Cyber- und Informationsraum

Wie arbeiten Sie in der Pandemie, Herr Oberfeldwebel H.?

Wie arbeiten Sie in der Pandemie, Herr Oberfeldwebel H.?

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Datum:
Ort:
Stadum
Lesedauer:
6 MIN

Oberfeldwebel H. ist Gruppenführer in der 6. Kompanie des Bataillons für Elektronische Kampfführung 911 in Stadum. Der Portepee-Unteroffizier gehört in seinem Verband zu den Ausbildern für die einsatzvorbereitenden Aus-bildungsabschnitte. Damit trägt er Verantwortung dafür, dass die Soldatinnen und Soldaten des Bataillons auch während der Corona-Pandemie bestmöglich auf ihren Einsatz vorbereitet werden.

Zwei Soldaten vor einer Karte

Der Ausbilder Oberfeldwebel H. erläutert Oberfeldwebel R. den Patrouillenweg für den folgenden Ausbildungsabschnitt.

Bundeswehr/Rainer Pauly

Wie arbeiten Sie in der Pandemie Herr Oberfeldwebel H.?

Natürlich ist die Pandemie mit ihren Auswirkungen und Einschränkungen bei uns angekommen, das betrifft alle Bereiche, auch die Ausbildung für den Einsatz. Vor allem auf die Personalplanung wirkt sich die Pandemie aus, da sich alle Kameradinnen und Kameraden, bei denen die Möglichkeit besteht, im Home-Office befinden. Während der einsatzvorbereitenden Ausbildung sind nur Führungs- und Schlüsselpersonal, für die Ausbildung, in der Kaserne vor Ort, einschließlich der Ausbildungsteilnehmer.

Wir haben ein strenges Hygienekonzept und mussten Ablauf und Inhalte der Ausbildung anpassen. Das geht so weit, dass die einzelnen Fahrzeuge mit geringer Personenanzahl, als üblich, besetzt sind. Der Kampfraum der Gefechtsfahrzeuge ist sehr eng, Abstand halten bei voller Besatzung ist nicht möglich. Um trotzdem ein realistisches Bild in der Ausbildung zu stellen, muss dann auch mal der Fahrzeug-Kommandant absitzen, um an möglichen Angriffspunkten nach Sprengfallen oder ähnlichem zu suchen.

Wie sieht Ihr aktueller Dienstalltag aus?

Ein Soldat vor einem Fahrzeug

OFw H. arbeitet auch während der Pandemie mit dem Transportpanzer Fuchs mit Störausstattung CG-20+.

Bundeswehr/Rainer Pauly

Aufgrund der Pandemie haben wir die Aufgaben auf wenige Gruppenführer beziehungsweise Ausbilder verteilt, damit nicht so viel Personal vor Ort erforderlich ist. Da es sehr viel abzusprechen und zu koordinieren gibt, war ich die meiste Zeit vor Ort. Während des Handlungstrainings, bin ich die meiste Zeit bei der Ausbildung auf dem Übungsplatz.

Neben meinen Aufgaben in der Planung und Durchführung der einsatzvorbereitenden Ausbildung bin ich für meine Gruppe verantwortlich. Für unsere Kameraden, die nicht in der Kaserne sind, haben wir Aufgaben erteilt, die zu Hause durchzuführen waren. Hauptsächlich geht es da um eigenständige Weiterbildung. Dazu haben die Kameraden Unterlagen für zu Hause bekommen. Ich überwache und kontrolliere das dann. Dazu gehört aber auch, dass die Kameradinnen und Kameraden angehalten sind, sich politisch weiter zu bilden, Zeitung zu lesen und Sport zu machen.

Wie unterscheidet sich ihr aktueller Dienstalltag im Vergleich zu dem vor der Pandemie?

Der größte Unterschied für mich persönlich ist, dass mir der direkte Kontakt zu meiner Gruppe fehlt. Viele sind im Home-Office. Ich telefoniere zwar regelmäßig mit allen, aber der persönliche Kontakt ist nicht zu ersetzen. Zudem findet derzeit nur wenig Ausbildung jenseits der Einsatzvorbereitung statt. Bei klassischen Themen wie Schießausbildung oder Gefechtsdienst, die nur in der Praxis ausgebildet werden können, kommen wir momentan derzeit leider kaum voran.

Was lernen Sie aus diesen Zeiten?

Darüber habe ich mir schon viele Gedanken gemacht. Unser gesamtes „geordnetes“ Leben wurde von einem vermeintlich „kleinen Virus“ komplett durcheinandergebracht. Man muss sich neu orientieren, neue Wege finden. Da steckt sehr viel Arbeit darin, das so hinzubekommen wie es gerade bei uns hier in der Kompanie läuft und dass es uns gelingt, die Einsatzvorbereitung zu 100% sicher zu stellen.

Das Neu-Orientieren zeigt sich aber auch in den kleinen Dingen. Über den BwBundeswehr-Messenger habe ich die Möglichkeit, meine Kameradinnen und Kamera-den aktuell zu informieren oder kurzfristig Personal aus dem Home-Office einzuteilen.

Der Auszubildende

Oberfeldwebel R. wird bald als Kommandant eines Störpanzers CG-20+ in den Auslandseinsatz MINUSMAUnited Nations Multidimensional Integrated Stabilization Mission in Mali nach Mali gehen. Bevor es für ihn losgehen kann, steht für den Soldaten der 6. Kompanie aus dem Bataillon Elektronische Kampfführung 911 noch die einsatzvorbereitende Ausbildung an. Der praktische Anteil der Einsatzvorbereitung ist auch während einer Pandemie Voraussetzung für Handlungssicherheit in brenzligen Situationen.

