Heimatschutz üben

National Guardian

Mit National Guardian üben die Heimatschützerinnen und -schützer in allen Bundesländern ihre Kernaufgabe: das Schützen und Sichern verteidigungswichtiger Infrastruktur. Dabei geht es auch um die Zusammenarbeit mit zivilen Behörden in der Landes- und Bündnisverteidigung.

Zwei Soldaten gehen einen Feldweg entlang. Sie sind mit Gewehr, Schutzweste und Funkgerät ausgerüstet.

Heimatschützerinnen und -schützer gibt es in allen 16 Bundesländern. Als engagierte Reserve sollen sie verteidigungswichtige Infrastruktur schützen und sichern - insbesondere dann, wenn die aktive Truppe in anderen militärischen Aufgaben gebunden ist. Heimatschutzkräfte sind ein zentraler Bestandteil der Landes- und Bündnisverteidigung. Sie sichern auch zentrale Infrastruktur, die zur erfolgreichen Verlegung von Kräften in und durch Deutschland genutzt wird. National Guardian bietet dabei als deutschlandweite Übung die Möglichkeit, diese Aufgaben in realen Szenarien zu trainieren. Denn insbesondere im April und Mai 2024 wird es im Zusammenhang mit den größeren Übungsclustern von Quadriga 24 und der NATO-Übung Steadfast Defender zu erhöhten Truppenbewegungen durch Deutschland auf den verschiedensten Routen kommen.

Was ist National Guardian?

Bei National Guardian üben deutschlandweit die Heimatschutzkräfte ihren Kernauftrag: Schutz und Sicherung verteidigungswichtiger Infrastruktur. Dabei werden zum Beispiel Munitions- und Materiallager, Seehäfen, Verladebahnhöfe oder auch die Convoy Support Center – Umschlagpunkte der Truppe bei großen Verlegungen – geschützt. Auch wird in einem ersten Schritt die teilweise digitale Alarmierung der Heimatschutzkräfte flächendeckend geübt.

Porträt eines Soldatens in Uniform
Generalleutnant André Bodemann, Befehlshaber des Territorialen Führungskommandos der Bundeswehr Bundeswehr
Mir kommt es dabei besonders darauf an, das enge Zusammenwirken der Heimatschutzkräfte mit alliierten Partnern, anderen Bereichen der Bundeswehr, vor allem aber auch zivilen Behörden und Organisationen - wie beispielsweise der jeweiligen Landespolizei - zu beüben.

Wie verläuft die Übung National Guardian?

Mehrere Militärfahrzeuge werden in einem Hafen auf eine Fähre gefahren

Bundeswehrangehörige unterstützen verbündete Nationen beim Be- und Entladen ihrer Fahrzeuge in einem deutschen Hafen

Bundeswehr/Anne Weinrich

Bereits im Januar 2024 haben die Heimatschutzkräfte der Bundesländer jeweils die in der Übung zu schützende Infrastruktur identifiziert und erste Vorerkundungen für die Planung der im Zeitraum Ende April bis Anfang Mai stattfindenden Übungen vorgenommen. Dabei ist die Varianz der zu schützenden Objekte groß: Sie reicht vom Seehafen in Rostock über ein Convoy Support Center, das in der Oberlausitz eingerichtet wird, bis hin zu Munitionsdepots und Verladebahnhöfen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Bayern, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen – diese Bundesländer bilden auch während der Verlegungen einen Schwerpunkt.

In Bayern wird das Landeskommando mit seinen Heimatschutzkräften Ende April einen RHOE – Railhead of Embarkation – also einen Verladebahnhof in Feldkirchen schützen.

In Niedersachsen werden Reservistinnen und Reservisten in Nienburg angelehnt an einen APOE – Airport auf Embarkation – einen Abflughafen der Verlegungen zu verlegende Truppe und deren Großgerät sichern.

In Mecklenburg-Vorpommern liegt auf einem SPOE – Seaport auf Embarkation – ein besonderer Schwerpunkt. Hier wird Anfang Mai im Seehafen Rostock der Schutz der Beladung einer Fähre mit hunderten militärischen Fahrzeugen geübt.

In Sachsen beüben die Heimatschutzkräfte ausschnittsweise den Schutz eines Convoy Support Centers – einem logistischen Umschlagpunkt, der auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz eingerichtet ist. Neben der Sicherung sind hier Betankungen und Instandsetzungen durchzuführen sowie die marschierende Truppe für den Weitertransport vorzubereiten.

Verursacht die Übung Einschränkungen in der Öffentlichkeit?

Mehrere Militärfahrzeuge fahren eine öffentliche Straße entlang. Ihnen kommen Personenkraftwagen entgegen.

Zur Übung National Guardian gehören die Truppenverlegungen von Streitkräften innerhalb von Quadriga und Steadfast Defender. Die meisten Fahrzeuge fahren in einem geschlossenen Verband, der Marschkolonne.

Bundeswehr/Carsten Vennemann

Vor allem soll die Übung an allen ihren Punkten regional und überregional sichtbar sein und der Öffentlichkeit die Möglichkeit geben, Einblick in die vielfältigen und wichtigen Aufgaben der Reservistinnen und Reservisten im Heimatschutz gewinnen zu können. Die Heimatschutzkräfte verursachen dabei selbst keine Einschränkungen im zivilen Bereich – durch die verstärkten Verlegungen bei den Großübungen Quadriga 24 und Steadfast Defender kann es jedoch zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen kommen. 

Warum sind Truppenverlegeübungen erforderlich?

Das Üben der Verlegung umfangreicher nationaler und multinationaler Militärverbände dient einerseits der Erhöhung der Einsatzbereitschaft aller Beteiligten. Andererseits ist die Fähigkeit zur schnellen Verlegung in ein mögliches Einsatzgebiet ein Kernpunkt glaubhafter und wirksamer Abschreckung in der NATO.

von PIZ TFK 

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