LFK Sys See/Luft U212A (IDAS)

Lenkflugkörpersystem für U-Boote

Das Lenkflugkörpersystem „Interactive Defence and Attack System for Submarines – IDAS“ dient der Selbstverteidigung von U-Booten gegen Bedrohungen aus der Luft. Dies können beispielsweise Hubschrauber sein, die mit Leichtgewichtstorpedos zur U-Boot-Jagd ausgerüstet sind.

In einer solchen Bedrohungssituation ist U-Booten im getauchten Zustand bisher keine aktive Abwehr möglich. Es bleibt nur die Option, sich unter Wasser zu verstecken und zu hoffen, nicht entdeckt zu werden.

Ziel dieses rein nationalen Projekts ist nunmehr die Integration eines vom U-Boot zu startenden Lenkflugkörper-Systems, das die Besatzung im getauchten Zustand zur Selbstverteidigung gegen U-Jagd-Hubschrauber befähigen soll.

Unterwasserstartfähigkeit und Flugkontrolle

Die Kernfähigkeiten dieses neuartigen Systems sind die Unterwasserstartfähigkeit des Flugkörpers und dessen interaktive Kontrolle und Steuerung während des gesamten Flugs durch den Bediener. Dazu besteht auch während des Fluges über einen Lichtwellenleiter eine Datenverbindung zwischen Lenkflugkörper (LFK) und U-Boot. 


Funktionsweise

Die Identifikation des angreifenden Hubschraubers erfolgt durch das Sonar des U-Boots. Anschließend werden die Zieldaten auf der Lage- und Bedienkonsole dargestellt.

Grafik mit einem U-Boot unter Wasser, das ein Schiff, einen Hubschrauber und ein Landziel beschießt

Schematische Darstellung des Einsatzs eines IDAS-Lenkflugkörpers

IDAS Consortium

Im nächsten Schritt wird der LFK hydraulisch aus dem Torpedorohr ausgestoßen. Nachdem sein Triebwerk in sicherer Entfernung zum U-Boot gezündet hat, bewegt sich der Flugkörper bereits unter Wasser in Zielrichtung. Schon zu diesem Zeitpunkt ist auch ein Richtungswechsel möglich, um das Ziel von der Seite oder von hinten zu bekämpfen. Mithilfe eines Booster-Triebwerks stößt der LFK durch die Wasseroberfläche und steigt auf Marschflughöhe an. Zur Steuerung werden dazu die Flügel des LFK entfaltet.

Bei der Zielsuche fliegt der LFK mit maximaler Geschwindigkeit in Richtung des vorher eingewiesenen Zielerwartungsgebiets. Während des gesamten Einsatzes stellt das System dem Bediener im getauchten U-Boot über den Lichtwellenleiter die vom Suchkopf des LFK wahrgenommene Umgebung mit seinen Zielen grafisch dar. Im Bedarfsfall kann der Bediener so jederzeit eingreifen und sowohl einen operativen Zielwechsel oder Zielkorrekturen als auch ein Missionsabbruch jederzeit durchführen.

Die Zielbekämpfung erfolgt am Ende des Einsatzes durch Auslösen des Gefechtskopfs mit entsprechender Splitterwirkung.

Zeitplan

Der Projektbeginn erfolgte im Jahr 2018. Weil es sich um ein völlig neuartiges System handelt, ist für die Entwicklung bis Ende 2023 ein Zeitraum von vier Jahren vorgesehen. Die Einführung in die Bundeswehr und Übergabe an die Marine sind nach Abschluss der Entwicklung und erfolgter Einsatzprüfung im Jahr 2024 geplant.

Technische Daten

Maß

Wert

Länge

2.800 mm

Durchmesser

180 mm

Gewicht

140 kg

Geschwindigkeit

240 m/s


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