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Kampf den Kampfmitteln (Sprechertext)

Minen und improvisierte Sprengfallen, auch IEDs genannt, sind nach wie vor die größte Bedrohung für die Bundeswehr in Afghanistan.

Im ersten Halbjahr 2011 hat die Bundeswehr sogar eine Zunahme der Sprengfallen festgestellt – um ein Drittel gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Beim Kampf gegen die heimtückischen Sprengkörper will die Bundeswehr nun neue Wege gehen.

Bei der Wehrtechnischen Dienststelle in Koblenz wurde ein neues System zum Aufspüren und Beseitigen von Sprengfallen vorgestellt, mit dem IEDs aus sicherer Entfernung entdeckt und freigelegt werden können.

Das sogenannte Route Clearance Package besteht aus drei Elementen:

Dem Führungsfahrzeug, einem Transportpanzer Fuchs. Dem Detektor-Fahrzeug, einem Wiesel mit einer Radaranlage. Sowie dem Manipulatorfahrzeug Mine Wolf.

Besteht bei einer Patrouillen- oder Konvoifahrt ein Verdacht auf Minen oder IEDs, kommt zunächst der Wiesel zum Einsatz. Das Detektorfahrzeug wird vom Fuchs aus ferngesteuert und nähert sich rückwärts dem verdächtigem Streckenabschnitt.

Sobald der Radarsensor ausgefahren ist, kann der Untergrund nach Sprengfallen oder Minen abgesucht werden. Vom Führungsfahrzeug Fuchs aus steuert der Bediener das Detektor-Fahrzeug aus sicherer Entfernung, mit Hilfe von sechs Kameras.

In langsamer Fahrt bewegt sich der Wiesel mit dem Radarsensor über die verdächtige Stelle. Auf dem Monitor kann das Bedienpersonal das Radarbild verfolgen und sehen, ob sich verdächtige Gegenstände im Boden befinden.

Der Projektleiter ist zufrieden mit den Fähigkeiten des Radar-Wiesel.

Projektleiter: „Die Flächenleistung ist sehr viel höher als die handgeführten Geräten, die wir zur Zeit haben. Und zum anderen: Es ist kein Soldat direkt der Gefahr ausgesetzt.

Ist eine Mine oder Sprengfalle entdeckt worden, kommt das Manipulatorfahrzeug, der Mini Mine Wolf, zum Einsatz. Auch er wird mit Hilfe von sieben Kameras aus dem Fuchs ferngesteuert.

Mit seinem speziellen Greifarm kann der Mini Mine Wolf verdächtige Gegenstände freilegen, ausgraben, greifen und beiseite legen. Keine leichte Aufgabe für die Bediener im Fuchs, denn sie können den Mini Mine Wolf nur mit Hilfe der Kameras bedienen, das braucht viel Übung.

Zwei Fahrzeuge vom Typ Mini Mine Wolf sind bereits im Einsatz in Afghanistan.

Soldat: „Die ersten Erfahrungen sind sehr positiv, weil die gefährliche Aufgabe des Ausgrabens und Freilegens, was bisher mit Spitzhacke und Schaufel durchzuführen ist, natürlich durch diese Fahrzeuge viel kräftesparender und für die Gesundheit der Soldaten besser durchgeführt werden kann, weil ich halt die Abstandsfähigkeit habe.

Transportiert wird der Mini Mine Wolf auf einem LKW vom Typ Multi. Für ihn wurde extra ein Transportgestell entwickelt. Es ermöglicht den Soldaten, den Mini Mine Wolf ferngesteuert abzusetzen, ohne das Führerhaus des LKW verlassen zu müssen – auch dies bedeutet ein Stück mehr Sicherheit für die Soldaten im Einsatz.

Um das System zu ergänzen, befindet sich derzeit der Transportpanzer Fuchs KAI in der Erprobung. KAI steht für Kampfmittelaufklärung und – Identifizierung. Mit seinem neu entwickelten Manipulatorarm kann auch der Fuchs Sprengsätze aus sicherer Entfernung freilegen und entfernen.

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Stand vom: 03.12.13


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