Heer
Eine Zugführerin beobachtet den Pionierpanzer Dachs bei der Arbeit.
Bundeswehr/Marco Dorow

Pioniere

Die Vielfalt des Heeres spiegelt sich in den Truppengattungen wider. Jede besitzt besondere Fähigkeiten und Fertigkeiten - aber nur gemeinsam sind sie stark und erfolgreich. Die unterschiedlichsten Anforderungen werden mit spezieller Ausrüstung erfüllt. Erfahren Sie mehr über die Pioniertruppe des Heeres.

Das ist unser Auftrag

Die Pioniere gehören zu den Kampfunterstützern im Deutschen Heer.

Pionier sein heißt, Unbekanntes wagen, mutig Neues beginnen und an der Spitze stehen, wo der Weg in die Zukunft einen scharfen Blick für das Machbare, Kühnheit sowie zupackendes Können verlangt.

Die Pioniertruppe des Heeres hat eine Personalstärke von rund 6.200 aktiven Soldaten.

Ein Pionierpanzer schiebt mit seinem vorn angebrachten Räumschild Erdmasse vor sich her.

Mit seinem robusten Räumschild ist der Pionierpanzer Dachs sogar bei schweren Erdarbeiten einsetzbar.

Bundeswehr/Marco Dorow

Sie unterstützt die eigene Truppe bei Einsätzen im In- und Ausland mit bauhandwerklich und technisch ausgebildeten Soldaten sowie durch den Einsatz spezieller Fahrzeuge, Maschinen, Geräte und Werkzeuge. An der Spitze der Truppengattung steht der General der Pioniertruppe.
Er ist zugleich Kommandeur der Pionierschule und Fachschule des Heeres für Bautechnik, der zentralen Ausbildungseinrichtung aller Pioniere der Bundeswehr.

Bewegungen hemmen und fördern

Das Fördern von Bewegungen zu Lande hat den Zweck, die taktische Beweglichkeit aufrechtzuerhalten oder zu verbessern. Die Pioniertruppe hilft der eigenen Truppen beim Überwinden von Sperren und Hindernissen. Sie überwindet Minensperren, räumt Kampfmittel, beseitigt Trümmer und Barrikaden nach kriegs- und katastrophenbedingten Zerstörungen, baut Marschstraßen und Brücken. Hierfür verfügen die Pioniere über Minenräumpanzer, Kampfmittelabwehrgerät, Pionierpanzer, unterschiedliches Brückengerät, Baumaschinen und vielfältige Spezialwerkzeuge.

Die Bewegungen eines militärischen Gegners werden von Pionieren gehemmt und kanalisiert. Die Pioniertruppe kann wichtige Geländeabschnitte, Straßen und Brücken zeitlich begrenzt oder dauerhaft unpassierbar machen. Mithilfe von Pionierpanzern, Panzerabwehrminen und Sprengstoffen können wichtige Geländeabschnitte, Straßen und Brücken gesperrt werden.

Gefahren erkennen und beseitigen

Ein Pionier sucht mit einem Metallsuchgerät eine unbefestigte Straße ab. Hinter ihm erstreckt sich eine Wiese.

Mit spezieller Technik suchen Pioniere mit Detektoren nach Sprengfallen, Minen oder anderen gefährlichen Gegenständen.

Bundeswehr/Christian Vierfuß

Pioniere sind ausgebildet, Minen, Sprengfallen und Munition an Land und in Binnengewässern zu suchen und zu identifizieren. Speziell ausgebildete Soldaten der Pioniertruppe und Pioniertaucher sind befähigt die erkannten Gefahren unschädlich zu machen beziehungsweise zu räumen.

Hierfür verfügt die Pioniertruppe über vielfältiges Spezialgerät zum Aufklären und Räumen von Minen und Sprengfallen wie zum Beispiel ferngesteuerte Aufklärungsfahrzeuge und ferngesteuerte Manipulatorfahrzeuge, spezielle Sprengstoffe und vielfältiges Spezialwerkzeug. Aber es gibt in der Pioniertruppe auch besonders geschulte Hunde zum Aufspüren von Minen und Kampfmitteln.

Überlebensfähigkeit erhöhen

Pioniere verbessern den Schutz der eigenen Truppe und erhöhen dadurch deren Überlebensfähigkeit. In bebauten Gebieten setzen die Pioniere Infrastruktur instand, verstärken und befestigen militärisch genutzte Einrichtungen durch bauliche Maßnahmen. In unbebautem Gebiet errichten Pioniere Feldbefestigungen und Deckungen zum Schutz von Soldaten und militärischen Fahrzeugen. Hierbei geht es um den Schutz vor Flach- und Steilfeuer, Attentätern ebenso wie den Schutz vor direkten Angriffen.

