Sanitätsdienst

Gänsehaut am ersten Tag der Unterstützung im Krankenhaus

Gänsehaut am ersten Tag der Unterstützung im Krankenhaus

  • Amtshilfe
  • Sanitätsdienst
Datum:
Ort:
Sachsen
Lesedauer:
2 MIN

Seit Anfang Januar 2021 unterstützen sechs Soldatinnen und Soldaten des Sanitätsregiment 1 aus Berlin das Personal im Krankenhaus Bischofswerda in Sachsen. Generalarzt Dr. Bruno Most, stellvertretender Kommandeur Kommando Sanitätsdienstliche Einsatzunterstützung, informierte sich vor Ort über die aktuelle Lage und bedankte sich bei allen Beteiligten.

Soldaten sitzen um einen Tisch und tauschen sich untereinander aus

Generalarzt Dr. Bruno Most im Gespräch mit Soldatinnen und Soldaten, die in Bischofswerda unterstützen

Bundeswehr/Paulina Englowski

Die Soldatinnen und Soldaten sind als Pflegekräfte zur Unterstützung des Krankenhauspersonals auf der Normalstation und der Intensivstation sowie in der Notaufnahme tätig. Die schnelle und unkomplizierte Hilfe der Bundeswehr habe vor allem die Personalsituation entspannt: „Beim Personal treten immer mal wieder positive Corona-Fälle auf. Das Pflegepersonal ist an die Belastungsgrenze gegangen. Deswegen nehmen wir die Hilfe sehr dankbar an“, betonte Pflegedienstleiterin Sabine Zippel. Unterstützt wird sie unter anderem von Hauptgefreiter Angelique Amarell.

„Es gibt hier nichts, was ich noch nicht gemacht habe.“

Portrait einer jungen Soldatin, die vor einer Flurwand steht.

Hauptgefreiter Angelique Amarell ist im Krankenhaus Bischofswerda als Pflegehelferin tätig

Bundeswehr/Paulina Englowski

Hauptgefreiter Angelique Amarell gehört zur 7. Kompanie des Sanitätsregiments 1 in Berlin. Sie ist dort Kraftfahrerin und aktuell als Pflegehelferin tätig. Amarell ist beeindruckt vom Einsatz im Krankenhaus: „Ich habe zwar nicht die umfassende medizinische Ausbildung wie viele meiner Kameradinnen und Kameraden, mache aber die Medikationen selbst, pflege die Patienten oder halte ihre Hand, wenn es zu Ende geht. Es gibt hier nichts, was ich noch nicht gemacht habe.“ Der Einsatz sei belastend – auch, weil sie das erste Mal Menschen beim Sterben begleite.

Erste Berührung mit dem Tod

Ihr erster Arbeitstag wird Amarell lange in Erinnerung bleiben: „Wenn ich daran denke, verspüre ich reine Gänsehaut.“ Direkt nach der Anreise sollte sie einer Patientin das Essen reichen und die Sättigung messen. „Ich bin in das Zimmer, die Patientin war tot. Das war gleich meine erste Berührung mit dem Tod. Das war sehr prägend“, erzählt Amarell. Nachts habe sie schlecht geschlafen, aber ein Ritual am nächsten Tag habe ihr Halt gegeben: „Ich habe eine Blume auf die verstorbene Patientin gelegt. Das ist so üblich. Damit ging es mir dann besser.“

Gleichzeitig erlebe sie auch Patienten, denen es anfänglich sehr schlecht ging und die im Laufe der Zeit genesen seien. „Es gibt positive und negative emotionale Momente. Ich habe beides erlebt. Das ist schön und beängstigend zugleich“, berichtet Amarell. Die Berührung mit dem Tod sei allerdings nicht mehr so schlimm wie am ersten Tag.

Das Richtige tun

Generalarzt Dr. Most zeigte sich beeindruckt vom Einsatz der Soldatinnen und Soldaten: „Sie gehen mit Ihrer Arbeit an Ihre Grenzen, aber ich habe bisher keinen Soldaten erlebt, der nicht wusste, warum er hier ist.“ Allgemein gebe es viel positives Feedback für den Einsatz der Soldatinnen und Soldaten in den Krankenhäusern. „Diese positiven Rückmeldungen sind in dieser Zeit ein sehr erfüllendes Gefühl, weil es zeigt, dass wir das Richtige tun“, so Dr. Most. Der Einsatz in Bischofswerda dauert noch bis zum 26. Februar an.

von Dr. Nadine Seumenicht  E-Mail schreiben

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