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Überblick: Der NATO-Partner Litauen

Berlin, 18.03.2016, Bundeswehr aktuell.
Mit Argwohn schauen Litauen und die anderen kleinen Staaten des Baltikums auf ihren riesigen Nachbarn Russland. Die Geschichte hat sie gelehrt, vorsichtig zu sein: Sie wurden von der Sowjetunion annektiert.

Litauische Soldaten und S-Draht

Pionierausbildung: Litauen hat die Wehrpflicht wieder eingeführt. (Quelle: Ministry of National Defence Republic of Lithuania)Größere Abbildung anzeigen

Im März 1990 erlangt die Republik Litauen, die bis dahin Bestandteil der Sowjetunion war, ihre Unabhängigkeit zurück. In der Folge stellt das Land eigene Streitkräfte auf. Ab 1994 nimmt der baltische Staat am NATO-Programm „Partnerschaft für den Frieden“ teil.

2004 wird Litauen Mitglied der NATO. Mit der Gründung der Streitkräfte führt Litauen kurz darauf die allgemeine Wehrpflicht ein. 2008 wird sie ausgesetzt. Mit der Ukraine-Krise wird die Wehrpflicht im März 2015 vorübergehend wieder eingeführt. Diese Entscheidung soll auf fünf Jahre begrenzt sein. Die Dienstzeit beträgt neun Monate.

Die Gesamtstärke der litauischen Streitkräfte beträgt heute rund 11.600 Soldaten. 8.100 dienen im Heer, 1.000 bei der Luftwaffe, 850 bei der Marine und 1.600 sind Teilstreitkraft übergreifend eingesetzt. Bis 2019 soll der Gesamtumfang auf 15.500 Soldaten ansteigen. Der Anteil an Grundwehrdienstleistenden beträgt seit 2015 konstant 3.450 Soldaten.

Daneben verfügt Litauen mit der Nationalgarde über weitere 5.000 Freiwillige. Damit würde sich bis der Gesamtumfang von Streitkräften und Nationalgarde von derzeit 16.600 auf 20.500 bis 2019 erhöhen. Hinzu kommen derzeit noch etwa 10.000 Reservisten der Nationalgarde.

Litauischer Soldat mit Waffe

Kampfbereit: Von wem die Bedrohung ausgeht, ist für die Litauer klar. (Quelle: Ministry of National Defence Republic of Lithuania)Größere Abbildung anzeigen

Wegen der sicherheitspolitischen Lage an der Ostgrenze der NATO und zur Stärkung der dortigen Bündnispartner hat Deutschland eine umfangreiche Unterstützungsleistung zugesagt. So hat der NATO-Partner Litauen im September vergangenen Jahres 21 Panzerhaubitzen 2000 gekauft. Dem litauischen Heer stand bislang nur ein älterer, ungeschützter Haubitzen-Typ mit einem Kaliber von 105 Millimetern und einer Reichweite von höchstens elf Kilometern zur Verfügung. Die Panzerhaubitze 2000, eines der modernsten Artilleriegeschütze der Welt, verschießt dagegen 155-Millimeter-Granaten auf Distanzen bis zu 40 Kilometern.

Die erste Ausbildung und Einweisung von litauischen Soldaten an deutschen Ausbildungseinrichtungen in den Bereichen Instandsetzung und Bedienung wurde beim Kauf mit vereinbart. Neben der Panzerhaubitze 2000 nutzen die litauischen Soldaten auch das deutsche Sturmgewehr G36.

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Stand vom: 21.03.16 | Autor: Redaktion der Bundeswehr


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