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Neue Aufklärungsdrohne: Nachfolger für LUNA und KZO

Berlin, 12.07.2017.
Die Bundeswehr erhält bis 2020 neue Aufklärungsdrohnen mittlerer Reichweite. LUNA NG ist das Nachfolgesystem für das Kleinfluggerät Zielortung (KZO) und die luftgestützte unbemannte Nahaufklärungsausstattung (LUNA).

LUNA NG auf dem Katapult

Gegenüber dem Vorgängermodell haben sich bei der neuen Drohne Nutzlast und Einsatzdauer verdoppelt. (Quelle: Bundeswehr/Freiwald)Größere Abbildung anzeigen

Die neue Aufklärungsdrohne LUNA NG (Luftgestützte Nahaufklärungssaustattung Next Generation) ist ein in CFK (Kohlefaser) und CFK/ Sandwich Bauweise gebauter Hochleistungs-Motorsegler mit einer Spannweite von rund fünf Metern.

Sie kann mehr als zwölf Stunden in der Luft bleiben und dabei mehrere Sensoren gleichzeitig für die Aufklärung nutzen. Nutzlast und Einsatzdauer haben sich gegenüber dem Vorgängermodell mehr als verdoppelt – das ermöglicht ein breiteres Einsatzspektrum.

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Beschaffungsvertrag von rund 63 Millionen Euro

Am 11. Juli 2017 wurde der Beschaffungsvertrag im Umfang von rund 63 Millionen Euro ohne Mehrwertsteuer zwischen dem Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnologie und Nutzung, kurz BAAINBw, und der Herstellerfirma EMT aus dem bayerischen Penzberg unterzeichnet.

Luftaufklärung ist ein wesentliches Mittel, um potentielle Gefahren frühzeitig zu erkennen und dient damit dem unmittelbaren Schutz unserer Soldatinnen und Soldaten im Einsatz“, sagte der Vizepräsident des BAAINBw, Armin Schmidt-Franke, in Koblenz bei der Vertragsunterzeichnung.

Bildschirme in der Bodenkontrollstation

Ein System besteht aus fünf Luftfahrzeugen mit Sensorik, zwei Bodenkontrollstationen, einer Werkstattausstattung sowie zwei Start- und zwei Landevorrichtungen. (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

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Mehr als 9.500 Einsätze mit Vorgängersystem LUNA

Bereits seit 2000 nutzt die Bundeswehr das Vorgängersystem LUNA zur luftgestützten Aufklärung im Kosovo, in Mazedonien und Afghanistan sowie seit 2016 auch in Mali. Seitdem wurden mit der Drohne mehr als 9.500 Einsätze erbracht. Ausbildung, Flugbetrieb und die Auswertung der Luftbilder werden ohne Industrieunterstützung durch die Bundeswehr durchgeführt.

Der Vertrag beinhaltet als „unbedingte Leistungen“ die Herstellung, Qualifizierung und Lieferung von drei operationellen Systemen und einem Ausbildungssystem bis 2020. Als Vertragsform wurde ein Rahmenvertrag gewählt, der über eine „Bestellfunktion“ die Beschaffung weiterer neun Systeme ermöglicht.

Ein System besteht aus fünf Luftfahrzeugen mit Sensorik, zwei Bodenkontrollstationen in geschützten Funktionscontainern, einer Werkstattausstattung sowie zwei Start- und zwei Landevorrichtungen.

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Technische Daten

LUNA NG – Luftgestützte Nahaufklärungssaustattung Next Generation

Länge

5,3 Meter

Höhe

0,73 Meter

Spannweite

5,34 Meter

Startgewicht

110 Kilogramm

Antrieb

15,5 PS (11,4KW) Wankelmotor
Nutzlastkapazität30 Kilogramm

Dienstgipfelhöhe

rund 5.000 Meter

Aufklärungsgeschwindigkeit

90 – 150 km/h

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Stand vom: 30.11.17 | Autor: Björn Lenz


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