Streitkräftebasis
Auswahlverfahren ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrzug

Spezialisten für Unterstützung der Spezialkräfte

Spezialisten für Unterstützung der Spezialkräfte

Datum:
Ort:
Bruchsal
Lesedauer:
4 MIN

Eine Woche voller Herausforderungen: Vier Soldaten stellen sich einem Auswahlverfahren, welches sie in den Spezial ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrzug bringen soll. Dort arbeiten Spezialisten, die ihre besonderen Fähigkeiten in der Aufklärung und Abwehr atomarer, biologischer und chemischer Kampfstoffe in die Operationen der Spezialkräfte einbringen.

Zwei Soldaten in Schutzausrüstung untersuchen ein Objekt

Die Angehörigen des Spezial ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrzuges begleiten mit ihren Fähigkeiten Operationen im Zusammenhang mit den Spezialkräften der Bundeswehr. Diese Spezialisten der Streitkräftebasis zählt man dazu.

Bundeswehr/Jana Neumann

Dass bedeutet, dass die Soldatinnen und Soldaten des Spezial ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrzuges Teile der Einsatzverfahren der Spezialkräfte der Bundeswehr – wie etwa dem Kommando Spezialkräfte des Heeres – nicht nur kennen, sondern auch größtenteils beherrschen müssen. Die Angehörigen des Zuges im ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrbataillon 750 „BADEN“ aus Bruchsal begleiten beispielsweise heikle Operationen und unterstützen, wenn die eingesetzten Kräfte auf eine Lage treffen, in der Kampfstoffe sie gefährden könnten. Dazu ist der Zug hoch mobil ausgerüstet, die „ABCisten“ müssen körperlich besonders fit und einsatzfähig sein. Das ist nicht jedermanns / -fraus Sache, die Versetzung in den Spezial ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrzug erfolgt nach freiwilliger Meldung und nach einem bestandenen Eignungsfeststellungsverfahren (EFV), dessen Höhepunkt eine mehrtägige Durchschlageübung darstellt.

Intensive Vorbereitung

Fünf Wochen lang konnten sich die diesjährigen Bewerber auf diese besondere Herausforderung vorbereiten. Ausgebildet in der Aufklärung und Abwehr atomarer, biologischer und chemischer Kampfstoffe sind sie aufgrund ihrer Zugehörigkeit zur ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrtruppe bereits in den verschiedensten Funktionen. Im Schwerpunkt standen körperliche Fitness und ein Sportprogramm auf dem Dienstplan der vier Soldaten, bevor sie sich dem infanteristisch geprägten Teil des EFV stellen konnten. Alle vier haben es geschafft und gingen unmittelbar zuvor in die sogenannte Isolationsphase. Hier wurden sie von äußeren Einflüssen abgeschirmt auf die bevorstehenden Tage vorbereitet. Dazu gehört das Versetzen in eine Ausgangslage, das Packen und Überprüfen der befohlenen Ausrüstung und auch das mentale Sammeln und Fokussieren auf den kommenden Auftrag.

Strenges Auswahlverfahren

Die Vier wurden in den Odenwald gebracht, in ein für sie unbekanntes Gebiet. „Mitten in der Pampa“, würde der Volksmund sagen. Mit dabei ist ein Beobachterteam, bestehend aus einem Psychologen, dem Abteilungsleiter Führung des ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrkommando der Bundeswehr, dem Zugführer des Spezial ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrzuges, dem Chef der 4. Kompanie und dem Kommandeur des ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrbataillons 750 „BADEN“, Oberstleutnant Daniel Razat, um den Fortschritt der Bewerber zu beobachten und zu beurteilen. Dieser Personenkreis ist es auch, der abschließend die Entscheidung über die Aufnahme in diese spezielle Teileinheit trifft. „Das bedeutet dann noch nicht, dass die Soldaten sofort im Spezial ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrzug eingesetzt werden. Das bestandene EFV ist der Ausgangspunkt für weitere Ausbildungsmaßnahmen“, erklärt Razat. Diese dauern nochmals rund zwei Jahre. 

