Übung Engineer Thunder

Deutsche Pioniere trainieren im multinationalen Umfeld in Litauen

Deutsche Pioniere trainieren im multinationalen Umfeld in Litauen

Datum:
Ort:
Rukla
Lesedauer:
3 MIN

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Die multinationale Übung Engineer Thunder wird jährlich durch die litauischen Streitkräfte ausgerichtet. Eine gute Gelegenheit für die Pioniere an der NATONorth Atlantic Treaty Organization-Ostflanke, um gemeinsam zu trainieren und Fähigkeiten auszutauschen. Vor allem für die Kampfmittelbeseitiger eine spannende Zeit.

Ein Kampfmittelabwehrsoldat in einem Schutzanzug.

EODExplosive Ordnance Disposal steht für Explosive Ordnance Disposal, also Kampfmittelbeseitigung. Bei Bedarf können die Soldaten einen Schutzanzug tragen, um sich bestmöglich bei den Arbeiten an Kampfmitteln zu schützen.

Bundeswehr/PAO eFP

Die Übung Engineer Thunder ist für die Pioniere eines der Highlights des Aufenthaltes in Litauen. An der zweiwöchigen Übung waren insgesamt 120 Soldatinnen und Soldaten beteiligt. Unter den Soldatinnen und Soldaten aus insgesamt elf Nationen waren auch 15 Teilnehmende der eFPenhanced Forward Presence-Battlegroup Litauen vertreten. Multinationalität, Zusammenarbeit und gegenseitiges Lernen stehen bei eFPenhanced Forward Presence im Vordergrund. Daher war das Ziel der Übung Engineer Thunder, Verfahrensweisen und Wissen mit NATONorth Atlantic Treaty Organization-Verbündeten auszutauschen. Die deutschen Kräfte haben unter anderem mit einem Kampfmittelbeseitigungsteam an der Übung teilgenommen. Für das sogenannte EODExplosive Ordnance Disposal-Team steht das Aufklären, Identifizieren und Beseitigen von Kampfmitteln im Fokus.

Vom Suchen und Finden

Ein Soldat sucht den Boden mit einem Metalldetektor ab.

Volle Konzentration ist beim Umgang mit dem Metalldetektor gefragt. Dieser reagiert auf kleinste Metallteile und zeigt dem Soldaten deren Position an. Nicht jedes Metallteil ist jedoch ein Kampfmittel.

Bundeswehr/PAO eFP

Ein ruhiges Waldstück auf dem litauischen Übungsplatz Rudninkai, aus der Ferne ist ein Fahrzeug zu hören. Es ist ein Fahrzeug des EODExplosive Ordnance Disposal-Trupps der eFPenhanced Forward Presence-Battlegroup. Alarmiert wurden die Spezialisten durch die Leitenden des Übungsabschnittes für die Kampfmittelbeseitigung. Das Leitungspersonal gibt die Lage bekannt, jedoch werden natürlich nicht die genaue Lage, Art und Anzahl der versteckten Kampfmittel verraten.
Nach einer kurzen Besprechung verteilt der Truppführer, Hauptfeldwebel Erik H., die Aufgaben. Die Vorgehensweise ist klar, alle wissen genau, was sie zu tun haben.

Von dem EODExplosive Ordnance Disposal-Fahrzeug aus nähern sich die Soldaten langsam und wachsam dem potenziellen Fundgebiet. Nachdem sie herausgefunden haben, welche Wege genutzt werden können und eine erste Sichtung des Fundgebietes erfolgt ist, wird es technisch: Zum Einsatz kommt ein Metalldetektor, der alle metallischen Gegenstände im und auf dem Boden aufspürt. Die Suche nach der „Nadel im Heuhaufen“ kann mehrere Minuten, aber auch mehrere Stunden dauern. Zwischen Schrauben, Metallabfällen und anderen Gegenständen markiert der Soldat immer wieder Stellen mit einer roten Spraydose. Vor allem in der Nähe eines im Suchgebiet geparkten Fahrzeugs schlägt der Detektor immer wieder stark an. 

Konzentriertes Arbeiten unter Übungsbedingungen

Der EOD-Soldat kniet vor einer Druckplatte im Wald.

Das Fundstück: eine „pressure plate“, eine Druckplatte, die einen Sprengsatz auslösen kann

Bundeswehr/PAO eFP

Kritisch beobachten die Übungsleitenden aus Litauen, Lettland und Deutschland das Geschehen. „Es kommt auf Ruhe und Konzentration an, man muss die Unregelmäßigkeiten auf dem Boden und an Objekten erkennen und deuten können“, erläutert Hauptfeldwebel Erik H. Er schaut sich selbst genau die Stellen an, die sein Kamerad identifiziert hat. Schnell wird klar: An dem geparkten Fahrzeug oder darum herum ist etwas präpariert worden. Mit einem Stab überprüft Hauptfeldwebel Erik H. sorgfältig den Boden auf vergrabene Hindernisse und schaut genau unter das Übungsfahrzeug. Fündig wird er neben dem linken Hinterrad des geparkten Übungswagens. Behutsam beginnt er, die Erde rund um das Objekt mit seinen Händen zu entfernen. Nach etwa zehn Sekunden ruft er seinem Kameraden zu: „Wir haben hier eine Pressure Plate!“

Ein explosiver Fund

Nicht bekannt ist jedoch, wo die Ladung platziert ist, die von der Druckplatte, also der Pressure Plate ausgelöst werden soll. Hauptfeldwebel Erik H. entscheidet sich dafür, die Druckplatte unschädlich zu machen. Dazu nutzt das Team einen gezielten Schuss mit einem Wasserstrahl, ein auch zivil häufig genutztes Verfahren zur Entschärfung von Kampfmitteln. 
Nach kurzer Vorbereitungszeit folgt das Kommando „Zündung!“ durch den Truppführer. Ein Knall, fliegende Trümmer. Zurück bleiben nur die Überreste der Druckplatte, ohne dass ein präparierter Sprengsatz explodiert.
Einer der Leitenden, Hauptmann Sebastian, zeigt sich zufrieden: „Die Übungen hier bringen uns sehr viel. Wir können voneinander lernen und uns über verschiedene Verfahren austauschen.“

von PAO eFP

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