Informationen zum Personalstrukturmodell (PSM) 185
Berlin, 03.07.2012.
Die Neuausrichtung der Bundeswehr bedingt einen Personalumbau zu einsatzorientierten Freiwilligenstreitkräften bei gleichzeitiger Reduzierung des Umfangs. Das Personalstrukturmodell 185 setzt die Zielvorgaben der Neuausrichtung für den militärischen Personalkörper um.

Die Bundeswehr steht jetzt vor dem größten Umbau in ihrer Geschichte. Mit der Reduzierung des Streitkräfteumfangs auf bis zu 185.000 Soldatinnen und Soldaten werden auf allen Ebenen Verantwortlichkeiten konzentriert, Entscheidungsabläufe gebündelt und die Ämterebenen mit dem Ziel gestrafft, personelle und materielle Spielräume für die Neuausrichtung zu gewinnen.
Ziel der Neuausrichtung ist es, Aufgaben und Fähigkeiten der Bundeswehr den sich verändernden sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen anzupassen, die Strukturen demografiefest zu gestalten und nachhaltig zu finanzieren. Die verfügbaren Kräfte für den Einsatz sollen erhöht und die Durchhaltefähigkeit für lang andauernde Einsätze verbessert werden.
Die Sicherheitspolitische Ableitung, die Demografiefestigkeit und die nachhaltige Finanzierbarkeit resultieren in qualitative Anforderungen an das Personal, in eine geringere Regeneration und einer reduzierten Anzahl von Soldaten und Soldatinnen. Die Entwicklung der Personalstrukturen folgt konsequent dem konzeptionellen Ansatz der Neuausrichtung der Bundeswehr, die Strukturen aus den Fähigkeiten und Aufgaben abzuleiten.
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Das PSM ist das Ergebnis modellhafter Berechnungen auf der Basis von Umfangsvorgaben, Organisationsstrukturen, qualitativen Anforderungen, empirisch ermittelten Werten (zum Beispiel Ausfallquoten), Annahmen (zum Beispiel Bewerberverhalten zu Verpflichtungszeiten), finanzplanerischen Vorgaben sowie den bisherigen Förderchancen und stellt in einer Gesamtschau die Sollstruktur dar. Das PSM wird den tatsächlichen Entwicklungen kontinuierlich angepasst.
Das PSM ist das zentrale Planungs- und Steuerungsinstrument, um die aus den organisatorischen Ausplanungen abgeleiteten personellen Forderungen an das militärische Personal auf der Zeitachse erfüllen zu können.
Es bildet eine wesentliche Grundlage für die jährlichen Einstellungs-, Zulassungs-, und Verpflichtungsquoten für die Personalgewinnung.
Das PSM schafft Transparenz für die berufliche Entwicklung der Soldaten und Soldatinnen.
Mit dem PSM können die Abweichungen zur Zielerreichung gemessen und Steuerungsimpulse initiiert werden. Bei sich ändernden Rahmenbedingungen wird das PSM angepasst.
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Insgesamt bildet das PSM 185 die Grundlage für robustere Einsatzstrukturen und eine höhere Flexibilität.
Die Einsatzstrukturen werden durch personelle Stärkung der Truppenstrukturen, Erhöhung der Führungserfahrung der Truppenführer und die gezielte Berücksichtigung internationaler und multinationaler personeller Erfordernisse robuster und durchhaltefähiger. Die für die Einsätze vorgesehenen Verbände werden dabei insgesamt gestärkt.
Die Flexibilität im Personalkörper wird durch die Reduzierung der Berufssoldaten (BS) von jetzt rund 56.000 Berufssoldatinnen und -soldaten auf zukünftig 45.000 und dadurch mehr Zeitsoldaten erreicht. Für Letztere werden die Möglichkeiten für Verpflichtungszeiten bis zu 25 Jahren in allen Laufbahnen (einschließlich der Stabsoffiziere) geschaffen.
Durch die Verringerung der BS erreichen wir gleichzeitig eine Verjüngung im Personalkörper.
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Die Reorganisation der Strukturen beginnt an der Spitze. Die Anzahl der Soldaten und Soldatinnen im Ministerium wird um rund ein Drittel verringert.
Die Kommando- und Ämterebenen werden gestrafft, um personelle und materielle Spielräume für die Neuausrichtung zu gewinnen.
