Cyber- und Informationsraum

Wie arbeiten Sie in der Pandemie, Stabsunteroffizier K.?

Wie arbeiten Sie in der Pandemie, Stabsunteroffizier K.?

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Datum:
Ort:
Flensburg
Lesedauer:
2 MIN

Paul K. ist Stabsunteroffizier im Bataillon Elektronische Kampfführung 911 in Stadum. Im regulären Dienst gehört der Soldat einem Fernmeldetrupp der 4. Kompanie an. Während der Pandemie unterstützt er im Zuge der Amtshilfe das Gesundheitsamt Flensburg.

Ein Soldat an einem Rechner

Stabsunteroffizier Paul K. unterstützt im Flensburger Gesundheitsamt bei der Kontaktnachverfolgung.

Bundeswehr/Rainer Pauly

Wie arbeiten Sie in der Pandemie und was ist Ihr Auftrag?

Ich bin im Gesundheitsamt der Stadt Flensburg zur Amtshilfe eingesetzt. Dort unterstütze ich mit Kameradinnen und Kameraden meines Bataillons in der Kontaktnachverfolgung. Konkret versuchen wir, die Infektionsketten nachzuvollziehen und diese möglichst klein zu halten. Wir versuchen herauszufinden, wo oder wie Menschen sich infizieren und mit wem sie Kontakt hatten und fragen weitere Parameter ab. Das Gesundheitsamt ist dann dafür zuständig, zu entscheiden für wen Quaran-täne angeordnet wird. Wir arbeiten Hand in Hand mit den Kolleginnen und Kollegen des Gesundheitsamts um unseren Beitrag zu leisten, die Pandemie einzudämmen.

Wie sieht Ihr aktueller Dienstalltag aus?

Ich bin immer abwechselnd eine Woche im Gesundheitsamt, von Montag bis Sonntag, sieben Tage am Stück. Dann telefoniere ich die meiste Zeit des Tages mit Personen, die von der Pandemie betroffen sind. Man merkt, dass die Stimmung oft angespannt ist und man im Gespräch auch in der Lage sein muss, deeskalierend oder beruhigend einwirken zu können. In den anderen Wochen bauen wir Überstunden ab oder bleiben zu Hause, da in der Kaserne derzeit nur wenige Leute vor Ort sein dürfen. Manchmal erledige ich administrative Sachen in meiner Kompanie. Der Unterschied zu meinem eigentlichen Alltag ist also sehr groß.

Wie unterscheidet sich ihre Tätigkeit vom bisherigen Aufgabenbereich?

Im normalen Dienst habe ich meist Ausbildungen vorbereitet oder daran teilgenommen. In der Kompanie haben wir Übungen geplant, vorbereitet und durchgeführt, aber auch Sport gemacht und unsere individuellen Grundfertigkeiten als Soldat erhalten.

Was lernen Sie aus dieser Zeit?

Diese Arbeit hier im Gesundheitsamt tut gut, jedoch bekommt man das nicht immer direkt gesagt oder man bemerkt es nicht. Es gibt Gespräche, die unangenehm sind. Ich merke sehr stark, dass es wichtig ist, wie man am Telefon auftritt und kommuniziert. Ich habe aber schon den Eindruck, dass wir als Bundeswehrangehörige positive Rückmeldung für unsere Arbeit hier bekommen. Was aber am stärksten wirkt für mich, ist die Reflektion des persönlichen Verhaltens in der Pandemie. Mit 2-3 Leuten einzukaufen, oder durch die Stadt zu gehen und bei gutem Wetter ein Eis zu essen, ist nun mal gerade nicht möglich. Die Maske zu tragen, auch wenn es für einen persönlich lästig sein kann, ist es nun einmal nötig.


von Rainer Pauly  E-Mail schreiben

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