Bilder des Jahres

Das Jahr 2022: Bilder aus der Bundeswehr

Das Jahr 2022: Bilder aus der Bundeswehr

Datum:
Ort:
Berlin
Lesedauer:
7 MIN

Der russische Überfall auf die Ukraine und die Zeitenwende prägten das Jahr 2022 für die Streitkräfte. Mit dem Territorialen Führungskommando stellte sich die Bundeswehr in der Landes- und Bündnisverteidigung neu auf. Die Marine kreuzte im Indopazifik, die Luftwaffe übte in Australien und das Heer in Norwegen. Das sind die Bilder des Jahres:

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Ein Soldat schwenkt zwei Signalflaggen auf der Fregatte „Bayern“. Gegenüber fährt ein Kriegsschiff der japanischen Streitkräfte.

Replenishment at Sea: Die Versorgung eines Schiffes mit Lebensmitteln, Munition oder Ersatzteilen auf hoher See - hier während einer Übung mit einem japanischen Schiff im Indopazifik - erfordert Erfahrung und Präzision.

Bundeswehr
Soldaten laufen hintereinander auf Skiern durch eine verschneites Gelände mit Bergen im Hintergrund.

Auf Skiern unterwegs an der NATO-Nordflanke: Die eisige Kälte stellte die Soldatinnen und Soldaten bei der Übung Cold Response vor besondere Herausforderungen.

Bundeswehr/Maximilian Schulz
Brigadegeneral Freuding spricht mit einem Soldaten bei Nachgefragt.

Neues Youtube-Format: Auch Brigadegeneral Dr. Christian Freuding gab 2022 in "Nachgefragt" regelmäßig Einblicke in die Lage in der Ukraine.

Bundeswehr/Torsten Kraatz
Mehrere Panzer fahren hintereinander über ein schlammiges Gefechtsgelände.

Leitverband für die VTJF Land 2023: Die Panzergrenadierbrigade 37 wurde nach intensiver Vorbereitung als "combat ready" - gefechtsbereit nach NATO-Standards - zertifziert.

Bundeswehr/Bill Drechsler
Das Flugabwehrraketensystem Patriot steht in Stellung im Gelände. Weitere Militärfahrzeuge im Hintergrund.

Eines der modernsten seiner Art: Das Luftabwehrsystem PATRIOT wurde zur Flugabwehr gebaut, schützt jedoch auch vor Marschflugkörpern und ballistischen Raketen.

Bundeswehr/Dominik Fischer
Ein Transporthubschrauber der Typ-Klasse "CH-53" beim Flug. An ihm befestigt ein großer, frei hängender Kanister.

Pro Flug 2.000 Liter gegen die Flammen: Ein Transporthubschrauber CH-53 nimmt immer wieder Wasser aus umliegenden Gewässer auf, um es über den brennenden Wäldern in Sachsen und Brandenburg abzulassen.

Bundeswehr/Marco Dorow
Ein australischer und zwei deutsche Eurofighter der Luftwaffe fliegen nebeneinander über ein Gelände

Am Himmel über Australien: Alle zwei Jahre lädt die australische Luftwaffe zur Großübung Pitch Black. Auch die Bundeswehr beteiligte sich in diesem Jahr. Verschiedene Luftkriegsszenarien wurden multinational trainiert.

Bundeswehr/Christian Timmig
Ein Kampfpanzer mit speziellem Turm zur Fahrerausbildung fährt im Gelände durch eine Pfütze.

Zügig und sicher durchs Gelände: Im Rahmen des Ringtauschs erhält Tschechien deutsche Kampfpanzer des Typs Leopard 2A4. In Munster wurden die ersten acht tschechischen Militärkraftfahrer an einem technisch identischen Schulungsfahrzeug ausgebildet.

Bundeswehr/Susanne Hähnel
Olaf Scholz steht an einem Rednerpult, dahinter die Flagge Deutschlands und der EU.

Zeitenwende: Bundeskanzler Olaf Scholz will die Bundeswehr mithilfe des Sondervermögens zur am besten ausgestatteten Streitkraft in Europa machen.

Bundeswehr/Tom Twardy
Lambrecht und Zorn befinden sich auf einem Appellplatz, um ihnen herum stehen Soldaten im "stillgestanden".

