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Resolute Support: Ein Blick in das letzte deutsche Feldlager

Masar-i Scharif, 08.02.2016.
Mehr als 6000 Soldaten waren im Camp Marmal während der ISAF-Zeit stationiert. Mittlerweile sind es nur noch etwa 1600. Auch die Bundeswehr hat stark reduziert und ist derzeit nur noch mit rund 800 Soldaten vor Ort. Ein Ortsbesuch.

Leeres Camp Marmal vor Gebirge

2016: Leere Containerstellplätze wie Fußabdrücke im Sand. (Quelle: Bundeswehr/Straub)Größere Abbildung anzeigen

„Nee, langweilig ist es nicht“, sagt der Betreuungsoffizier im Camp Marmal, Kapitänleutnant Dietmar B. im Brustton der Überzeugung. Das Betreuungsbüro von Resolute Support (RS) hat volles Programm – obwohl die Reihen im Camp Marmal sich gelichtet haben. „Wir sind internationaler geworden, kümmern uns auch viel mehr als früher um die Soldaten der anderen Nationen, denn die haben ihre nationalen Betreuungsmaßnahmen zurückgefahren“, sagt der Logistikoffizier aus dem Marineunterstützungskommando.

Fahrzeuge, Zelte und Container im Camp Marmal

Betrieb wie in einer Kleinstadt – Das Camp Marmal während des ISAF-Einsatzes. (Quelle: Bundeswehr/Wilke)Größere Abbildung anzeigen

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Es ist ruhiger geworden

Dennoch: Das Gesicht des Camps hat sich seit Ende des ISAF-Einsatzes deutlich verändert. Auf dem Flugplatz in Masar-e Sharif stehen nur wenige Flugzeuge, ein Hubschrauber verliert sich auf dem großen Vorfeld. Ab und zu landet eine Transportmaschine oder eine Heron-Aufklärungsdrohne. Kein Vergleich zur ISAF-Zeit, als noch dutzende Hubschrauber, Kampf-, Transport- und Tankflugzeuge fest stationiert waren, und ein Flugaufkommen produzierten, das mit einem deutschen Großstadtflughafen vergleichbar war.

Luftaufnahme Camp Marmal

Ein Blick auf das Camp Marmal während des ISAF-Einsatzes. (Quelle: Bundeswehr/Wilke)Größere Abbildung anzeigen

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22 Nationen gemeinsam

Vom sogenannten „Pizza Tower“ bietet sich der Blick auf das gesamte Feldlager. Auf den weiten Flächen, wo sich einst Unterkunft an Unterkunft reihte, stehen inzwischen kaum noch Zelte. Weite Flächen innerhalb des Lagers sind leergeräumt. Trotzdem arbeiten noch 22 Nationen zusammen am RS-Auftrag, dem Train, Advise und Assist der afghanischen Streitkräfte. Die Arbeitsteilung ist geblieben. Für die Bewachung sind weiterhin mongolische Soldaten und Armenier zuständig. Soldaten aus Georgien übernehmen die Sicherung der Umgebung des Camps und fahren regelmäßig Patrouille im An- und Abflugbereich des Flugplatzes. Dabei immer begleitet von Sanitätspersonal, wie beispielsweise den Beweglichen Arzttrupps (BAT) der Bundeswehr.

Freie Abstellflächen im Camp Marmal

Nur wenige Fahrzeuge sind im Camp noch unterwegs. (Quelle: Bundeswehr/Straub)Größere Abbildung anzeigen

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Feldlager im Grundlastbetrieb

Nach wie vor geblieben ist auch die Betreuung der deutschen Soldaten durch die Militärseelsorge. „Mir ist der Dialog mit allen Soldaten ganz wichtig, gleich welcher Konfession“, sagt der evangelische Militärpfarrer, Peter S., „daher nehmen wir auch viele politische Themen in unsere Gesprächskreise auf, etwa die Anschläge in Paris oder die Lage in Syrien.“

Deutlich reduziert im Vergleich zur Zeit vor 2015 sind auch die Aktivitäten der Logistiker, des Luftumschlags oder der Instandsetzer. Aber sie alle sind noch da und halten das Lager wie einen Generator im Grundlastbetrieb am Laufen. Train, Advise und Assist (TAA), die Kernthemen des RS-Auftrags, finden für die Soldaten im Feldlager fast unbemerkt statt. Die Ausbilder und Berater sind dazu meist vor Ort bei den afghanischen Streitkräften im Einsatz.

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Stand vom: 08.02.16 | Autor: Peter Straub


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