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Verstärkung auf Abruf – Teil 1 (Sprechertext)

Seit Anfang August sind die rund 650 deutschen und österreichischen Soldaten des ORF-Bataillons KFOR im Einsatz. Nach den Unruhen vom 25. und 26. Juli 2011 in den vier nördlichen Provinzen des Kosovos wurden sie bereits ab dem 2. August beginnend in den Einsatz verlegt.

Heute startet eine Patrouille in Richtung Dock 31 im kosovarisch-serbischen Grenzübergang, an dem das ORF-Bataillon die Verantwortung trägt. Unterwegs sollen zwei Beobachtungspunkte entlang der Hauptverbindungsstraße von Mitrovica bis zur Grenze angefahren werden. Die Strecke führt von Novo Selo über die Stadt Mitrovica weiter nach Nordwesten den Iber entlang. Rechts und links der Straße sind eine Vielzahl von Industrieruinen zu sehen, Zeugen der jugoslawischen Vergangenheit.

Die erste Station auf der Strecke ist der Beobachtungspunkt Eins. In Gruppenstärke, ausgestattet mit einem Transportpanzer Fuchs und einem Zweitonner, werden die Hauptstraße und die umliegenden Gebäude überwacht. Verstärkt wurde der Posten mit Holzstämmen. Auf diese Weise kann der Weg auch kurzfristig durch den Fuchs gesperrt werden. Die Soldaten des ORF-Bataillons setzen auf Deeskalation. Waffen und Westen sind auf den Fahrzeugen jederzeit griffbereit. Die Situation ist in diesem Augenblick zwar ruhig, kann aber jederzeit kippen. Die besonderen Anforderungen an die Soldaten beschreibt der Kommandeur.

Kommandeur: „Ein ORF-Bataillon steht immer vor der Herausforderung, dass es nicht weiß, wo es eingesetzt wird, zu welcher Zeit und für welche Dauer. Die Dauer ist zur Zeit das größte Problem für die Soldaten, da sie nicht wissen, wie lange der Einsatz dauert.

Holprig und staubig geht’s weiter zum Beobachtungspunkt Zwei. Dieser liegt in einem kleinen Steinbruch dicht an einer wichtigen Verbindungsstraße in Richtung Norden nahe Zupce. Auch hier zeigt das ORF-Bataillon Präsenz. Ein Transportpanzer Fuchs und ein Posten sichern nach vorne. Der Bereich dient dem eingesetzten Zug gleichzeitig als Gefechtsstand und als Ruheraum. Das Zelt haben sie erst vor wenigen Tagen bekommen. Vorher wurde in den Fahrzeugen übernachtet. Auch der Aufenthaltsbereich ist eher spärlich ausgestattet. Der Führer vor Ort weist kurz in die augenblicklichen Aufträge des Zuges ein.

Führer: „Also wir befinden uns jetzt hier am OP2, heißt Observation Point. Wir haben hier den Auftrag, die Ortschaft Zupce, die sich hier hinter uns befindet, zu überwachen, und an der Bevölkerung nahe dran zu sein, heißt: Wenn sich hier irgendetwas tut in der Bevölkerung, wieder Unruhen sind oder sich irgendwo große Menschenmassen ansammeln, das an unsere TOC melden, heißt an unsere Operationszentrale, um denen dort ein Lagebild zu geben, was hier vor Ort los ist. Da haben wir hier zum einen unseren Gefechtsstand, weil hier von unserem Observation Point leiten wir auch den Gefechtsstand zugleich und halten hiermit auch Verbindung zu unserem Observation Punkt Eins, der sich hier im östlichen Bereich befindet, damit wir mit denen ständig in Kontakt stehen. Und wir haben auch im Raum immer stetig eine Patrouille von unserem Zug gestellt, mit denen wir auch ständig im Funkkontakt sind, um hier auf Lagen sofort zu reagieren.

Wie alles andere auch ist die Verpflegung vor Ort Gemeinschaftssache. Als Verpflegung gibt es das gute alte EPA, mehr Abwechslung gibt es nicht. Die Zubereitung erfolgt rustikal auf einer selbst gebauten Kochstelle.

Weiter geht es zum Grenzübergang zu Serbien. Auf der Strecke wird durch die serbischen Flaggen die gefühlte Zugehörigkeit durch die Bevölkerung deutlich gemacht.

Die Landschaft auf dem Weg ist malerisch. Berge, Flüsse und Seen wechseln sich ab. Doch die Ruhe ist trügerisch, wie die Ereignisse vor kurzem gezeigt haben. Links der Straße liegt ein großer Stausee, mit dessen Hilfe die serbischen Provinzen des Kosovo ihren gesamten Strom produzieren und sich damit vom eigentlichen Kosovo autark halten.

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Stand vom: 03.12.13


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