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Afghanistan: Zwischenfall am Checkpoint

Kunduz, 29.08.2008, BMVg, Presse- und Informationsstab.
Fahrzeug hielt nicht – Sicherheitskräfte eröffneten Feuer – Zivilisten betroffen

Am 28.08.2008, gegen 21:50 Uhr Ortszeit näherten sich zwei zivile Fahrzeuge einem gemeinsam von Kräften der Afghan National Police (ANP), Afghan National Army (ANA) und deutschen Feldjägerkäften des Feldjägerausbildungskommandos Mazar-e Sharif betriebenen Checkpoint südöstlich der Stadt Kunduz.

Durch die eingesetzten Kräfte wurden die Fahrzeuge vor dem Checkpoint zum Stehen gebracht. Bevor eine weitere Untersuchung vorgenommen werden konnte, setzte sich das erste Fahrzeug wieder in Bewegung. Deutsche Soldaten und vermutlich auch Angehörige der ANP und ANA gaben daraufhin Warnschüsse in die Luft ab. Durch die auf einem geschützten Fahrzeug DINGO zur Sicherung eingesetzten Kräfte wurde das Feuer auf das erste Fahrzeug eröffnet.

Nach derzeitigen Informationen wurden am Tatort Spuren gefunden, die die Vermutung nahe legen, dass die Schüsse auf das Fahrzeug aus deutschen Waffen abgegeben worden sind. Ob auch von anderer Seite auf das Fahrzeug geschossen wurde, ist noch nicht abschließend geklärt. Nach bisherigen Erkenntnissen kamen eine Frau und zwei Kinder ums Leben. Drei weitere Kinder wurden verletzt und werden ärztlich behandelt.

Der gesamte Vorfall wird derzeit in enger Zusammenarbeit mit den Afghanischen Sicherheitsbehörden und dem Deutschen Einsatzkontingent ISAF in Kunduz untersucht. Es gibt zurzeit keinen Grund, den deutschen Soldaten einen Vorwurf zu machen. Die Staatsanwaltschaft Potsdam hat über das Einsatzführungskommando der Bundeswehr von diesem Zwischenfall Kenntnis erhalten und routinemäßig ein Verfahren eingeleitet. Weitere Informationen liegen derzeit nicht vor.

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Stand vom: 09.09.2008

http://www.bundeswehr.de/portal/a/bwde/einsaetze/missionen/isaf%3Fyw_contentURL=%2FC1256EF4002AED30%2FW27HY9ZV136INFODE%2Fcontent.jsp.html