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Innere Führung und Staatsbürger in Uniform

Die Konzeption der Inneren Führung bringt die Freiheitsprinzipien des demokratischen Rechtsstaates mit den Ordnungs- und Funktionsprinzipien der Streitkräfte zur Erfüllung ihres Verfassungsauftrages in Einklang. Sie ist mehr denn je unverwechselbares Markenzeichen der deutschen Streitkräfte.


Rekruten beim GelöbnisGrößere Abbildung anzeigen
Angetreten zum Gelöbnis (Quelle: Bundeswehr)

Teil der Gesellschaft

Das Leitbild der Inneren Führung ist der Staatsbürger in Uniform. Gesellschaftliche Integration, die Garantie der Grundrechte und die Gültigkeit rechtsstaatlicher Prinzipien für das militärische Handeln, ohne Abstriche an der Auftragserfüllung, bestimmen die Konzeption seit ihrer Entwicklung. Dieses Verständnis von Innerer Führung hat wesentlich dazu beigetragen, die Bundeswehr zu einem festen, selbstverständlichen Bestandteil der Gesellschaft und zu einem zuverlässigen Instrument der Sicherheitsvorsorge unseres Landes zu machen. Die Innere Führung garantiert, dass die Streitkräfte grundlegende gesellschaftliche Entwicklungen flexibel aufgreifen, ohne sich kurzfristigen Modetrends anzuschließen. Offene Streitkräfte in einer offenen Gesellschaft sind das Ergebnis von Wehrpflicht und Innerer Führung. Sie prägen gleichzeitig eine zeitgemäße Führungskultur in der Bundeswehr. Zeitgemäß führen heißt, die soziale, politische und gesellschaftliche Situation der Soldatinnen und Soldaten bei der Erfüllung des militärischen Auftrags im eigenen Führungsverhalten zu berücksichtigen. Die Vorgaben und Grundsätze der Inneren Führung gelten für alle Soldatinnen und Soldaten.

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Soldaten im UnterrichtGrößere Abbildung anzeigen
Unterricht (Quelle: Redaktion Internet Bw)

Bildung, Ausbildung, Tugenden

Die Bundeswehr braucht gut ausgebildete, charakterstarke und in der Urteilskraft gefestigte Soldatinnen und Soldaten, die auch in Krisensituationen unter hohem physischem und psychischem Druck bestehen können. Soldatische Tugenden wie Kameradschaft, Entschlussfreude, Standfestigkeit, Tapferkeit und Durchhaltevermögen bleiben daher für eine wirksame Aufgabenerfüllung unverzichtbar. Prozesse des gesellschaftlichen, sicherheitspolitischen, wirtschaftlichen und technologischen Wandels wirken sich unmittelbar auf die Streitkräfte und das berufliche Selbstverständnis von Soldatinnen und Soldaten aus. Diese Veränderungen im Inneren aktiv zu gestalten, ist eine ständige Herausforderung. Bildung und Ausbildung sind dabei ein kontinuierlicher Prozess. Die Innere Führung verlangt von den Soldatinnen und Soldaten, ihre Rolle in den Streitkräften und in der Gesellschaft immer wieder neu zu reflektieren. Die Bundeswehr braucht und verdient Rückhalt und Orientierung durch Parlament und Gesellschaft. Die Soldatinnen und Soldaten wissen, dass sie für Menschenwürde, Recht und Freiheit notfalls auch mit ihrer Gesundheit und ihrem Leben eintreten müssen.

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Fahrt durch ein FlussbettGrößere Abbildung anzeigen
Im Einsatz (Quelle: PIZ Kunduz)

Auch im Einsatz bewährt

Die Werteordnung unseres Grundgesetzes gibt ihnen festen Halt, gerade auch, wenn es um Einsätze jenseits der herkömmlichen Landesverteidigung geht, die in den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten in den Mittelpunkt gerückt sind - Einsätze zur Konfliktverhütung und Krisenbewältigung und im Kampf gegen den internationalen Terrorismus. So entsteht schon im täglichen Dienst die verhaltensleitende Erfahrung, dass Konflikte am besten durch die Kraft des Rechts und die Möglichkeiten des Dialogs verhütet und gelöst werden können. Diese Erfahrung verleiht auch im Einsatz bei der Vermittlung zwischen Konfliktparteien und in der Friedenssicherung Verhaltensstabilität. Die Soldatinnen und Soldaten wissen aber auch, dass der Gebrauch militärischer Gewalt notwendig werden kann. Dazu sind sie bereit. Die Innere Führung vermittelt ihnen das notwendige Vertrauen in die Rechtmäßigkeit solcher Maßnahmen. Sie verdeutlicht die ethischen Grundlagen und stärkt darauf aufbauend die erforderliche Urteilsfähigkeit und Handlungssicherheit. Die schwierigen Aufgaben erfordern einen festen eigenen Standpunkt, ein hohes Maß an Überzeugungskraft und Vertrauen in die politische und militärische Führung. Die Führungskultur der Inneren Führung ist die angemessene Grundlage für das Handeln im Einsatz und in multinationalen Strukturen. Sie hat bereits heute positiven Einfluss auf die Zusammenarbeit mit Verbündeten und Partnern sowie mit der Bevölkerung in den Einsatzgebieten

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Lagemeldung an die Operationszentrale.Größere Abbildung anzeigen
Information ist alles. (Quelle: PIZ Kunduz)

Freiräume als Chance

Die Phänomene einer modernen Mediengesellschaft und das veränderte Informationsverhalten durch neue Technologien fordern auch die Streitkräfte heraus. Obwohl die elektronische Kommunikation ein Durchgreifen über Führungsebenen hinweg erleichtert, gilt unverändert der Grundsatz "Führen durch Auftrag". Dies schließt Handlungsfreiheit, Mitverantwortung und Mitwirkung ein. Freiräume für selbstverantwortliches Handeln auf allen Ebenen bleiben auch in Zukunft ein unverzichtbares Merkmal des Führungsverständnisses. Angesichts des gesellschaftlichen Trends zur Individualisierung ist die Chance zur dienstlichen Mitgestaltung des Arbeitsumfeldes ein bedeutender Attraktivitätsfaktor auch für die Streitkräfte. Zum Selbstverständnis als Staatsbürger in Uniform gehört deshalb die Einbindung der Soldatinnen und Soldaten in Entscheidungsprozesse. Angehörige der Bundeswehr haben das Recht, durch Vertrauenspersonen und Personalräte aktiv Einfluss auf ihren Dienst auszuüben. Durch sachgerechte Delegation von Aufgaben, Verantwortung und Verfügbarkeit über Haushaltsmittel wird ein kostenbewusster Umgang mit allen Ressourcen erreicht. Wirtschaftliches Handeln ist zur Führungsaufgabe geworden.

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Stand vom: 04.04.13 | Autor: 


http://www.bundeswehr.de/portal/poc/bwde?uri=ci%3Abw.bwde.streitkraefte.grundlagen.innere_fuehrung