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Forschung an der WTDWehrtechnische Dienststelle 71: Tim Richter ist Fachmann für Messtechnik

Forschung an der WTDWehrtechnische Dienststelle 71: Tim Richter ist Fachmann für Messtechnik

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Der Technische Regierungshauptsekretär Tim Richter arbeitet bei der Wehrtechnischen Dienststelle für Schiffe und Marinewaffen, Maritime Technologie und Forschung (WTDWehrtechnische Dienststelle 71), die ihren Hauptsitz an der Ostseeküste in Eckernförde hat.

Zwei Menschen warten im Hafen auf das gerade einlaufende Schiff

Auch an Bord des dienststelleneigenen Forschungsschiffs Planet ist Tim Richter oft im Einsatz

Bundeswehr/Jörg Volland


Dort unterstützt er Forschungsexperimente und nimmt technische Aufgaben in den Bereichen Messtechnik und Datenerfassung mit Schwerpunkt auf Unterwasserakustik wahr.

Herr Richter, was genau ist Ihre Aufgabe in der WTDWehrtechnische Dienststelle 71?

Zu meinen Aufgaben zählen zum Beispiel die Planung von Forschungsfahrten sowie die Vorbereitung und Einrichtung des Messequipments. Aber ich übernehme auch organisatorische Einzelaufgaben wie die Anforderungen von Kranen für das Be- und Entladen der Schiffe.

Ein Mann sitzt in seinem Büro und arbeitet

Nicht nur in der Dienststelle sind Messgeräte die ständigen Begleiter von Tim Richter

Bundeswehr/Jörg Volland


Die Forschungsexperimente selbst werden hauptsächlich auf See mit den Schiffen und Booten der WTDWehrtechnische Dienststelle 71 durchgeführt. Dadurch gehe ich im Schnitt zwei bis vier Mal im Jahr für ein bis vier Wochen auf See.

Also sind Sie sowohl an Land als auch auf See dabei?

Ja - die Vorbereitungen im Hafen dauern ein bis drei Tage. Zunächst wird das Forschungsschiff mit dem Messequipment beladen. Dafür benutzen wir bordeigene oder mobile Krane.

Auch alle notwendigen Geräte müssen aufgebaut und angeschlossen werden. Die Messgeräte an Deck werden verkabelt, Winden mit Strom versorgt und Rollenblöcke für die Kabel von der Mannschaft am Heck montiert. Da ich über die Steige-Berechtigung verfüge, befestige ich auch die Antennen in den Masten.

Ein Mann arbeitet in großer Höhe an einem Antennenmast

Arbeit in schwindelerregender Höhe – die Antennen müssen sorgfältig befestigt werden

Bundeswehr/Tim Richter


Nach erfolgreichem Testlauf aller Systeme können dann die Forschungsfahrt und die eigentliche Forschungsarbeit beginnen.

Und was ist Ihre Aufgaben auf See?

Der Arbeitstag umfasst dort häufig zwölf Stunden und dies sieben Tage in der Woche.

Zusammen mit der Schiffsbesatzung bringe ich zum Beispiel die Messgeräte zu Wasser.
Im Anschluss an eine Testreihe stelle die gewonnenen Daten den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zur Verfügung.

Ein Mann bereitet an Bord eines Schiffes den Einsatz der Drohne vor

Eine Drohne wird für ihren Einsatz vorbereitet

Bundeswehr/Dr. Arne Schulz


Es kommt auch vor, dass rund um die Uhr gemessen wird. Dann muss man auch mal nachts Wache gehen und arbeiten. Neben diesen Hauptaufgaben habe ich noch die Befähigung zum Führen von unbemannten Luftfahrzeugen (Drohnen) und bin zudem Höhenretter.

Welches Messequipment verwenden Sie und was messen Sie genau?

Wir nutzen zum Beispiel Bojensysteme. Das sind verankerte oder auch frei treibende Schwimmkörper. An diesen sind einzelne hochempfindliche Unterwassermikrofone (Hydrofone) oder auch ganze Hydrofonketten mit entsprechender Datenaufzeichnungselektronik und Stromversorgung integriert.

Ein Mann überprüft die Funktionen einer Messboje

Bevor die Messboje zu Wasser gelassen wird, muss nochmal alles überprüft werden

Bundeswehr/Dr. Arne Schulz


Zu den komplexeren und größten Systemen gehört eines unserer Schleppsonare. Es sendet sehr tiefe Frequenzen aus, die von einer hinterher geschleppten Hydrofonkette erfasst werden. Weil dieses System zurzeit einmalig in der Bundeswehr ist, nehmen wir damit regelmäßig zusammen mit der Deutschen Marine an Manövern teil.

Das klingt alles spannend und abwechslungsreich!

Ja, absolut. Die Mischung gefällt mir sehr gut. Ich sitze eben nicht nur im Büro, sondern bin auch eine überschaubare Zeit unterwegs. Jedes System bzw. jede Forschungsfahrt stellt uns vor neue Herausforderungen. Gerade auf See, wenn der nächste Fachmarkt nicht zu erreichen ist, wird immer eine Menge Improvisationstalent gefordert.

Failure is not an option“: Das, was schon bei Apollo 13 galt, trifft auch hier den Kern. Wir suchen ständig nach Mitteln und Lösungen, um unsere Aufgaben zu erfüllen. Da ist auch immer Teamwork gefragt. Und das ist bei uns besonders wichtig und ausgeprägt.

Und was macht Ihnen an Ihrem Job am meisten Spaß?

Die Herausforderungen, die die Forschungsfahrten mit sich bringen. Ein toller Nebeneffekt davon ist, dass man ein wenig herum kommt.

Meistens bin ich in der Nord- und Ostsee bzw. vor Norwegen unterwegs. Es gab aber auch schon Forschungsfahrten ins Mittelmeer oder sogar in die USA. Die letzte Fahrt ging zum Beispiel nach Portugal. Dort haben wir an einem NATONorth Atlantic Treaty Organization-Experiment teilgenommen.
Solche Möglichkeiten hat man halt nicht in jedem Job.

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