Heimatschutz: Das im Oktober 2022 neu aufgestellte Territoriale Führungskommando der Bundeswehr kümmert sich in Deutschland um alle Aspekte der Landes- und Bündnisverteidigung.

Bundeswehr/Tom Twardy
Ein deutscher Soldat bewegt sich auf einem Seilsteg vorwärts. Eine Gruppe mongolischer Soldaten beobachtet ihn dabei.

Binationale Ausbildung, bewährte Zusammenarbeit: 6.500 Kilometer von Deutschland entfernt trainierten deutsche Gebirgsjäger mit ihren mongolischen Kameradinnen und Kameraden.

Bundeswehr/Marco Dorow
Ein Soldat kniet mit seiner Ausrüstung im Wald.

Schnellere Beschaffung dank Sondervermögen: Bis Ende 2025 sollen alle aktiven Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr die neue modulare Bekleidung und Ausrüstung erhalten.

Bundeswehr/Jana Neumann

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Fregatte „Bayern“: Sieben Monate auf See

Deutschland tritt für die Freiheit der Seewege und die Einhaltung des Völkerrechts ein: Dies wurde auch durch die Entsendung der Fregatte „Bayern“ in den Indo-Pazifik deutlich. Von August 2021 bis Februar 2022 war die „Bayern“ im Seegebiet zwischen dem Horn von Afrika, Australien und Japan unterwegs. Die Mission des Schiffs: Flagge zeigen. Die Marine demonstrierte mit diesem Indo-Pacific Deployment, dass sie für Deutschland weltweit einsetzbar ist. Bei der Gelegenheit wurde außerdem gemeinsam mit den Partnern in der Region geübt: mit Australien, Singapur, Japan und den USA.

Cold Response: NATO übt in Norwegen

Am Polarkreis übten vom 14. bis zum 31. März 2022 rund 30.000 Männer und Frauen die Verteidigung und militärische Verstärkung Norwegens. Sie rückten aus 27 verschiedenen Nationen an. Die Bundeswehr war mit mehreren hundert Soldatinnen und Soldaten des Heeres und der Marine vertreten. Weitere Truppen kamen unter anderem aus Frankreich, Spanien, Schweden und Finnland. Mit der alle zwei Jahre stattfindenden Übung Cold Response wird die Verteidigung der nördlichen NATO-Flanke trainiert. Dieses Mal ging es darum, militärische Verstärkungen nach Norwegen zu bringen. Nicht nur die Übung, sondern auch das Wetter war fordernd: Während in Deutschland schon der Frühling Einzug hielt, herrschten in Norwegen eisige Temperaturen.

Nachgefragt: Bürgerfragen zum Ukrainekrieg

Der völkerrechtswidrige Angriff Russlands auf die Ukraine veränderte am 24. Februar 2022 die sicherheitspolitische Lage in Europa grundlegend. In der Europa herrscht nun Krieg, unmittelbar an den Bündnisgrenzen der NATO. Das Bedürfnis nach verlässlichen und fundierten Informationen ist groß. Zahlreiche besorgte Bürgerinnen und Bürger wenden sich mit ihren Fragen an die Bundeswehr. Im März rief das Bundesministerium der Verteidigung das neue Youtube-Format „Nachgefragt“ ins Leben. In bisher 41 Folgen beantworten Expertinnen und Experten Fragen und geben Hintergrundinformationen zum Krieg in der Ukraine. Brigadegeneral Dr. Christian Freuding ist als Leiter des Sonderstabs Ukraine mehrfach zu Gast, erstmals am 1. April 2022, zuletzt am 16. Dezember 2022.

Einsatzbereit: Üben für die NATO Response Force

Von 2022 bis 2024 ist Deutschland wesentlicher Truppensteller der schnellen Eingreiftruppe NATO Response Force. Im Jahr 2023 wird die Panzergrenadierbrigade 37 die multinationalen Landanteile der NRFNATO Response Force-Speerspitze VJTFVery High Readiness Joint Task Force mit bis zu 12.000 Soldatinnen und Soldaten führen. 2022 standen daher mehrere Großübungen auf dem Programm, in denen die beteiligten Kräfte ihre Einsatzfähigkeit unter Beweis stellten. Dazu zählte die Übung Stolzer Wettiner, in dem die Brigade nach NATO-Standards als „combat ready“ – bereit zum Kampf – zertifiziert wurde. Auch die Übung Wettiner Heide im Frühjahr 2022, mit rund 7.500 teilnehmenden Soldatinnen und Soldaten aus neun Nationen stand ganz unter dem Zeichen der NRFNATO Response Force-Einsatzvorbereitung. Es war die größte Volltruppenübung des deutschen Heeres seit Ende des Kalten Krieges.

