ oder liebevoll „Mutter der Kompanie“. Oberstabsfeldwebel Thomas D. wurde einen Tag lang begleitet und zeigt, dass Spieß zu sein viel mehr bedeutet und er an der NATO-Ostflanke bei der eFPenhanced Forward Presence-Battlegroup in Litauen unverzichtbar ist.

Ein Soldat sitzt an einem Tisch und macht sich Notizen

Oberstabsfeldwebel Thomas D. sitzt neben dem Kompaniechef und notiert sich wichtige Termine und Veranstaltungen, die im Briefing angesprochen werden

Bundeswehr/PAO eFP

Seit vier Jahren ist Oberstabsfeldwebel Thomas D. Kompaniefeldwebel. Mit ganzem Herzen übt er seinen verantwortungsvollen Dienstposten auch in der „Unterstützungskompanie“ der enhanced Forward Presence (eFPenhanced Forward Presence) Battlegroup der NATO in Litauen aus. Seine Aufgaben sind sehr vielfältig. Er ist der zweite Mann neben dem Kompaniechef und führt als dienstältester und erfahrenster Unteroffizier das Unteroffizierkorps sowie die Mannschaftsdienstgrade der Kompanie. Viel militärische Erfahrung und ein besonderes Fingerspitzengefühl im Umgang mit den dienstlichen und persönlichen Herausforderungen seiner Kompanieangehörigen sind hierfür notwendig.

Hinzu kommen weitere sehr wichtige Aufgaben: Er ist verantwortlich für den Innendienst, spielt eine wichtige Rolle bei der Bearbeitung von Personalangelegenheiten und hat einen Blick auf die Moral der Soldatinnen und Soldaten seiner Kompanie. Bei Bedarf kümmert er sich um gemeinsame Veranstaltungen, die den Zusammenhalt seiner militärischen Einheit stärken. Für ein besseres Verständnis seiner Aufgaben gibt er für einen Tag lang einen Einblick in seine Funktion als Spieß:

Oberstabsfeldwebel Thomas D. startet den Tag mit der Teileinheitsführerbesprechung. Hier werden alle Punkte, die für den anstehenden Tag wichtig sind, besprochen und Termine an die jeweiligen Teileinheitsführer weitergegeben. Koordination ist wichtig, da nur so der Tagesablauf strukturiert und optimiert werden kann. „Nur wenn alle miteinander sprechen, kann ich da sein, wo ich gebraucht werde. Das fängt schon bei der Verpflegung auf der Schießbahn an“, sagt Oberstabsfeldwebel Thomas D. Er führt auch die aktuelle Übersicht über alle Soldatinnen und Soldaten der Kompanie. Er weiß jederzeit, wer sich im Dienst oder im Urlaub befindet oder wer krank ist.

Zwischen Schreibtisch und Übungsplatz

Büroarbeit ist der weniger interessante Teil seiner Routinen. Aber das Bearbeiten der eingehenden Mails ist wichtig.  Auf diesem Weg holt er sich von den verschiedenen Teileinheiten alle Informationen ein, um für seine Soldatinnen und Soldaten das Leben im Einsatz so abwechslungsreich wie möglich zu machen. Beispielsweise  plant der Spieß regelmäßig verschiedene Betreuungsmaßnahmen. Das können Spieleabende sein, ein gemeinsames Grillen oder ein gemeinsames Frühstück. Geburtstagskinder der Kompanie erhalten von ihm auch eine kleine Aufmerksamkeit“.

Ohne Mampf kein Kampf

Auf einem Übungsplatz stehen mehrere Soldaten vor einem Tisch, auf dem Behälter platziert sind

Oberstabsfeldwebel Thomas D. verteilt die Verpflegung auf dem schneebedeckten Übungsplatz in Litauen

Bundeswehr/PAO eFP

Eine seiner wesentlichen Aufgaben im täglichen Übungsbetrieb der Truppe ist die Organisation der Verpflegungsausgabe an die Soldatinnen und Soldaten. Dazu holt er das Essen in der litauischen Truppenküche ab. „Die Verständigung mit dem Küchenpersonal ist zwar nicht immer einfach, aber die Schichtleiterin spricht gutes Englisch und zur Not gibt es ja noch Hände und Füße“, wie der Spieß zu berichten weiß. Die Abläufe sind bereits eingefahren, da Oberstabsfeldwebel Thomas D. auf vielen Übungen und Einsätzen war. „Am schönsten ist es, wenn ich für meine Soldatinnen und Soldaten da sein kann. Ich versuche, die Motivation hier in Litauen hochzuhalten. Das klappt besonders gut im zwischenmenschlichen Gespräch bei einem Kaffee oder einem Schokoriegel.“

Insbesondere die Aufmerksamkeit eines lebensälteren Kameraden und diese kleinen Gesten sorgen für leuchtende Augen bei den Soldatinnen und Soldaten. Im Einsatz leben alle auf engsten Raum zusammen. Gerade daher sind der Zusammenhalt und die Kameradschaft ausschlaggebend für ein gutes Miteinander. Gemäß dem Motto „Stronger together“ geben alle jeden Tag ihr Bestes. Egal, welche Lageänderung eintritt – als Team wird jede Situation gemeistert und macht den Einsatz an der NATO-Ostflanke letztendlich zu einer besonderen Tätigkeit.

Ein Stück Heimat

Einmal in der Woche holt Oberstabsfeldwebel Thomas D. die Post bei der Feldpost ab. Jeder Einzelne freut sich über die Pakete von zu Hause. Bevor die Verteilung an die Soldatinnen und Soldaten der Kompanie beginnen kann, sortiert das Unterstützungsteam von Oberstabsfeldwebel Thomas D. die Post. „Hier im Einsatz unterstützen mich viele Soldatinnen und Soldaten, wo immer sie können. Das zeichnet meinen Job aus und ist neben der Motivation weiterzumachen auch eine enorme Arbeitserleichterung“. Die Soldatinnen und Soldaten überprüfen die Pakete auf den richtigen Empfänger in der Kompanie und ob alles schriftlich erfasst wurde. Danach können Post und Pakete gegen eine Unterschrift empfangen werden. „Ich freue mich, wenn die Soldatinnen und Soldaten ein Stück Heimat geschickt bekommen. Ihre Zufriedenheit macht mich glücklich“, sagt Oberstabsfeldwebel Thomas D.

von PAO eFP

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