EFP: Den Viren keine Chance

EFP: Den Viren keine Chance

Datum:
Ort:
Rukla
Lesedauer:
2 MIN

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Daran führt kein Weg vorbei: Bevor das Material und die persönliche Bekleidung zurück nach Deutschland können, müssen sie eine Tierseuchenprophylaxe durchlaufen. Im ersten Schritt reinigen alle Kraftfahrer und Kommandanten gründlich ihre Fahrzeuge. Dann übernehmen weitere Soldatinnen und Soldaten die Desinfektion mit vollem Körpereinsatz. Nur so kann die Battlegroup ruhigen Gewissens in die Heimat zurückkehren.

Ein Soldat spritzt mit einem Wasserstrahl mehrere Kettenglieder einer Panzerkette in einer Halle sauber

Ein Teil einer Panzerkette des Kampfpanzers Leopard 2 wird gründlich abgespült

Bundeswehr/Vivien Rosmoity

Mit der Afrikanischen Schweinepest ist nicht zu spaßen. Sie ist eine gefährliche Virusinfektion, von der Haus- und Wildschweine betroffen sind. In den afrikanischen Ursprungsländern übertragen auch Lederzecken das Virus. Für die betroffenen Schweine führt die schwere Erkrankung fast immer zum Tod. In Deutschland ist die Krankheit bisher glücklicherweise noch nicht aufgetreten. Damit das auch so bleibt, gibt es Soldaten wie Hauptfeldwebel Sylvio P. Er ist innerhalb seiner Kompanie für die Tierseuchenprophylaxe zuständig und sorgt dafür, dass sämtliche Fahrzeuge sowie das Gepäck der Soldatinnen und Soldaten vor der Rückkehr in die Heimat gründlich desinfiziert werden.

Sylvio P. erläutert die wichtige Aufgabe: „Bevor die eigentliche Desinfektion beginnt, müssen alle Gegenstände zunächst gründlich gesäubert und mit Wasser abgespült werden. Erst dieses genaue Vorgehen garantiert, dass das eingesetzte Desinfektionsmittel auch in jede noch so kleine Ecke eindringen kann.“ Manchmal sind die Soldatinnen und Soldaten wirklich überrascht, was „gründlich“ in der Realität für sie und ihr Material bedeutet. „Mein Team wacht mit Argusaugen darüber, alle Vorgaben zu erfüllen. Schließlich wollen wir mit höchstmöglicher Wahrscheinlichkeit ausschließen, dass die Afrikanische Schweinepest durch die Truppe von Litauen aus nach Deutschland eingeschleppt wird“, so Hauptfeldwebel P. weiter.

Prophylaxe nur unter eigenem Schutz

Ein Soldat in einer Halle zieht sich im Sitzen einen gelben Schutzanzug sowie grüne knielange Schutzstiefel an

Der erste Schritt zur Sauberkeit: Hauptfeldwebel Sylvio P. legt sorgfältig seinen Schutzanzug an

Bundeswehr/Kai Wernecke

Bevor es zur Sache geht, müssen die Soldatinnen und Soldaten Schutzanzüge und Schutzmasken anlegen, denn die eigene Sicherheit genießt höchste Priorität. „Zu diesem Zweck nutzen wir Standardschutzanzüge“, führt Hauptfeldwebel P. aus. Im Anschluss wird das Desinfektionsmittel mit Wasser im Verhältnis 1 zu 100 verdünnt. „Dabei ist es immer noch so wirksam, dass man den direkten Kontakt besser vermeiden sollte“, erklärt der Hauptfeldwebel. Mit dem Gemisch sollen weitestgehend alle Viren und Bakterien auf dem Material der Battlegroup erwischt und abgetötet werden.

Nachdem das Mittel aufgebracht wurde, muss es mindestens 30 Minuten einwirken. Anschließend wird es gründlich mit Wasser abgespült. Das kontaminierte Wasser wird aufgefangen und anschließend durch eine litauische Firma abgeholt und speziell entsorgt. Ob Lastkraftwagen, Kampf- und Schützenpanzer oder die Paletten, auf denen das Material transportiert wird: Alle Gegenstände müssen sich dieser aufwendigen Prozedur unterziehen.  

Der Einsatz im Schutzanzug verlangt den Soldatinnen und Soldaten dabei körperlich einiges ab. „Zumindest muss ich abends kein Fitnessprogramm mehr durchlaufen“, bemerkt Sylvio P. schmunzelnd. Fährt ein Lkw mit fünf Tonnen vor, kann das gründliche Reinigen und Desinfizieren schon einmal fünf Stunden dauern. Ausdauer und Präzision stellen somit sicher, dass unerwünschte Passagiere wie Bakterien und Viren nicht mit in die Heimat reisen.

Drei Männer in gelben Schutzanzügen verdünnen in einer schwarzen Spritze befindliches Desinfektionsmittel mit Wasser

Das Desinfektionsmittel wird zusammen mit Wasser in eine Spritzvorrichtung gefüllt und so im Verhältnis 1 zu 100 verdünnt

Bundeswehr/Vivien Rosmoity


von Stephan Wessel

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