Ich bin iM EINsatz: Instandsetzer für Waffen in Afghanistan

Ich bin iM EINsatz: Instandsetzer für Waffen in Afghanistan

Datum:
Ort:
Masar-i Scharif
Lesedauer:
3 MIN

Bei manchen Mobilgeräten und Browsern funktioniert die Sprachausgabe nicht korrekt, sodass wir Ihnen diese Funktion leider nicht anbieten können.

Auf drei Kontinenten und zwei Weltmeeren: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Ich bin iM EINsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.


Ein Soldat steht mit verschränkten Armen in einer Werkstatt

Daniel K. ist mit Leidenschaft Waffeninstandsetzer und im Camp Marmal verfügt er über eine bestens ausgestattete Werkstatt

Bundeswehr/PAO Resolute Support

Ich bin Stabsunteroffizier Daniel K., 25 Jahre alt und seit gut vier Jahren glücklich vergeben. Zuhause in Deutschland bin ich in der Waffeninstandsetzung der 4. Kompanie des Logistikbataillons 161 in Delmenhorst tätig. Das Logistikbataillon 161 hat den Auftrag, andere Truppenteile der Bundeswehr mit Material zu versorgen. Dafür müssen Fahrzeuge und Geräte am Standort regelmäßig gewartet oder repariert werden. Darüber hinaus transportiert das Logistikbataillon 161 Waren zu anderen Kompanien oder Bataillonen, um deren Nachschub sicherzustellen. Ich diene in der Bundeswehr seit 2012, dies ist mein erster Einsatz.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Ein Soldat überprüft Bauteile einer Waffe in einer Werkstatt

Bei der Wartung der Waffen ist höchste Präzision gefragt, denn ein Fehler kann unter Umständen verheerende Folgen haben

Bundeswehr/PAO Resolute Support

Hier in Masar-i Scharif bin ich für die Fristenarbeiten an allen Hand- und KfzKraftfahrzeug-Bordwaffen des deutschen Einsatzkontingents zuständig. Fristenarbeiten sind wie eine Inspektion beim Auto, diese muss ja auch regelmäßig durchgeführt werden. Nachdem wir in der morgendlichen Lagebesprechung alle wichtigen Informationen bekommen haben, geht es an die Werkbank. Durch unseren Gruppenführer, vergleichbar mit einem Meister, werden die verschiedenen Aufträge verteilt. Dieser kann im Verwaltungsprogramm erkennen, welche Waffen zur Inspektion müssen. Daraufhin werden die betroffenen Einheiten informiert und gebeten, die Waffen vorbeizubringen.

Nachdem uns die Waffen geliefert wurden, beginnen wir mit der Inspektion, genauso wie die jeweilige technische Vorschrift das vorsieht. Darüber hinaus überprüfen wir die Handwaffen, zum Beispiel die Pistole P8 der Soldatinnen und Soldaten, die wieder zurück nach Deutschland gehen. Während der Gruppenführer den Verwaltungsteil am Computer übernimmt, arbeite ich mit einem weiteren Kameraden an den Waffen. Mir macht die Arbeit hier viel Spaß. Weil wir hier viele verschiedene Waffen haben, wird die Arbeit auch nicht monoton.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Zwei Soldaten stehen sich in einer Werkstatt gegenüber und übergeben ein Gewehr, das gewartet werden muss

Daniel K. ist immer zur Stelle, wenn es Probleme mit den Waffen gibt, zurzeit jedoch nur mit Mundschutz und genügend Abstand

Bundeswehr/PAO Resolute Support

Neben den Inspektionen sind wir natürlich auch für die Reparatur der Waffen verantwortlich. Ich freue mich immer, wenn eine Waffe, wie das Gewehr G36 unsere Hände verlässt und ich sicher sein kann, dass die Kameradinnen und Kameraden sich mit dieser Waffe im Falle eines Falles sicher verteidigen können. Die hier herrschenden klimatischen Bedingungen sind eine Herausforderung für Mensch und Material. Die Tatsache, dass wir diese Herausforderung täglich meistern, macht mich stolz auf unsere Arbeit und zeigt mir auch, was ich zu leisten imstande bin.


Das vermisse ich hier am meisten.

Ich vermisse hier natürlich meine Freundin, die ich eine lange Zeit nicht sehen kann. Daher ist im Einsatz Telefonie und auch Videotelefonie eine wichtige Verbindungsmöglichkeit nach Hause. Aber auch meine Eltern fehlen mir. Gerade jetzt, unter den besonderen Bedingungen der Corona-Pandemie und den Feiertagen, merke ich, dass ich eben doch nicht in der Nähe bin. Zudem fehlt mir das Training mit meiner Hündin Maggie, mit der ich in meiner Freizeit regelmäßig im Hundesportverein trainiere.

Ich freue mich schon wieder darauf, die Gezeiten an der Nordseeküste zu beobachten, wenn ich zu Hause mit meiner Freundin und unserer Hündin am Strand spazieren gehe. Aber auch meine Kameradinnen und Kameraden in der Heimat, die natürlich meine Abwesenheit ausgleichen müssen, vermisse ich. Sei es, um sich nach Dienst noch zu treffen, oder einfach, um sich mit ihnen auszutauschen.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Ein Soldat steht auf einem Fahrzeug der Bundeswehr und montiert eine große Waffe auf das Fahrzeug

Die Waffen, die Daniel K. wartet, sind nicht alle handlich: Hier eine Granatmaschinenwaffe 40 Millimeter auf einem Dingo

Bundeswehr/PAO Resolute Support

Ich hoffe, dass der Einsatz trotz der besonderen Umstände durch das Coronavirus reibungslos verläuft und meine Liebsten zu Hause auch gesund durch diese schwere Zeit kommen. Ich freue mich bereits darauf, einen ausgiebigen Urlaub mit meiner Freundin und unserer Hündin an der Ostsee zu verbringen, sobald das wieder möglich ist. 

Ich möchte an dieser Stelle gerne einen Gruß an meine Familie schicken und freue mich schon, euch bald wiederzusehen.

von Daniel K.

Bei manchen Mobilgeräten und Browsern funktioniert die Sprachausgabe nicht korrekt, sodass wir Ihnen diese Funktion leider nicht anbieten können.

Mehr zum Thema