Durch die Vielfalt in der Ausbildung und Ausrüstung sind die Pioniere den besonderen Herausforderungen von modernen, meist multinational durchgeführten Einsätzen in besonderem Maße gewachsen. Die Pioniere haben ihr Können bereits in zahlreichen Auslandseinsätzen bewiesen.


Die Pioniertruppe des Heeres

Pionier zu sein, heißt Unbekanntes wagen, mutig Neues beginnen und an der Spitze stehen, wo der Weg in die Zukunft einen scharfen Blick für das Machbare, Kühnheit sowie zupackendes Können verlangt.

So kämpfen die Pioniere

Bild_Barettabzeichen_Pioniertruppe
Schlachtruf der Pioniertruppe
Anker – Wirf!

Das ist unsere Ausrüstung

Neben der weitreichenden technischen Ausbildung der Pioniere etwa in den Bereichen Sprengstoff, Munition oder auch Bautechnik nutzen die Pioniere Maschinen und Geräte zur Erfüllung ihrer Aufträge.

Einer der wohl bekanntesten Vertreter der Pioniermaschinen ist der Pionierpanzer Dachs. Er hat sich bereits mehrfach sowohl in Nothilfe- und Katastropheneinsätzen als auch in Auslandseinsätzen bewährt.

Alleskönner Pionierpanzer Dachs

Mit seinen vielseitigen Einsatzmöglichkeiten ist der Pionierpanzer Dachs sozusagen das „Ass im Ärmel“ der Pioniere. Er kann Schadfahrzeuge bergen, Ein- und Ausfahrten an Gewässerübergangsstellen bauen sowie Hindernisse und Sperren auf dem Gefechtsfeld anlegen und beseitigen. Eine elektrische Schneid- und Schweißausstattung, sein Kranausleger und seine bis zu 70 Tonnen starke Seilwinde komplettieren den Dachs als Universalwerkzeug der Pioniertruppe. Mit zusätzlicher Ausstattung kann er sogar in vier Meter tiefem Wasser eingesetzt werden.

Zwei Soldaten laufen versetzt einen sandigen Fahrweg ab und halten jeweils in einer Hand einen Metalldetektor.

Mit der Fähigkeit Kampfmittel aufzuspüren, fördern die Pioniere die Bewegung der eigenen Truppe während des Gefechtes.

Bundeswehr/Marco Dorow

Zusätzlich besitzt die Pioniertruppe spezielle Fahrzeuge, um Gewässer zu überwinden. Mit den Brückelegepanzern Biber und Leguan oder der Schwimmschnellbrücke Amphibie M3 sind Pioniere in der Lage, Gewässer und Geländeeinschnitte schnell zu überwinden.

Zum Räumen von Minen und Kampfmitteln verfügen sie über den Minenräumpanzer Keiler und ferngesteuerte Manipulatorfahrzeuge mit vielfältigen Anbaugeräten. Mit Minenverlegern können die Pioniere zudem Minensperren anlegen. Neben den genannten Fahrzeugen arbeitet die Pioniertruppe aber auch mit einer Vielzahl handelsüblicher Baumaschinen und Werkzeugsätzen, die zum Beispiel beim Bau von Straßen, Brücken und Feldbefestigungen zum Einsatz kommen.

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Der Transportpanzer Fuchs

Der Transportpanzer Fuchs ist ein echtes Multitalent auf drei Achsen.

Gerätetyp:
Gepanzerte Fahrzeuge
Streitkräfte:
Sanitätsdienst
Cyber- & Informationsraum
Heer
Freigestelltes Fahrzeug

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Das sind unsere Standorte

Das ist unsere Geschichte

Die Geschichte der Pioniertruppe

Der Begriff Pionier hat sich aus drei kriegsgeschichtlichen Vorläufern entwickelt. Dem „Sappeur“ (Schützengräben und Deckung bauender Soldat), dem „Mineur“ (mit Sprengstoffen und Minen umgehender Soldat) und dem „Pontonier“ (Brücken bauender Soldat).

Bereits im römischen Heer fand eine Spezialisierung von handwerklich begabten Soldaten, den sogenannten Fabri, statt. Die ersten Pioniere nach heutigem Verständnis wurden etwa ab 1500 in Frankreich und Deutschland als Schanzbauer ausgebildet und eingesetzt. Im preußischen Heer taucht die Bezeichnung zum ersten Mal im „Regiment Pionniers“ auf. Das Regiment wurde auf königlichen Befehl am 08. Januar 1742 von General Gerhard Cornelius von Walrawe, dem Festungsbaumeister König Friedrichs des Großen, aufgestellt.