Stark im Bündnis: Rückversicherung an der Ostflanke

Vor dem Hintergrund der russischen Aggression gegen die Ukraine hat die NATO im Jahr 2022 die Rückversicherungs- und Abschreckungsmaßnahmen an der Ostgrenze des Bündnisgebiets deutlich verstärkt. Auch Deutschland beteiligt sich maßgeblich an den NATO-Missionen. Bereits seit 2017 führt die Bundeswehr die multinationale Battlegroup der enhanced Forward Presence (deutsch: verstärkte Vornepräsenz) in Litauen. Seit März 2022 unterstützt sie zusätzlich die enhanced Vigilance Activities (deutsch: verstärkte Wachsamkeitsaktivitäten) in der Slowakei mit einem Luftabwehrverband und einer verstärkten Infanteriekompanie. Nach einem Raketeneinschlag auf polnischem Gebiet im November 2022 hat Deutschland auch Polen das Luftabwehrsystem PATRIOT angeboten, um beim Schutz des polnischen Luftraums zu unterstützen.

Bereits seit 2004 übernimmt die deutsche Luftwaffe im Wechsel mit anderen NATO-Staaten die multinationale Sicherung des Luftraums Estlands, Lettlands und Litauens und stellt Eurofighter für das enhanced Air Policing (deutsch: Verstärkte Luftraumüberwachung) im Baltikum bereit. Auch an der Mission enhanced Air Policing South, die kurz nach dem russischen Angriff auf die Ukraine zum Schutz des rumänischen Luftraums begann, beteiligte sich die Luftwaffe unter italienischer Führung.

Waldbrände: Löscheinsatz aus der Luft

Im Sommer 2022 brannten in Brandenburg und Sachsen die Wälder. Die Bundeswehr leistete Amtshilfe beim Löschen und unterstützte die Blaulichtorganisationen bei ihren Einsätzen gegen die Flammen. Die Einsatzkräfte kämpften gemeinsam mehrere Wochen lang gegen die Feuer an. Die Streitkräfte halfen mit Helikoptern, nonstop wurden Löscheinsätze geflogen. Immer wieder füllten die Hubschrauber des Typs CH-53 und NHNATO-Helicopter-90 ihre Wasserbehälter in Seen und Flüssen der Umgebung auf, um die brennenden Wälder zu löschen. Ende Juli hieß es dann: „Feuer aus, Einsatz beendet.“

Pitch Black: Luftkampf Down Under

Die australische Luftwaffe lädt regelmäßig Luftstreitkräfte befreundeter Nationen zu einem groß angelegten Training ein. Im Jahr 2022 folgten über 2.500 Soldatinnen und Soldaten aus 17 Nationen der Einladung zu Pitch Black, der bedeutendsten Luftwaffenübung Australiens. Die deutsche Luftwaffe war zum ersten Mal dabei: mit sechs Eurofightern des Taktischen Luftwaffengeschwaders 74 aus Neuburg an der Donau. In einer spektakulären Aktion verlegten die Kampfjets nach monatelanger Vorbereitung einmal um den Globus. Insgesamt waren rund 100 Luftfahrzeuge bei Pitch Black dabei. Drei Wochen lang wurden verschiedene Luftkampfszenarien trainiert. Dabei schlüpften die teilnehmenden Pilotinnen und Piloten mit ihren Flugzeugen jeweils abwechselnd in die Rolle des Verteidigers oder des Angreifers und erweiterten so ihre Fähigkeiten. Durch die Teilnahme an der Übung setzte Deutschland auch ein Zeichen, dass es zu seinen Wertepartnern im indopazifischen Raum steht.