Straffungen in Querschnittsaufgaben wie zum Beispiel Logistik, Führungsunterstützung, ABC-Abwehr- und Schutzaufgaben sowie die Einführung weniger personalintensiver Systeme ziehen weitere Reduzierungen nach sich. Diese strukturbedingten Veränderungen schaffen personelle Spielräume, die genutzt werden, um erkannte Mängel bei der Einsatzfähigkeit der Streitkräfte zu beseitigen.
Die so gewonnenen Ressourcen werden konsequent in die Stärkung der Einsatzorientierung investiert.
Der jährliche Regenerationsbedarf reduziert sich aufgrund der reduzierten Anzahl der BS sowie der erheblich verlängerten Verpflichtungszeiten der Soldaten auf Zeit (SaZ) von rund 20.000 SaZ auf rund 13.000 SaZ pro Jahr.
Die bisherigen Förderperspektiven bleiben auch unter Inkaufnahme einer Erhöhung der durchschnittlichen Förderalter erhalten. Dieses stellt einen wichtigen Faktor für die zukünftige Positionierung der Bundeswehr als konkurrenzfähiger Arbeitgeber am Arbeitsmarkt dar.
| PSM 2010 | Ist Stand: 31.Mai 2012 | Soll PSM 185 | Differenz Ist-Soll +/- | ||
|---|---|---|---|---|---|
| Absolut | Prozent | ||||
| Offiziere | 38.000 | 37.054 | 35.904 | -1.150 | -3,2% |
| Unteroffiziere mit Portepée | 73.076 | 68.269 | 60.992 | -7.277 | -11,9% |
| Unteroffiziere ohne Portepée | 45.500 | 37.799 | 30.778 | -7.021 | -22,8% |
| Mannschaften SaZ | 38.424 | 39.172 | 42.326 | 3.154 | 7,5% |
| freiwillig Wehrdienstleistende | 25.000 | 17.208 | 12.500 | -4.708 | -37,7% |
| Stellen für Reservisten | 2.500 | 2.500 | 2.500 | 0 | 0,0% |
| Gesamt | 222.500 | 202.002 | 185.000 | -17.002 | -9,2% |
Die Anpassungen der Personalstärke der Unteroffiziere und Mannschaften sind insbesondere im Umbau von einer Wehrpflicht zu einer Freiwilligenstreitkraft begründet.
Erhebliche Einsparungen erzielen wir in der Ausbildungsorganisation. Insbesondere eine große Anzahl von Unteroffizieren wird aufgrund des Aussetzens der Verpflichtung zu der Ableistung des Grundwehrdienstes nicht mehr durch die Ausbildung Wehrpflichtiger gebunden. Durch die Stärkung der Mannschaftslaufbahn kommt es darüber hinaus zu einem weiteren Abbau der Unteroffiziere.
Die Maßnahmen des Berufsförderungsdienstes werden für die zukünftigen Soldaten in die Zeit nach Abschluss der aktiven Dienstzeit der SaZ verlagert. Auch dieses führt zu einer erheblichen Reduzierung insbesondere bei den Unteroffizieren gegenüber früheren Strukturen.
Auch den Ausplanungen der Offiziere liegen proportionale Reduzierungen zu Grunde. Allerdings stehen Einsparungen in den Stabsstrukturen Mehrausgaben durch das Ausbringen erfahrener Truppenführer, dem Aufbau von Einsatzstäben in den Truppenstrukturen, der Einführung neuer Technologien und Besatzungskonzepte sowie gestiegener Ausbildungserfordernisse der Ärzte und einem erhöhten Bedarf an Fachärzten gegenüber.
Der Umfang an Dienstposten für Generale und Admirale wird sich von 202 auf 180 reduzieren.
Fazit
Das PSM 185 verfolgt Ziele, die auf der Zeitachse zu realisieren sind und legt angesichts der sich verschärfenden demografischen Rahmenbedingungen eine solide Basis für eine tragfähige Personalgewinnung, eine zukunftsorientierte Personalentwicklung und ein an den komplexen Einsatzszenarien orientierten qualitativ fordernden Personalaufbau. So kann auch künftig die personelle Einsatzbereitschaft und Durchhaltefähigkeit sichergestellt werden.