Die Bezeichnung Pionier im heutigen Sinne wurde erstmalig 1810 gebraucht. Auf Vorschlag von General Gerhard von Scharnhorst wurden die bereits bestehenden Mineur- und Pontonier-Kompanien zu einem Pionierkorps vereinigt. Mit dem rasanten technischen Fortschritt erfolgte eine ständige Modernisierung des Pioniergerätes. Gleichzeitig kam es zu einer kontinuierlichen Vergrößerung des Personalumfangs der Pioniertruppe, ab 1860 mit eigenen Pionierbataillonen und eigener Truppenfahne.

Mit dem langjährigen Stellungskrieg an allen Fronten in den Jahres des Ersten Weltkrieges gewann die Pioniertruppe massiv an Bedeutung. Aufgrund eines enormen und speziellen Unterstützungsbedarfs während der unterschiedlichsten Kampfhandlungen wurden die vielfältigsten Pionierspezialeinheiten aufgestellt. Es gab Bau- und Brückenpioniere, Eisenbahnpioniere, Minenwerferpioniere, Sturmpioniere, Schützengrabenbagger- und Armierungspioniere. Zudem gab es Pioniereinheiten, die Kampfgas und Flammenwerfer zum Einsatz brachten.

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde ab 1921, als Folge des Friedensvertrages von Versailles, die Pioniertruppe bis zur Auflösung der Reichswehr stark reduziert. Eisenbahntruppen und Flammenwerfer wurden ganz verboten. Erst mit der Aufstellung der Wehrmacht ab 1935 erfolgte wieder eine Erhöhung der Stärke der Pioniertruppe. Die bis dahin verbotenen Eisenbahnpioniere wurden wieder aufgestellt. Zudem wurde die Motorisierung der Pioniertruppe vorangetrieben.

Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges beschleunigte den technischen Fortschritt bei der Entwicklung von Pionierkampfmitteln und Pioniergerät enorm. Es erfolgte erneut eine weitere Vergrößerung und Spezialisierung der Pioniertruppe. Neben den klassischen Pionieraufgaben wurden Pioniere an allen Fronten als Sturmpioniere zur unmittelbaren Unterstützung der Infanterie eingesetzt. Fallschirmpioniere entstanden zur Unterstützung der Fallschirmtruppen. Als wichtige Voraussetzung für die Versorgung des Heeres bauten Eisenbahnpioniere das Schienennetz in den eroberten Gebieten aus. Beim Bau des Atlantik- und Westwalls sowie für die Landes- und Küstenverteidigung kamen Bau- und Festungspioniere zum Einsatz. Im Jahr 1944 gab es rund 600 Pionierbataillone. Nach der Kapitulation Deutschlands im Jahr 1945 wurde die Pioniertruppe als Teil der Wehrmacht vollständig aufgelöst.

Mit Aufstellung der Bundeswehr 1955 wurde auch die Pioniertruppe neu aufgestellt.

Der technische Fortschritt seit dem Zweiten Weltkrieg war von grundlegender Bedeutung für die Entwicklung und Einführung von Waffen und Gerät. Für die Kraftstoffversorgung der Streitkräfte wurden erstmals Spezialpioniere zum Bau und Unterhalt von Pipelineanlagen eingesetzt. In der Zeit des Kalten Krieges entstand eine starke Pioniertruppe. Sie bestand zum einen aus den aktiven Soldaten des der NATONorth Atlantic Treaty Organization unterstellten Feldheeres und aus den aktiven Soldaten und Reservisten des nationalen Territorialheeres.

Die Flutkatastrophe 1962 in Hamburg wurde zur ersten großen Bewährungsprobe für die Bundeswehr und insbesondere für die Pioniertruppe. Die Pioniere retteten mit ihren Sturm- und Schlauchbooten vielen Menschen das Leben. Es folgten zahlreiche weitere Hilfseinsätze im In- und Ausland. Mit ihrem schweren Gerät bewährten sich die Pioniere beispielsweise 1976 und 1980 bei der Erdbebenhilfe in Italien, 1978 bei der Waldbrandkatastrophe in der Lüneburger Heide und 1979 bei der Schneekatastrophe in Schleswig-Holstein.

Die Deutsche Einheit und das Ende des Ost-West-Konfliktes brachten Anfang der Neunzigerjahre einschneidende strukturelle Veränderungen für die Pioniertruppe. Das Feld- und Territorialheer wurde zusammengefasst, die Pioniertruppe dem Bedarf angepasst und verkleinert. Die heutigen Fähigkeiten der Pioniere waren auf Stabilisierungseinsätze ausgerichtet. Der Schwerpunkt lag viele Jahre auf den Einsätzen auf dem Balkan und in Afghanistan. Seit 2016 erfolgt eine Refokussierung auf Einsätze zur Bündnis- und Landesverteidigung.

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