Ringtausch: Panzer tauschen für die Ukraine

Um die Ukraine im Kampf gegen Russland zu unterstützen, haben mehrere europäische Länder Kampf- und Schützenpanzer sowjetischer Bauart aus ihren eigenen Beständen an die ukrainischen Streitkräfte abgegeben. Im Rahmen des sogenannten Ringtauschs hilft Deutschland beim Wiederauffüllen der in den abgebenden Nationen entstehenden Materiallücken. Dies geschieht vor allem, indem Material aus der deutschen Industrie bereitgestellt wird. Auch in der Ausbildung am neuen Gerät, mit Munition und Ersatzteilen unterstützt die Bundeswehr. Entsprechende Vereinbarungen bestehen unter anderem mit Griechenland, der Slowakei, Slowenien und Tschechien.

Zeitenwende: Zurück zum Kernauftrag Verteidigung

Ob Pandemiebewältigung, Ahrtalflut oder Waldbrände: Die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr waren in den vergangenen Jahren stark in der Amtshilfe gebunden. Doch angesichts der sicherheitspolitischen Lage müsse die Truppe zu ihrem Kernauftrag der Landes- und Bündnisverteidigung zurückkehren, forderte Bundeskanzler Olaf Scholz bei der Bundeswehrtagung in Berlin im September 2022. Noch seien viele Fähigkeitslücken zu schließen. Die Bundeswehr müsse umdenken, sich wandeln und stärker werden. Das 100-Milliarden-Sondervermögen schaffe die Grundlage für nachhaltige Investitionen – die Zeitenwende für einen starken europäischen Pfeiler der NATO zur Verteidigung Europas.

Heimatschutz: Neues Kommando führt aus einer Hand

Die Bundeswehr stellt sich für die Landes- und Bündnisverteidigung auch im Inland neu auf. Sämtliche Kompetenzen wurden ab dem 1. Oktober 2022 beim Territorialen Führungskommando in Berlin gebündelt. Wie das Einsatzführungskommando für die Auslandseinsätze ist das Territoriale Führungskommando für alle Aufgaben der Bundeswehr verantwortlich, die die Sicherheit Deutschlands im Inland betreffen: vom Heimatschutz über die Amts- und Katastrophenhilfe und die zivil-militärische Zusammenarbeit bis hin zur logistischen Unterstützung von NATO-Truppenbewegungen in Deutschland. Beim Aufstellungsappell unterstrichen Verteidigungsministerin Christine Lambrecht und Generalinspekteur Eberhard Zorn die Bedeutung des Kommandos für die Sicherheit Deutschlands.

Ausbildung binational: Gebirgsjäger in der Mongolei

Klettern, kämpfen, Kameraden retten: Deutsche Gebirgsjäger bildeten in der Nähe der Hauptstadt Ulaanbaatar mongolische Kameraden für den Kampf in den Bergen aus. Die mongolischen Streitkräfte haben ein neues Gebirgsjägerbataillon aufgestellt und ließen sich zeigen, wie es die Deutschen machen. Die Streitkräfte beider Länder haben bereits 2011 in Afghanistan zusammengearbeitet. Seitdem bestehen eine enge Partnerschaft und ein regelmäßiger Austausch von Wissen und Expertise. Seit 2019 fliegen deutsche Gebirgsjäger regelmäßig in die Mongolei, um dort auszubilden: In diesem Jahr war das der Jagd- und Gebirgskampf. Im Jahr 2023 steht die Hochgebirgsausbildung auf dem Programm.

Ausrüstung: Vollausstattung bis Ende 2025

Bis Ende 2025 sollen alle aktiven Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr neue persönliche Ausrüstung und Bekleidung erhalten. Die Einführung war ursprünglich bis 2031 geplant. Dank des Sondervermögen kann die neue Ausrüstung nun schneller und umfangreicher beschafft werden. Sie ist modular aufgebaut und individuell auf verschiedene Szenarien anpassbar - vom Truppenübungsplatz bis zum Auslandseinsatz in unterschiedlichen Klimazonen. Insgesamt beschafft die Bundeswehr 122.000 neue Gefechtshelme, 305.000 MOBASTModulare Ballistische Schutz- und Trageausstattung Soldat-Systeme, 150.000 Kampfbekleidungssätze Streitkräfte und 250.000 neue modulare Rucksacksysteme.

von Redaktion der Bundeswehr 

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