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Der Große Zapfenstreich

Der Große Zapfenstreich ist die höchste Form der militärischen Ehrenbezeugung. Er wird nur zu besonderen Anlässen aufgeführt. Dazu gehört beispielsweise die Verabschiedung von Bundespräsidenten, Bundeskanzlern und Bundesverteidigungsministern.

Großer Zapfenstreich auf dem Paradeplatz

Pauken, Trompeten, Fackelschein: Der Große Zapfenstreich (Quelle: Bundeswehr/Bienert)Größere Abbildung anzeigen

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Entwicklung zur heutigen Form

Seine namentlichen Wurzeln hat der Zapfenstreich im 16. Jahrhundert. Es ist überliefert, dass zu später Stunde ein Vorgesetzter mit einem Schlag beziehungsweise Streich auf den Zapfen eines Fasses die Nachtruhe signalisierte. Der Wirt durfte von nun an keine Getränke mehr ausschenken und die Landsknechte hatten sich in ihre Unterkünfte zu begeben.

Die heute verbindlichen Elemente des Großen Zapfenstreiches gehen auf verschiedene Zeremonielle zurück. So erinnern die Trommeln und Pfeifen an die Musik der Landsknechte und die Trompeten und Pauken an die Kavallerie. In der Zeit der Befreiungskriege (1813 bis 1815) bildete sich das Zeremoniell in seinen Bestandteilen Locken-Zapfenstreich-Gebet heraus, was bis heute maßgebend für den Ablauf des Großen Zapfenstreiches ist. Seit 1922 endet der Große Zapfenstreich mit der Nationalhymne.

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Zusammensetzung der Formation

Aufgeführt wird der Große Zapfenstreich gemeinsam von einem Spielmannzug und dem Musikkorps. Sie werden von zwei Zügen unter Gewehr und von Fackelträgern begeleitet. Geführt wird die Formation durch einen Stabsoffizier, die musikalische Leitung obliegt dem Chef des Musikkorps.

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Ablauf

Nach dem Einmarsch der Formation und der Einnahme der Aufstellung folgt die Meldung an die zu ehrende Persönlichkeit. Daran schließt eine Serenade an, die üblicherweise aus drei Musikstücken besteht.

Anschließend lässt der leitende Offizier die Formation stillstehen. Es folgt der Große Zapfenstreich in der genannten Spielfolge:

  • Locken zum Zapfenstreich
  • Zapfenstreichmarsch
  • Retraite
  • Zeichen zum Gebet
  • Gebet
  • Abschlagen nach dem Gebet
  • Ruf nach dem Gebet

Beim anschließenden Gebet wird der Helm auf Kommando abgenommen. Gegen Ende des Zapfenstreichs erklingt die Nationalhymne, und der Große Zapfenstreich wird abgemeldet. Die Formation marschiert unter den Klängen des Zapfenstreichmarsches aus.

Info-Box
Musikwünsche bei der Serenade
Um dem Zapfenstreich eine individuelle Note zu geben, darf der zu Ehrende für die Serenade bis zu drei Musikwünsche äußern. So kam es bereits zu interessanten Darbietungen:

Bundeskanzler a. D. Gerhard Schröder beispielsweise wünschte sich 2005 Frank SinatrasMy Way“ und Bundesminister der Verteidigung a. D. Karl-Theodor zu Guttenberg ließ 2011 „Smoke on the Water“ von Deep Purple erklingen.

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Stand vom: 03.12.13 | Autor: Stephan Nakszynski


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