Quer durch den Odenwald

Zunächst sind die Soldaten in Zwei-Mann-Teams beim Orientierungsmarsch, über dreißig Kilometer mit ihrem rund 25 Kilogramm schweren Gepäck, unterwegs. 12 Stunden haben sie dafür Zeit, was in unbekanntem Terrain nicht einfach ist. Lediglich Skizzen, Kartenausschnitte und Marschkompasszahlen dienen der Orientierung. Es folgte eine mehrtägige Durchschlageübung. Das ist nur im Team erfolgreich zu meistern. Ein Kriterium, welches die Beobachter besonders im Auge haben: „Wie fügt sich der Bewerber in die Situation ein? Ist er teamfähig? Kann er Führung und Verantwortung übernehmen?“ Aspekte, auf die der Psychologe achtet. Die Organisatoren des Bataillons haben verschiedene Stationen vorbereitet, an denen unterschiedlichste Fähigkeiten gefordert sind und von den Bewerbern abgerufen werden mussten.

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Detailansicht einer Wegeskizze in der Hand eines Soldaten.

„In der Pampa“: In unbekanntem Terrain muss sich das Team zurechtfinden. Unter Stress ist die Orientierung im Gelände eine Herausforderung.

Bundeswehr/Frank Dittrich
Ein Soldat seilt sich in eine Schlucht ab

Körperliche Fitness und soldatische Fähigkeiten sind während des EFV gefragt. Nach dessen Bestehen, beginnt eine monatelange Ausbildung.

Bundeswehr/Frank Dittrich
Soldaten tragen einen Dummy auf einer improvisierten Trage

Einlage: Die Teams müssen einen Verwundetentransport organisieren und durchführen

Bundeswehr/Frank Dittrich
Soldaten schwimmen im Wasser mit Ausrüstung

Gewässerdurchquerungen stellen Teams regelmäßig auf die Probe

Bundeswehr/Frank Dittrich
Prüfungssituation

Lohn der Mühen: Oberstleutnant Daniel Razat eröffnet den Bewerbern das positive Ergebnis

Bundeswehr/Frank Dittrich

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Stationen, die es in sich haben

Die Soldaten mussten während des EFV mit wenig Schlaf auskommen. Die knappen Ruhephasen verbrachten sie in Verstecken, wo sie sich mit dem versorgen konnten, was sie dabeihatten. Doch auch hier mussten kognitive Tests absolviert und Fragen – gestellt vom Beobachterteam – beantwortet werden. Schließlich müssen insbesondere Spezialistinnen und Spezialisten der Bundeswehr unter Belastung schnell und logisch reagieren können. Oft geht es nämlich schlicht um Leben und Tod. So erreichen die Vier verschiedene Stationen infanteristischer Prägung. Mal musste ein Gewässer unter Zeitdruck durchschwommen werden oder war ein Geländeeinschnitt per Seilsteg zu überqueren. Abseilübungen und Prüfungen an den Handwaffen der Bundeswehr rundeten das Anforderungsprofil ab. Einen Höhepunkt erreichte die Durchschlageübung mit einem weiteren Eilmarsch, der als Verwundetentransport absolviert wurde. Drei Kilometer musste eine lebensnah gestaltete Puppe von den Teilnehmenden auf einer behelfsmäßigen Trage mitgeführt werden. Ebenfalls mit einem zeitlichen Limit versehen.

Hohe Motivation

Endlich erreichen die Soldaten das Ziel und schließlich auch wieder ihren Standort Bruchsal, wo sie von vielen Kameradinnen und Kameraden empfangen wurden. Auf der dortigen Hindernisbahn endet das „Leben in der Lage“ und es hieß warten auf das Ergebnis. Wer sich den Anforderungen des EFV und schließlich auch denen des Spezial ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrzuges stellt, weiß, worauf er oder sie sich einlässt. Die mit der Verwendung einhergehende Zulage allein, ist jedenfalls keine Motivation für einen Dienst unter den spezialisierten Einheiten. Viele Bewerberinnen und Bewerber wollen zu den besten Kräften der Bundeswehr zählen und schätzen die ihnen übertragene Verantwortung. Der Erwerb von ausgesuchten Fähigkeiten und Fertigkeiten bringt sie auch in ihren Eingangsberufen und Verwendungen weiter. Viele Angehörige des Zuges weisen eine entsprechende wissenschaftliche Vorbildung in den Bereichen Chemie, Biologie oder Physik auf. Die gute Nachricht: alle vier Bewerber wurden angenommen und starten ihre fordernde Folgeausbildung!

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von Ralf Wilke / Frank Dittrich  E-Mail schreiben

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