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Deutsche Fregatten am Kap der guten Hoffnung - Teil 1 (Sprechertext)

Naval Base Simons Town, circa 60 Kilometer von Kapstadt entfernt. Im Hafen liegen die Sachsen und die Schleswig-Holstein, zwei deutsche Fregatten, die im hiesigen Seegebiet die „Missile Firing Exercise 2011“ absolvieren.

Letztes Antreten vor dem Auslaufen, die Mannschaft wird noch einmal eingeschworen. Es gilt die letzten Vorbereitungen abzuschließen. Proviantübernahme vor dem Auslaufen. Alles verfügbare Personal packt mit an, jede helfende Hand wird gebraucht.

Knapp zwei Wochen sind für das komplexe Übungsvorhaben vor der Küste Südafrikas eingeplant. Mit Hilfe eines einheimischen Lotsen und drei Schleppern geht es hinaus auf die offene See. Ziel der Übung ist der Nachweis der Luftverteidigungsfähigkeit der Fregatten gegen schnell anfliegende Flugkörper. Dabei gilt es, sich nicht nur selbst zu schützen, sondern diese Fähigkeit auch im Rahmen eines Verbandes, also mit mehreren Schiffen, sicherzustellen.

Wie schwierig dies ist, wird deutlich wenn man sich vor Augen hält, dass zur Vorbereitung dieses in diesem Umfang noch nie durchgeführten Schießens zwei Jahre Planung notwendig waren.
In insgesamt zehn verschiedenen Szenarien verschießen die beiden Fregatten 20 Flugkörper.

Die aufgezeichneten Telemetrie-Daten-Schießergebnisse sollen schnellstmöglich zur Auswertung in die Overberg Test Range. Deshalb wird das Flugdeck für die Landung eines Hubschraubers vorbereitet.

Der Flugdeckoffizier, in erster Verwendung Sonarmeister, ist verantwortlich für die sichere Landung. Da es sich um einen zivilen südafrikanischen Hubschrauber handelt ist besondere Vorsicht geboten. Aber die Sicherheitsvorschriften sind generell hoch.

Flugdeckoffizier: „Ganz wichtig und was hier immer groß geschrieben wird ist die so genannte FOD-Kontrolle - also Foreign Object Damage – also kleine herumliegende Teilchen, Schrauben, Zigarettenstummel ecetera pp, die von den Triebwerken angesaugt werden könnten, zu kontrollieren das hier nichts rumliegt. Das betrifft Flugdeck sowie Hangar-Dach und natürlich die Hangar an sich. Da muss natürlich, wie man sieht die Seereling abgeklappt werden, das macht es dem Helikopter natürlich etwas einfacher, dass er nicht über die Seereling drüberhopsen kann. Das ist natürlich auch ein Sicherheitsaspekt.

Ansonsten haben wir natürlich diverse Signalanlagen, Ampeln, Instrumente für mich und natürlich auch Ampelanlagen für den Helikopter, für den Piloten selber oder unterstützende Lichtsignale für Nachtflüge, die natürlich überprüft werden müssen, bevor der Helikopter landen darf.“

Sollte doch etwas schief gehen, steht ein Rettungstrupp im Schutzanzug. Obwohl der Pilot die Standardprozeduren für die Landung auf einer Fregatte scheinbar nicht kennt, verläuft das Manöver ohne Probleme.

Lautsprecher: „Mann über Bord, Mann über Bord. Mann über Bord an Steuerbordseite. Mann wird mit Speedboot gefischt.“ Eine weitere Standardprozedur, die immer wieder geübt werden muss ist: „Mann über Bord“. Nach Auslösen des Alarms weiß jeder auf dem Schiff, zu welchem Sammelpunkt er sich sofort begeben muss. Dort wird dann die Vollzähligkeit überprüft und so festgestellt wer fehlt. Diesmal ist es nur „Oskar“ die Übungspuppe, die über Bord ging. Innerhalb weniger Minuten ist die Speedboot-Besatzung einsatzbereit und Augenblicke später sind die Lebensretter auch schon im Wasser.

Oskar ist schnell erreicht und geborgen. Ein Sanitäter an Bord kümmert sich sofort um das Opfer. Funkspruch: „Person ist leicht unterkühlt, keine äußeren Verletzungen.“ „Brücke verstanden“. Und in wenigen Augenblicken ist das Speedboot auch wieder zurück auf Deck gehoben. Der erste Offizier verfolgt aufmerksam die Übung.

1. Offizier: „Das ist ganz gut gelaufen, verhältnismäßig zügig, dafür dass wir ein recht großes Anlaufmanöver gefahren sind. Also einen so genannten Williams-Törn, was immer ein bisschen länger Zeit beansprucht. Unter realen Bedingungen hier würde ich das Schiff einfach nur aufstoppen, Speedboot ins Wasser und dann ist der Mann auch nach vier Minuten drin. Aber auch das Brückenteam muss geübt werden, der Wachoffizier, deshalb dieses etwas längere Fahrmanöver. Aber sonst alles supersicher, bei den Bedingungen auch kein Problem.

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Stand vom: 03.12.13


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