Sie sind hier: Startseite > Einsätze > Aktuelle Einsätze > Balkan > Verstärkungskräfte 

ORF-Bataillone: Erprobte Reserve für den Balkan

Die Bataillone der Operational Reserve Force (ORF) werden bei Bedarf auf dem Balkan eingesetzt, um auf Spannungen und Krisen reagieren zu können. Sie verlegen ins Einsatzland, wenn sie gebraucht werden. Dieses wird regelmäßig geübt.

Soldaten mit Schilden bilden eine Kette

Zum Schutz von Minderheiten im Einsatz (Quelle: Bundeswehr/Thorsten T.)Größere Abbildung anzeigen

nach oben

Überblick

ORF-Bataillone werden von Deutschland, zusammen mit Österreich, sowie Italien gestellt, um die Truppen der Missionen KFOR und – deutscherseits bis November 2012 – EUFOR in Kosovo und Bosnien und Herzegowina zu unterstützen.

Ein ORF-Bataillon hält sich für jeweils ein halbes Jahr im Heimatland für einen möglichen Einsatz bereit. Von den zwei Verbänden ist einer im Status „ready“, das heißt innerhalb von sieben Tagen verfügbar, das andere im Status „standby“. Dieses kann bei Abruf innerhalb von 14 Tagen auf den Balkan verlegen.

Die Soldaten eines ORF-Bataillons bereiten sich ebenso auf den Auslandseinsatz vor, wie die aktiven Kräfte. Im Zeitraum ihrer Abrufbereitschaft üben sie kontinuierlich weiter.

nach oben

Aufbau

Kern der deutsch-österreichischen, circa 700 Mann starken Einsatzreserve (davon circa 500 aus Deutschland) sind drei Einsatzkompanien und eine Stabs- und Versorgungskompanie, die sich aus demselben Bataillon rekrutiert (zum Beispiel aus den Gebirgsjägern). Zusätzliche Verstärkungskräfte, sogenannte „Force Multiplier“, unterstützen sie. Diese bestehen aus Pionieren, Versorgungskräften, Sanitätern und Feldjägern.

nach oben

Auftrag

Auf dem Balkan leben verschiedene Ethnien zusammen. Nach Jahren innerer Unruhen und des Bürgerkrieges herrscht noch immer Misstrauen in der Bevölkerung. Gemäß dem Auftrag der Missionen KFOR und EUFOR sollen ORF-Bataillone dabei helfen, den Frieden zu erhalten, ein sicheres Umfeld zu schaffen und die Bewegungsfreiheit der eigenen Truppen zu gewährleisten. Dazu gehört auch der Kampf gegen Drogenhandel, illegale Grenzübergänge und Waffenschmuggel.

Das Bataillon ist im Einsatz autark, das heißt, es kann selbstständig in einem Raum operieren, ohne sich auf andere Kräfte zu stützen. Dabei müssen die Soldaten mit Hindernissen wie schlechten Straßen, zerstörten Brücken, Minenfeldern und unwegsamem Gelände umgehen können.

KFOR-Soldaten

Die Soldaten üben das Vorgehen gegen Demonstranten (Quelle: Bundeswehr/Briedigkeit)Größere Abbildung anzeigen

nach oben

Aufgaben

Die Hauptkräfte decken den eigentlichen Auftrag im Einsatzland ab. Sie stabilisieren und beruhigen die Konfliktsituation, sichern Grenzen und setzen geltendes Recht durch. Zu ihren Aufgaben gehören der Schutz von Enklaven und Rücksiedelungsräumen, Eskorten, der Schutz und die Verteidigung von Kulturgütern, Patrouillen und Fahrzeugkontrollen.

Die ORF-Pionierkräfte bestehen aus einer Pioniermaschinengruppe und einem EOD-Trupp (Explosive Ordnance Disposal) für die Kampfmittelbeseitigung. Sie reparieren und bauen Brücken, Feldstraßen, Checkpoints sowie Feldunterkünfte und erkunden, räumen und beseitigen Sprengmittel.

Die Versorgungskräfte stellen die logistische Unterstützung des ORF-Bataillons sicher. Dabei stellen sie beispielsweise Transportfahrzeuge, setzen Fahrzeuge instand und sorgen für den nötigen Kraftstoff. Darüber hinaus übernehmen sie zusätzliche Aufgaben, wie Verstärkung bei Crowd-and-Riot-Control-Einsätzen (CRC). Die Feldjäger übernehmen neben den üblichen Sicherheitsaufgaben den Schutz von Objekten und unterstützen mit ihrer speziellen Ausbildung und Schutzausrüstung ebenfalls bei CRC-Einsätzen.

Stand: November 2012

nach oben


FußFzeile

nach oben

Stand vom: 03.12.13 | Autor: Simone Dames


http://www.bundeswehr.de/portal/poc/bwde?uri=ci%3Abw.bwde.einsaetze.missionen.balkan.verstaerkungskraefte