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Multinationale logistische Zusammenarbeit in Litauen

Multinationale logistische Zusammenarbeit in Litauen

Datum:
Ort:
Litauen
Lesedauer:
3 MIN

Die multinationale Combat Support Service (CSS) Kompanie der eFPenhanced Forward Presence-Battlegroup in Litauen ist für die Logistik zuständig. Niederländische, belgische, luxemburgische und deutsche Soldatinnen und Soldaten arbeiten eng zusammen, um die Kampfkompanien der Battlegroup mit allem zu versorgen, was diese für ihren Auftrag benötigen.

Ein luxemburgischer Soldat beim Einweisen eines Lkw in der Rückwärtsbewegung.

Beim Einweisen ist höchste Konzentration gefordert. Bei Großgerät ist manchmal auch Millimeterarbeit nötig.

Bundeswehr/PAO eFP

Der Auftrag der multinationalen NATO enhanced Forward Presence Battlegroup besteht darin, die Ostflanke der NATO zu sichern. Deutschland hat die Führung der Battlegroup in Litauen. Ständige multinationale Übungen sind das Kerngeschäft der Battlegroup. Damit das alles klappt, ist eine funktionierende Logistik unerlässlich.

Die Versorgung mit Munition, das Betanken von Fahrzeugen, die Bereitstellung von Verpflegung, die Instandsetzung von schwerem Großgerät wie Panzern und anderen Gefechtsfahrzeugen – Logistik umfasst viele Aspekte und Aufgabenfelder. Die CSS Kompanie hat den Auftrag, alle logistischen Bedürfnisse der Battlegroup zu decken. Ohne Logistik fährt, zumindest auf Dauer, kein Schützenpanzer Marder, ohne Logistik rollt kein Kampfpanzer Leopard 2. Eine Zertifizierungsübung wie Iron Wolf, bei der die Battlegroup zeigt, was sie kann, ist nur durch die umfangreiche logistische Unterstützung der CSS Kompanie möglich.

Major Alexander S. ist in Litauen der Chef der CSS Kompanie und verantwortlich für 200 Soldatinnen und Soldaten aus vier Nationen. In Deutschland führt er die 3. Kompanie des Versorgungsbataillons 4 aus dem oberpfälzischen Roding. Er erläutert: „Jede Nation bringt hier in Litauen in meiner Kompanie ihre jeweiligen Fähigkeiten ein. Dadurch stellen wir die logistische Leistungserbringung für die Battlegroup sicher.“ Die CSS Kompanie setzt sich aus drei Teileinheiten, sogenannten Zügen, zusammen: Je ein Zug kümmert sich um Transport, Instandsetzung oder Umschlag.

Nachschub rollt: Der Transportzug

Zwei Schwerlasttransporter mit ihrer schweren Fracht auf dem Straßenmarsch.

Ein deutscher und ein niederländischer Schwerlasttransporter sind gemeinsam unterwegs, um die schwere Fracht sicher an ihren Bestimmungsort zu bringen

Bundeswehr/PAO eFP

Der unter niederländischer Führung stehende Transportzug, in welchem Soldatinnen und Soldaten aus den Niederlanden, Luxemburg und Deutschland eingesetzt sind, besteht aus leichten Transport-Gruppen sowie aus zwei Schwerlasttransport-Gruppen. Die leichten Transport-Gruppen führen hauptsächlich Munition-, Kraftstoff- und Containertransporte durch. Dazu haben die Transportgruppen verschiedene Arten von Fahrzeugen, die zum Beispiel Container transportieren können. Die zwei Schwerlasttransport-Gruppen bringen schwere Fahrzeuge per Straßentransport an ihr jeweiliges Ziel. Zudem sorgen sie für den Abtransport von Schadfahrzeugen zur Instandsetzungsgruppe.

Instandsetzung: Einsatzbereitschaft gewährleisten

Ein Soldat führt Reparaturen an einem gepanzerten Fahrzeug durch.

Ohne hochqualifiziertes Fachpersonal geht es nicht: Ein Soldat repariert in der Instandsetzungshalle ein gepanzertes Fahrzeug

Bundeswehr/PAO eFP

Der multinationale Instandsetzungszug bildet den größten Teil der CSS Kompanie. Neben der Instandsetzung von Großgerät, beispielsweise den Kampfpanzern vom Typ Leopard 2 A6 und Schützenpanzern vom Typ Marder, werden hier auch Radfahrzeuge aller Art, Funkgeräte und Waffen instandgesetzt und -gehalten. Hierfür ist hochqualifiziertes Fachpersonal zuständig, das im Vorfeld durch eine Vielzahl von Ausbildungen für die jeweiligen Systeme geschult wurde. Das oberste Ziel der Instandsetzung? Eine durchgängig hohe Einsatzbereitschaft für die Mission gewährleisten.

Umschlag: Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Ein Gabelstapler hebt einen Standardcontainer an, im Hintergrund weitere Container.

Bei der Versorgung mit Gütern werden oft Standardcontainer eingesetzt, die der Gabelstapler mit Leichtigkeit an den richtigen Ort bringt

Bundeswehr/PAO eFP

Genau wie die beiden anderen Züge setzt sich auch der Umschlagzug aus Soldatinnen und Soldaten aller Nationen zusammen. Der Umschlagzug sichert für die gesamte Battlegroup den Nachschub an Verpflegung, Ersatzteilen, Betriebsstoffen und Munition. Dabei kommt es darauf an, angeforderte Güter zur richtigen Zeit, in richtiger Menge, am richtigen Ort bereitzustellen. Mehrere hundert Tonnen an Gütern, die umgeschlagen, kommissioniert und bewirtschaftet werden müssen, setzen reibungslose Arbeitsabläufe voraus. Dabei spielt auch die Unterstützung mit den unterschiedlichen Fähigkeiten auf multinationaler Ebene eine entscheidende Rolle.

Gemeinsam trainieren – gemeinsam lernen

Soldaten ziehen Gleitschutzketten auf einen Lkw-Reifen auf.

In multinationaler Zusammenarbeit werden Gleitschutzketten für schweres Gelände auf dem Truppenübungsplatz aufgezogen

Bundeswehr/PAO eFP

Durch die enge multinationale Zusammenarbeit findet ein ständiger Austausch und damit gleichzeitig ein ständiger Lernprozess auf allen Ebenen statt, stets nach dem Motto: „Gemeinsam voran!“ Die Arbeit in der CSS Kompanie ist damit Ausdruck der gelebten Kameradschaft der gesamten Battlegroup in Litauen. 

von PAO eFP

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