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Tod und Trauer – Hilfen für Vorgesetzte

Koblenz, 13.03.2012, Bundeswehr aktuell.
Der Umgang mit Trauernden ist etwas, dem sich niemand gerne stellt. Zu groß ist die Angst, etwas „falsch“ zu machen. Das Zentrum Innere Führung in Koblenz bietet nun einen Lehrgang zu dieser sehr emotionalen Thematik an.

Traurige Frau

Trauer ist pure Einsamkeit (Quelle: Fotolia/Rynio Productions)Größere Abbildung anzeigen

Der Tod eines nahestehenden Menschen lässt Betroffene sehr schnell an ihre Grenzen stoßen. Während das Thema Tod in der heutigen Gesellschaft häufig verdrängt und die Begegnung mit Trauernden gescheut wird, müssen militärische Führer darauf vorbereitet sein, unerwartet eine Todesnachricht zu überbringen.

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Noch ein Pilotlehrgang

Die Bewältigung der eigenen Betroffenheit, eine der Situation angemessene Übermittlung dieser für die Angehörigen lebensverändernden Nachricht und das Aushalten der den Überbringern entgegenströmenden Emotionen sind Grenzerfahrungen, die einer intensiven Vor-, aber auch Nachbereitung bedürfen. Das Zentrum Innere Führung hat diese Herausforderung angenommen und einen neuen Lehrgang konzipiert, der dazu beitragen soll, militärische Führer im Umgang mit Tod und Trauer zu schulen.

Kürzlich haben sich zwölf Soldaten verschiedener Dienstgradgruppen in einem Pilotlehrgang eine Woche lang intensiv mit dem Thema Tod und Trauer auseinandergesetzt. Mit der Erwartung im Gepäck, auf anstehende Aufgaben im Auslandseinsatz und im „Team Heimat“ vorbereitet zu werden, waren sie nach Koblenz gereist. Verständlicherweise war auch eine leichte Verunsicherung darüber zu spüren, was auf sie in der Auseinandersetzung mit der sehr emotional geladenen Thematik zukommen sollte.

Der Lehrplan deckte mit den Schwerpunktthemen Trauerreaktionen, Gesprächsführung mit Belasteten, Überbringen einer Todesnachricht, Suizid, Einsatzvorbereitung, Tod und Trauer im Einsatz und Umgang mit der eigenen Belastungssituation ein breites Feld ab. Sehr schnell wurde deutlich, dass in diesem Lehrgang nicht das Konsumieren von Theorie, sondern ein Handlungstraining und das Einbringen von eigenen Erfahrungen im Vordergrund stehen würden.

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„Bauchgefühl“ statt Musterlösung

Ebenso wurde deutlich, dass es keine Musterlösungen, aber jedoch Leitlinien im Umgang mit Trauernden gibt. Da jeder Mensch anders trauere, sei es erforderlich einen eigenen Stil im Umgang mit Trauernden zu entwickeln, der auch sehr stark situationsabhängig sei. Darüber hinaus müsse man sich in diesen emotional schwierigen Situationen auch auf das „Bauchgefühl“ verlassen, so die Lehrgangsleiterin Christiane Reitz. Auch könne man nicht erst in einer Taschenkarte nachschauen, wenn einem weinende Angehörige oder verzweifelte Kameraden gegenüberstehen würden.

Als besonders hilfreich bewertete die Lerngruppe Filmbeiträge, in denen betroffene Angehörige und militärische Führer ihr persönliches Erleben im Umgang mit Tod und Trauer schilderten. Gerade an realen Beispielen könne man besonders gut Schlussfolgerungen für das eigene zukünftige Handeln ziehen.

Trauriger Mann

Dinge, die verarbeitet werden müssen (Quelle: Fotolia/Razvan)Größere Abbildung anzeigen

„Es ist gut, sich dem schweren Thema ‚Tod und Trauer‘ in Form eines Lehrganges zu stellen. Nicht nur im Einsatz, sondern auch im täglichen Dienstbetrieb kann man sehr schnell mit dieser Thematik konfrontiert werden. In dem Trauerlehrgang bin ich sehr gut auf den Umgang mit trauernden Menschen vorbereitet worden“, resümierte ein Teilnehmer am Ende des Lehrgangs.

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Stand vom: 03.12.13 | Autor: Detlef Kunkel


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