Sanitätsdienst

Portugal: Mit fachübergreifender Kompetenz COVID-19Coronavirus Disease 2019-Kranken helfen

Portugal: Mit fachübergreifender Kompetenz COVID-19Coronavirus Disease 2019-Kranken helfen

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Datum:
Ort:
Lissabon
Lesedauer:
2 MIN

Vor zweieinhalb Wochen übernahm das zweite Kontingent der COVID-Hilfe für Portugal die vom Sanitätsdienst betriebene Corona-Intensivstation in Lissabon. Nach der Kennenlernphase sind die Abläufe mittlerweile eingespielt. Mit Oberfeldarzt Christine Graef gehört nicht nur eine versierte Notfallmedizinerin zum Team, sondern auch eine angehende Psychiaterin.

Portrait einer Frau in blauer Krankenhauskleidung, die ihren Gesprächspartner ansieht.

Kommunikation ist alles: Jede einzelne Tätigkeit an den Intensivpatientinnen und -patienten muss eng im Team abgestimmt werden

Bundeswehr/Andreas Voßen

Dass an COVID-19Coronavirus Disease 2019 erkrankte Menschen mit schwerem Krankheitsverlauf in ein künstliches Koma versetzt werden, ist auf Corona-Intensivstationen Alltag. Werden diese dann aufgeweckt, sind sie häufig aufgeregt oder verwirrt, haben Angst, Panik oder Schmerzen. In diesen Fällen kommt Oberfeldarzt Graef ins Spiel: Sie entscheidet, ob die Patientinnen und Patienten Medikamente erhalten oder wendet mittels Dolmetscher bestimmte Gesprächstechniken bei ihnen an, um beruhigend auf sie einzuwirken.

Gleichzeitig versucht sie herauszufinden, ob dieses psychische Ungleichgewicht eine temporäre Erscheinung oder Teil eines schon vor der COVID-Erkrankung bestehenden Krankheitsbildes ist. Sollten weder die Gesundheitsakten noch die Erkrankten selbst darüber Aufschluss geben können, versucht Graef an diese Informationen über die Angehörigen zu gelangen. Denn nur, wenn sie die Hintergründe der Symptome kennt, kann sie diese im nächsten Schritt angemessen behandeln. Es sind Umstände wie diese, die psychiatrische und schmerztherapeutische Ärztinnen und Ärzte auf Intensivstationen notwendig machen.

Interdisziplinärer Erfahrungsschatz

Portrait einer Soldatin, die im Feldanzug auf einer Straße in Lissabon steht und in die Kamera blickt

Der Dienst fernab der Heimat ist für die angehende Psychiaterin nichts Ungewohntes: Oberfeldarzt Graef hat bereits sechs Auslandseinsätze hinter sich gebracht

Bundeswehr/Andreas Voßen

Die gebürtige Koblenzerin bringt sich außerdem mit weiteren Fachkompetenzen ein, denn sie ist auch Anästhesistin und Schmerztherapeutin. Mit ihren Fähigkeiten unterstützt sie die jeweils diensthabende Tagschicht bei der Bewältigung der in diesem Zeitraum anfallenden Mehraufgaben. In Deutschland arbeitet sie im BundeswehrZentralkrankenhaus (BwZKrhsBundeswehrzentralkrankenhaus) Koblenz in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Daneben übernimmt sie in der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin bei der multimodalen Schmerztherapie den psychotherapeutischen Teil und fährt außerdem noch Einsätze als Notärztin.

Graef begann nach dem Abitur im Jahr 1995 eine zivile Ausbildung zur Arzthelferin im BwZKrhsBundeswehrzentralkrankenhaus, aus der sie in die Ausbildung zur medizinisch-technischen Laborassistentin nach Marburg wechselte und abschloss. Es folgte ein ziviles Medizinstudium. 2007 kam sie während ihrer Facharztausbildung zur Anästhesistin als Seiteneinsteigerin erneut zur Bundeswehr, diesmal in Uniform. Nach zwei Verwendungen als Truppenärztin an den Standorten Fritzlar und Daun, wurde sie im Jahr 2009 ins BwZKrhsBundeswehrzentralkrankenhaus nach Koblenz versetzt, wo sie seitdem tätig ist.

von Andreas Voßen

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