Streitkräftebasis

Kraftfahrwesen

Das Kraftfahrwesen der Bundeswehr macht unsere Truppe mobil. Von der Führerschein-Ausbildung über die Zulassung aller Fahrzeugen bis hin zum Sicherheitstraining für Militärkraftfahrer reicht das Spektrum der Aufträge für diese Spezialisten der Streitkräftebasis. Im Zentrum für Kraftfahrwesen der Bundeswehr laufen die Fäden zusammen.

Fahrschulpanzer im Gelände
Bundeswehr/Jacqueline Faller

Wir machen die Truppe mobil

Eine Fahrschulsituation: Motorrad voraus, dahinter ein PKW

Bekannte Situation: Kraftfahrgrundausbildung bei der Bundeswehr. Das militärische Kraftfahrwesen umfasst aber weit mehr.

Bundeswehr /Jacqueline Faller

Die Kraftfahrzeuge im Bereich der Bundeswehr erzeugen einen hohen Verwaltungsaufwand. Mit technischen Vorschriften und Zulassungsbestimmungen allein ist es nicht getan. Wann ist ein Auto, LKWLastkraftwagen oder Motorrad für den Straßenverkehr tauglich, welche Kriterien gelten? Abgasnormen, Fahrzeugkonfigurationen, Kontrollmechanismen bis hin zu den Richtlinien für die Ausbildung an den Fahrschulen – das Spektrum im Zusammenhang mit dem Kraftfahrwesen ist weit gefächert und vielfältig. In der Streitkräftebasis ist das Zentrum für Kraftfahrwesen der Bundeswehr beheimatet. Die Dienststelle in Mönchengladbach nimmt alle straßenverkehrsrechtlichen Behördenfunktionen für den Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung wahr. Die Fachaufgaben des Kraftfahrwesens werden hier zentral für alle Dienststellen der Bundeswehr und gegenüber externen Stellen verantwortet.

Zuständig für die Ausbildung

Soldatin arbeitet mit Verkehrsvorschriften am Schreibtisch.

Die Bundeswehr legt viel Wert auf eine gute Ausbildung ihrer Kraftfahrer. Handverlesen ist auch das Personal für diesen Bereich, etwa die Fahrlehrer.

Bundeswehr/Roland Alpers

Beeindruckend sind im Zusammenhang mit dem militärischen Kraftfahrwesen die Zahlen im Bereich der Ausbildung: Etwa 13.000 Lehrgangsteilnehmerinnen und Lehrgangsteilnehmer durchlaufen jährlich eine Kraftfahrgrundausbildung und rund 7.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nehmen an Verkehrssicherheitstrainings teil. Hinzu kommen pro Jahr noch 14.500 ausgestellte Dienstfahrerlaubnisse – also Führerscheine, 12.000 Verlängerungen von solchen. Ebenso holen die Spezialisten der Streitkräftebasis etwa 48.000 Auskünfte aus dem Verkehrszentralregister ein und nehmen rund 20.000 Fahrerlaubnisprüfungen pro Jahr ab.

Mit Sicherheit

Ein Soldat vermisst einen LKW

Bevor ein Fahrzeug das bekannte Y-Kennzeichen erhält, sind viele Prüfungen notwendig. Eine Aufgabe für die amtlich anerkannten Sachverständigen des Zentrums Kraftfahrwesen der Bundeswehr.

Bundeswehr/Roland Alpers

Die sogenannte Zertifizierung von Fahrzeugen gehört ebenfalls zum Aufgabenspektrum des militärischen Kraftfahrwesens. Bevor ein Panzer, ein Lastwagen oder PKW das Y-Kennzeichen tragen darf, führen amtlich anerkannte Sachverständige eine umfangreiche Prüfung durch. Diese bescheinigt dem Fahrzeug unter anderem die Verkehrssicherheit und führt schließlich zu einer Zulassung. Teilweise ist die Bundeswehr ermächtigt von gesetzlichen Vorgaben abzuweichen, etwa bei der Zulassung von Fahrzeugen mit Übergewicht oder -breite. Daran arbeiten insgesamt fast 1.000 Experten – 180 davon in Mönchengladbach. Sie überprüfen diese Bedingungen ständig bundesweit.

Gut ausgebildet

Ein PKW auf einer Wasserfläche

Die Grundlagen für das Fahren im Gelände und die Sicherheitstrainings werden im Zentrum Kraftfahrwesen konzipiert.

Bundeswehr/Wilke

Das oberste Ziel des Kraftfahrwesens ist die sehr gute Ausbildung der militärischen Kraftfahrerinnen und Kraftfahrer (MKF). Dazu gehört auch die Bereitstellung von sicheren, den militärischen Erfordernissen entsprechenden Fahrzeugen, um einen sicheren Kraftfahrbetrieb zu gewährleisten. Nur gut ausgebildete MKF, die ihre zunehmend komplexer werdenden Fahrzeuge beherrschen, werden im Einsatz Erfolg haben. Damit leistet das Kraftfahrwesen einen wichtigen Beitrag zur Bereitstellung einsatzbereiter Kräfte. Im Fokus dabei stehen die Einsätze der Bundeswehr. Die Anforderungen an einen im Auslandseinsatz sind ungleich höher als zu Hause. Neben einer stetigen Bedrohung herrschen in den Einsatzländern oftmals chaotische Straßen- und Verkehrsverhältnisse. Darauf muss man die Soldatinnen und Soldaten vorbereiten. Die Bundeswehr tut dies, indem sie geschützte Fahrzeuge einsetzt und das Personal entsprechend schult. Was es können muss, wird zentral festgelegt und überprüfbar geregelt im Zentrum Kraftfahrwesen der Bundeswehr.

von Ralf Wilke  E-Mail schreiben

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