Studie: Afghanistan ist sicherer geworden
Berlin, 07.02.2008, www.bundesregierung.de.
Die Menschen im Norden Afghanistans sind der Meinung, dass sie viel sicherer leben, seitdem ausländische Truppen sie schützen. Das geht aus einer sozialwissenschaftlichen Studie hervor, die Forscherinnen und Forscher aus Berlin unter der Bevölkerung durchgeführt haben.


Unterstützer, nicht Besatzer (Quelle: Die Bundeswehr hilft Kindern in der Dritten Welt e.V.)
Mehr als 2.000 Haushalte in 77 Gemeinden haben die Forscherinnen und Forscher der Freien Universität Berlin im ersten Halbjahr 2007 befragt. Sie wollten wissen, wie die Menschen das Engagement internationaler Helfer und Truppen in ihrem Land erleben und beurteilen. Eine überwältigende Mehrheit ist demnach der Meinung, dass das Land sicherer geworden sei:
76 Prozent sagten, dass sich die Sicherheitslage sehr verbessert habe, 23 Prozent meinen immerhin, dass sie etwas besser geworden sei. Nur 0,6 Prozent gingen von einer Verschlechterung aus. Die positiven Veränderungen werden zum größten Teil ausländischen Truppen zugeschrieben: 80 Prozent der Befragten glauben, dass fremde Truppen positiv zur Sicherheitssituation beigetragen haben.
Allerdings glaubt jeder fünfte Befragte auch, dass die Präsenz internationaler Entwicklungsakteure die lokalen Gepflogenheiten und islamischen Werte bedrohe. Sogar 43 Prozent der Haushalte gaben an, die Präsenz ausländischer Truppen bedeute eine Bedrohung für lokale Gepflogenheiten und islamische Werte in der Gemeinde. Etwa 61 Prozent der Haushalte berichten dagegen von positiven Auswirkungen internationaler Entwicklungsorganisationen, etwa auf die Bereitstellung von Trinkwasser. Nach der Qualität der Straßen gefragt, äußerten 41 Prozent, diese seien viel besser geworden. Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit hätten auch geholfen, die Qualität der Schulbildung zu verbessern, konstatieren die Afghanen.
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