Gruppenführer in der Slowakei

Ich bin iM EINsatz: Als Panzerpionier bei eVAenhanced Vigilance Activities in der Slowakei

Ich bin iM EINsatz: Als Panzerpionier bei eVAenhanced Vigilance Activities in der Slowakei

Datum:
Ort:
Lešť
Lesedauer:
3 MIN

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Auf drei Kontinenten und zwei Weltmeeren: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Ich bin iM EINsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Ein Soldat im Dienstgrad Oberfeldwebel blickt in die Kamera. Im Hintergrund ist eine hügelige Landschaft.

Als stellvertretender Gruppenführer der Panzerpioniere ist Oberfeldwebel Marcus L. im Einsatz eVAenhanced Vigilance Activities in der Slowakei

Bundeswehr/Oliver Pieper

Ich bin Oberfeldwebel Marcus L., 41 Jahre alt und seit 2018 Soldat bei der Bundeswehr. In Deutschland bin ich als stellvertretender Gruppenführer in einer Panzerpioniergruppe im Panzerpionierbataillon 130 in Minden eingesetzt. Auch hier im ersten Kontingent der enhanced Vigilance Activities Slowakei nehme ich die gleichen Aufgaben wahr. Nach mehreren multinationalen Großübungen ist dies mein erster Einsatz.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz

Ein Soldat bereitet eine Zündvorrichtung zum Sprengen vor und ein anderer Soldat überwacht den Vorgang.

Bei der Ausbildung der Sprenghelfer beobachtet Oberfeldwebel Marcus L. jeden Handgriff seiner Ausbildungsteilnehmenden mit geschultem Blick. Der Lehrgangsteilnehmer stellt hier die Verbindung zum Zünden der Sprengladung her.

Bundeswehr/Oliver Pieper

Als Pionierhochbau-Feldwebel und stellvertretender Gruppenführer der einzigen deutschen Panzerpioniergruppe in der Slowakei eingesetzt, habe ich hier vielseitige Aufgaben. Wir sind Kampfunterstützer der verstärkten Jägerkompanie in Lešt. Zu unserem Auftrag gehören das Planen und Legen von Sperren, um den simulierten Feind bei internationalen Übungen zu hemmen, zu lenken, oder zu kanalisieren. Dies solleigenen Kräften einen taktischen Vorteil verschaffen. Wir sind das „Multitool“ des Kompaniechefs, dem wir beratend zur Verfügung stehen. Als rechte Hand des Gruppenführers führe ich bei dessen Abwesenheit die Panzerpioniergruppe auf dem Gefechtsfeld. Außerdem bin ich für fachliche Aus- und Weiterbildungen, wie zum Beispiel die Sprenghelferausbildung, verantwortlich. Neben unseren fachlichen Fähigkeiten sind wir auch infanteristisch ausgebildet, um im Gefecht zusammen mit der kämpfenden Truppe zu bestehen und die größtmögliche Unterstützung zu bieten. So schaffen wir Zugänge im Orts- und Häuserkampf, klären Kampfmittel auf und öffnen gegnerische Sperren. Eine enge Zusammenarbeit, gleiche Grundsätze und körperliche Leistungsfähigkeit sind unerlässlich.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders

Zwei Soldaten stehen vor einer Mauer aus Sandsäcken. Ein schwarzer ovaler Rahmen mit Sprengstoff ist an den Säcken angebracht.

Oberfeldwebel Marcus L. und sein Sprenghelfer haben eine gerichtete Sprengladung an einer Sandsackstellung angebracht. In dem schwarzen Rahmen befinden sich ca. 2,5 Kilogramm Sprengstoff.

Bundeswehr/Oliver Pieper

Am meisten gefällt mir die Vielseitigkeit und die unterschiedlichen Fähigkeiten der Panzerpioniere. Neben dem Halten von Ausbildungen und der Durchführung von Sprengvorhaben ist mir die Arbeit in laufenden Gefechtsübungen am liebsten. Hier können wir unser gesamtes Spektrum an Material und Fähigkeiten zum Einsatz bringen, um den Auftrag der kämpfenden Truppe zu unterstützen. So sind wir direkt an den Erfolgen der Infanterie beteiligt.  Wir sind die Panzerpioniere der multinationalen Battlegroup in der Slowakei und unterstützen die Infanterie stets hochmobil auf dem Gefechtsfeld. Auch der Kampf im urbanen Umfeld ist eine Besonderheit, da wir neben dem Kampf in Gebäuden auch Zugänge sprengen können. In engster Zusammenarbeit mit den Jägern konnten wir auf den Übungen sowie bei der Zertifizierung durch die NATONorth Atlantic Treaty Organization sehr gute Ergebnisse erzielen.    

Das vermisse ich hier am meisten

Auf einem Tisch sind mehrere Kabel befestigt und mit gelbem Klebeband beschriftet. Ein Soldat prüft die Kabelverbindungen.

Die Kabel zum Zünden der Sprengladungen werden kontrolliert und durchgemessen. Oberfeldwebel Marcus L. überwacht die Arbeit der Sprenghelfer

Bundeswehr/Oliver Pieper

Natürlich vermisse ich meine Familie am meisten. Auch meine Freunde in der Heimat fehlen mir.
Ich freue mich schon auf einen langen Winterspaziergang mit meinem Hund und anschließend auf einen erholsamen Saunagang, natürlich ohne den Hund.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße

Auf einem Tisch sind mehrere Kabel befestigt. Zwei der Kabel führen in einen kleinen Kasten mit einem roten Knopf

Zündung: Oberfeldwebel Marcus L. hat die Verbindung der Sprengladungen mit der Zündkurbel hergestellt. Der rote Knopf löst die Sprengung der Ladung aus.

Bundeswehr/Oliver Pieper

In erster Linie wünsche ich mir, dass wieder Frieden in Europa einkehrt.
Beruflich möchte ich mich weiterbilden und strebe eine Ausbildung zum staatlich geprüften Bautechniker in der Bundeswehr an.
Privat steht dann zu Hause auch ein kleines Projekt an: Der Umbau unseres Gartens in eine kleine Wellnessoase.

Ich grüße meine Frau und meine Tochter, meine Eltern, sowie meine Freunde. Grüße gehen auch an die 3. Kompanie des PzPiBtl 130 in Minden.
Ich freue mich auf das Wiedersehen und wünsche allen eine schöne Weihnachtszeit.

von Marcus  L.

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