Zwei Soldaten vor einem Fahrzeug

auch währen der Pandemie ist der praktische Anteil der Einsatzvorbereitung Voraussetzung für Handlungssicherheit in brenzligen Situationen.

Bundeswehr/Rainer Pauly

Wie arbeiten Sie in der Pandemie Herr Oberfeldwebel R.?

Ich befinde mich in der einsatzvorbereitenden Ausbildung, um im Einsatz in Mali als Kommandant eines Störpanzers eingesetzt zu werden. Das ist ein Transportpanzer mit starken Störsendern, die das Zünden von funkausgelösten Sprengfallen verhindern. Wir sind im Einsatz Teil unserer Patrouillen und schützen unsere Kameraden dadurch vor Anschlägen.

Die einsatzvorbereitende Ausbildung findet im Schwerpunkt in der Praxis statt, als auf dem Übungsplatz. Da gibt es nur wenige Möglichkeiten, das im Home-Office durchzuführen. Aktuell findet das Handlungstraining statt, das heißt wir fahren jeden Tag mit unseren Fahrzeugen auf den Übungsplatz, um verschiedene Szenarien und Gefechtssituationen zu üben. Ein wichtiger Aspekt dabei ist nicht zuletzt, meine Kameradinnen und Kameraden und auch mein Team, mit denen ich in den Einsatz gehe, kennenzulernen, sodass wir uns in gefährlichen Situationen aufeinander verlassen können. Vor der Pan-demie war ein Teil des Kennenlernens, dass man sich abends nach Dienstschluss nochmal zusammensetzt und sich auch über private Themen unter-halten kann. Das können wir jetzt nicht, da wir den persönlichen Kontakt minimieren und jeder abends für sich ist. Daher läuft das Kennenlernen jetzt etwas schleichender.

Wie sieht Ihr aktueller Dienstalltag aus?

Für die aktuell stattfindende Ausbildung ist normalerweise ein hoher Personalansatz erforderlich, um ein realistisches Bild unserer Aufgaben im Einsatz darstellen zu können, zum Beispiel bei Patrouillen mit vielen Fahrzeugen und Soldatinnen und Soldaten. Um das Infektionsrisiko zu senken, musste der Personalansatz reduziert werden, jedoch ohne die Ausbildung zu gefährden. Das ist mit leichten Veränderungen im Ablauf auch sehr gut gelungen.

Manche Szenarien, die viel Personal an einem Ort erfordern, können wir un-ter den aktuellen Hygieneauflagen nicht durchführen, beispielsweise die Versorgung von Verwundeten. Das gibt uns aber den Raum, andere Themen stärker zu üben, zum Beispiel die Kampfmittelaufklärung oder das Absuchen von anschlagsgünstigen Punkten. In diesen Situationen hat man, bedingt durch die Situation, ausreichend Abstand zueinander und ist ohnehin an der frischen Luft ist.

Wie unterscheidet sich ihr Dienst im Vergleich vor der Pandemie?

Der größte Unterschied ist natürlich, dass hier weniger Personal vor Ort ist. Das wirkt sich auf viele kleine Dinge aus. Wenn man zum Beispiel zuvor zu fünft Material oder Waffen empfangen hat, machen das jetzt nur ein oder zwei Kameradinnen oder Kameraden, damit nicht so viele Menschen auf geringem Raum sind. Oder man bereitet alleine sein Fahrzeug auf den Gefechtstag vor, früher konnte man einfach zusammen anpacken. Wir achten überall auf die Hygieneregeln, daher dauern manche Dinge länger.

Wenn etwas unvorhergesehen eingetreten ist, hatten wir früher alle vor Ort, um schnell reagieren zu können, kurzfristig Material von A nach B zu bringen oder eine fehlende Unterschrift einzuholen. Dadurch, dass jetzt Teile des Zuges im Home-Office sind, sind wir nicht mehr so flexibel. Auf der anderen Seite fordert es uns heraus, vorausschauender zu planen. Und wenn es doch mal schnell gehen muss, werden Kameradinnen oder Kameraden im Home-Office aktiviert. Die Bundeswehr ist ja manchmal etwas gemächlich in Veränderungen, aber durch die Pandemie wurden wir dazu gezwungen uns schnell weiter zu entwickeln.

Ich fühle mich trotz aller Einschränkungen gut auf meinen Einsatz vorbereitet. Die Qualität der Ausbildung hat nicht unter den Einschränkungen gelitten. Da muss ich als Teilnehmer großes Lob an die Kameraden aussprechen, die trotz der schwierigen Umstände eine super Ausbildung durchführen. Nie-mand hat sich hier demotivieren lassen und alle haben immer höchsten Einsatz gezeigt.

Was lernen Sie aus diesen Zeiten?

Persönlich haben wir natürlich alle gemerkt, dass etwas, was zunächst am anderen Ende der Welt passiert innerhalb weniger Wochen massive Auswirkungen auf unser Leben hier hat. Wir leben nicht mehr nur in einer kleinen Gemeinschaft, unserem Dorf oder Viertel, sondern wir sind schnell beeinflusst von etwas, das ganz woanders auf der Welt passiert.



von Rainer Pauly  E-Mail schreiben

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Zwei Soldaten vor einer Karte

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