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Ich bin iM EINsatz: Als Koch in der Slowakei

Ich bin iM EINsatz: Als Koch in der Slowakei

Datum:
Ort:
Lešť
Lesedauer:
3 MIN

Auf drei Kontinenten und zwei Weltmeeren: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Ich bin iM EINsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Porträt von Stabsunteroffizier Alexander B. Er steht mit weißer Kochjacke vor einem grünen Container.

Stabsunteroffizier Alexander B. ist in seinem ersten Einsatz in der Slowakei

Bundeswehr/Dominik Lennartz

Ich bin Stabsunteroffizier Alexander B.,42 Jahre alt und aktuell als Koch in der Einsatzkantine hier im Camp Simakov Laz eingesetzt. In Deutschland leiste ich meinen Dienst in der ersten Kompanie des Gebirgsjägerbataillon 231 aus Bad Reichenhall. Vor meinem Dienstantritt am 01.07.2020 habe ich zivil als Küchenchef gearbeitet und mein eigenes Küchenteam geführt. Die Mission in der Slowakei ist mein erster größerer Einsatz im Ausland. 2000 war ich schon in Decimomannu beim Ausbildungskommando der Luftwaffe in Italien. Dort habe ich in der Casa Tedesca (übersetzt „deutsche Küche“), im NATO-Stützpunkt Essen zubereitet.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz

Zwei Personen besprechen sich in einer Küche stehend an einem Tisch. Tisch, Wände und Küchengeräte sind aus Edelstahl.

Gemeinsam mit Stabsunteroffizier Matthias M. in der Einsatzkantine. Planungen für den Wareneinkauf und das abendliche Angebot sind jeden Tag nötig.

Bundeswehr/Dominik Lennartz

Meine täglichen Aufgaben im zweiten Kontingent sind sehr abwechslungsreich. Im Team schmeißen wir den kompletten Betrieb der Einsatzkantine. Dazu zählen der Wareneinkauf und die Lagerhaltung, genauso wie das Vorbereiten von Speisen und das Kochen am Abend. Nach dem Küchenschluss beginnt das Aufräumen und Putzen. Hygiene wird in der Küche großgeschrieben. Besondere Freude bereitet mir das Planen von Veranstaltungen. Hier kann ich kreativ werden und Ideen für Gerichte einbringen. Bestellungen gebe ich an meinen Kameraden Stabsunteroffizier Matthias M. weiter. Er fährt regelmäßig zum Einkaufen und ist ebenfalls gelernter Koch. 

In meiner Freizeit beschäftige ich mich gerne mit Medien. Besonders die Bildbearbeitung macht mir Spaß. Ich habe extra für diesen Einsatz eine digitale Speisekarte entworfen. Im Betreuungszelt läuft diese Speisekarte durchgehend auf einem Fernseher. Die Kameradinnen und Kameraden wissen so immer, was gerade im Angebot ist und können sich schon vor der Bestellung ein Bild vom fertigen Essen machen.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders

Ein Soldat mit Kochjacke und Handschuhen steht an einem Tisch und belegt viele Wraps mit Hähnchenfleisch

Stabsunteroffizier Alexander B. bereitet die Chicken Wraps für den Abend vor. Wenn gleichzeitig viele Soldaten etwas zu essen wollen, muss es schnell gehen.

Bundeswehr/Dominik Lennartz
Viele Wraps liegen auf einem Tisch. Es ist schon Salat, Gurke, Tomate und Soße drauf. Das Fleisch fehlt noch.

Die vorbereiteten Wraps warten auf das Fleisch. Anschließend werden sie dann gerollt. Abends müssen die Chickenwraps dann nur noch erhitzt werden.

Bundeswehr/Dominik Lennartz

Besonders motivieren mich die Soldatinnen und Soldaten im Einsatz. Es freut mich, wenn es den Kameradinnen und Kameraden schmeckt und sie sich über etwas Abwechslung auf dem Teller freuen. Ein kleines Lob wie „Es war großartig, bitte noch eine Portion.“ sind ein zusätzlicher Motivationsschub.

Im täglichen Dienst versuche ich durch gute Teamarbeit das Wir-Gefühl in der Küche zu stärken. Gerade in der Einsatzkantine, wo wir auf engem Raum zusammenarbeiten, muss die Kommunikation einfach stimmen. Besonders abends, wenn viele Kameradinnen und Kameraden gleichzeitig etwas Leckeres essen wollen. Eingespielte Arbeitsprozesse erleichtern uns die Zusammenarbeit. Gemeinsam haben wir es geschafft, hier eine abwechslungsreiche Küche zu etablieren. Dazu gehört zum Beispiel ein fester Pizza-Tag einmal pro Woche. Am Wochenende können sich die Kameradinnen und Kameraden dann über Chicken Burger mit Kartoffeln und Knoblauchsoße freuen.

Das vermisse ich hier am meisten

In Deutschland habe ich viele Freunde, mit denen ich mich treffe um dann zum Beispiel gemeinsam Sport treibe. Das vermisse ich hier manchmal. Auch das Joggen durch den heimischen Park in der Nähe geht hier natürlich nicht. Dafür bietet unser Sportzelt aber viele Möglichkeiten und gemeinsamer Sport mit den Kameradinnen und Kameraden macht auch hier viel Spaß. Am Wochenende in der Heimat etwas durch die Stadt zu Bummeln hilft mir oft beim Runterkommen. Da freue ich mich auch schon wieder drauf, wenn ich zurück in Deutschland bin. Bis ich zurück bin, ist dann auch schon fast wieder Sommer und mit einer Tüte Eis in der Hand macht das Bummeln gleich doppelt Spaß.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße

Ein Hot-Dog liegt auf Alufolie und wird mit Ketchup gewürzt. Im Hintergrund liegen zwei Wraps auf der Kochplatte.

Jede Bestellung wird frisch zubereitet. Egal ob es ein Chicken Wrap, Burger oder Hot-Dog ist, jedes Produkt geht durch die Hände des Kochs.

Bundeswehr/Dominik Lennartz
Bundeswehr/Dominik Lennartz

Der fertige Chickenburger verlässt die Küche. Eine Kameradin oder ein Kamerad wird sich über die leckere Abwechslung freuen.

Einen lieben Gruß möchte ich natürlich an meine Familie in der Heimat schicken. Ich freue mich, wenn ich nach dem Einsatz wieder wohlbehalten bei euch ankomme und wir uns endlich wieder richtig gegenüberstehen. Auch die Kameradinnen und Kameraden meiner Teileinheit in Deutschland aus der 1./GebJgBtl 231 in Bad Reichenhall möchte ich natürlich ganz herzlich grüßen.

Für die Zeit nach meinem Einsatz habe ich mir schon Pläne gemacht. Ein lang gehegter Traum ist das Abtauchen in Unterwasserwelten. Dazu werde ich einen Kurs belegen, um am Ende den Schein als „Open Water Diver“ zu erwerben. Darauf freue ich mich schon sehr.

von Alexander B.

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