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Afghanistan: Dienst in Faisabad (1)

Faisabad (Afghanistan), 29.06.2011.
In Faisabad im Norden Afghanistans betreibt die Bundeswehr eines der beiden Regionalen Wiederaufbauteams (PRT) . Zu den Kernaufgaben eines PRT gehört es, den Wiederaufbau des Landes voranzubringen und die Sicherheit in der Region zusammen mit den afghanischen Sicherheitskräften zu gewährleisten.

Durch eine enge Zusammenarbeit von Bundeswehr, Auswärtigem Amt, afghanischer Polizei und Nichtregierungsorganisationen wird eine breite Unterstützung der Provinzregierung Badakshans erreicht.

Afghanischer Wachmann mit Gewehr

Gemeinsame Sicherung durch Afghanen und Deutsche (Quelle: Steffen Maluche)Größere Abbildung anzeigen

Das PRT Faisabad wird von einer sogenannten Doppelspitze geführt. Als militärischer Kommandeur führt Oberst Oliver Kohl zusammen mit dem sogenannten Senior Civil Representative (SCR) des Auswärtigen Amtes, André Scholz, das Team. Sie sorgen gemeinsam für enge Kontakte mit offiziellen Ansprechpartnern der Region und halten Kontakt mit diversen informellen Kreisen. „Die Kenntnis der hiesigen Machtstrukturen und der Austausch mit offiziellen Vertretern der Region spielt eine wichtige Rolle bei der Erfüllung unserer Aufgabe“, berichtet Oberst Kohl.

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Gespräche durch nichts zu ersetzen

Wichtig sei es in diesem Zusammenhang auch, sich mit den kulturellen Besonderheiten im Einsatzland intensiv vertraut zu machen: „Das ist ein ständiger Prozess. Sie können tausend Bücher über Afghanistan lesen. Afghanistan und damit die Afghanen zu verstehen, heißt, mit der Bevölkerung immer wieder ins Gespräch zu kommen. Die Theorie macht dabei vielleicht zehn Prozent aus, alles andere ergibt sich aus den direkten Gesprächen“, sagt Kohl.

„Gerade der Umgang mit der Bevölkerung, und die eigene Weiterentwicklung dabei sind für sehr viele der mir anvertrauten Soldatinnen und Soldaten wichtige Erfahrungen. Immer wieder bekomme ich positive Rückmeldungen, insbesondere von den MOT, den Mobile Observation Teams der Schutzkompanie, die Kontakt mit der Bevölkerung halten“, erklärt er.

Kinder beobachten einen Soldaten auf einem Markt in Faisabad

Unverzichtbar: Der Kontakt zur Bevölkerung (Quelle: Steffen Maluche)Größere Abbildung anzeigen

Dennoch gibt es eine Bedrohungslage, die trotz der relativ stabilen Sicherheitsarchitektur in Faisabad nicht zu unterschätzen ist. Oberst Kohl schätzt die Situation an sich zwar als relativ stabil ein, weist aber auch auf versuchte Angriffe oder Beschuss in der Vergangenheit hin. „Die Bedrohung ist immer da“, hält Kohl fest. „Man muss sehen, was man mit den Kräften, die einem zur Verfügung stehen, erreichen will.“

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Mongolische Soldaten sichern das PRT

Zur Erfüllung seiner Aufgaben verfügt das PRT über alles, was zum Leben in einem Feldlager benötigt wird. Logistik, Führungsunterstützung, Schutz und Betreuung – alles das sind wichtige Aspekte, die die Erfüllung des Auftrages überhaupt erst möglich machen.

Die Besonderheit in Faisabad ist, dass ein mongolischer Sicherungszug seit 2009 den Schutz des Feldlagers übernommen hat. Mongolische Soldaten arbeiten in der Sicherung am Tor des Lagers oder stehen auf einem mit einem Maschinengewehr bestückten Wachtturm Posten.

Soldat am Maschinengewehr

Partner im Einatz: Ein mongolischer Sicherungssoldat (Quelle: Steffen Maluche)Größere Abbildung anzeigen

Ganz besonders ist auch der Flugplatz. Neben dem Feldlager erstreckt sich eine mit Stahlplatten befestigte Piste. Diese Lande- und Startbahn stammt noch aus den 80er-Jahren. Die Bahn ist sehr reparaturanfällig. Ein Tower oder eine für einen modernen Luftverkehr erforderliche Luftraumüberwachung sind nicht vorhanden. Bei schlechtem Wetter sind Landungen oder Starts oft nicht möglich.

Der Schutz des Feldlagers und seiner Soldaten vor allem außerhalb des PRT ist eine Aufgabe der deutschen Schutzkompanie. Mit ihren Kräften kann sie auch Angehörige von staatlichen und nichtstaatlichen Hilfsorganisationen aus Gefahr ins Feldlager evakuieren.

Nach den Unruhen in Talokan nahmen die Anfragen auf schützende Unterbringung beim PRT zu. Das Feldlager bietet dann diesen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Ernstfall und bei Bedarf Schutz, Unterkunft, Verpflegung und medizinische Versorgung.

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Stand vom: 03.12.13 | Autor: Steffen Maluche


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